Mainz (dpa/lrs) – Viele Winzerinnen und Winzer stehen unter wirtschaftlichem Druck: Für die dauerhafte Rodung ihrer Rebflächen können sie in Rheinland-Pfalz jetzt eine Prämie bekommen. Voraussichtlich ab November werde diese mit 5.000 Euro pro Hektar unterstützt, teilte das Weinbauministerium in Mainz mit.
Der Anreiz solle die Produktion senken und damit zur Marktentlastung beitragen, hieß es. Er werde einmalig angeboten und aus EU-Mitteln finanziert. Zum Überangebot kommen steigende Produktionskosten und sinkender Absatz.
So können die Anträge gestellt werden
Anträge könnten elektronisch über das Weininformationsportal gestellt werden. Voraussetzung sind:
- Der Betrieb muss die produktive Rebfläche in seiner Weinbaukartei führen.
- Er muss über ordnungsgemäße Traubenerntemeldungen aus den Jahren 2024 und 2025 verfügen sowie fristgerecht die Traubenerntemeldung 2026 einreichen.
- Ausgeschlossen sind Rebflächen, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre eine Förderung der Umstrukturierung und Umstellung bekommen haben sowie Steillagen.
Auszahlung spätestens in rund einem Jahr
Die Auszahlung der Rodungs-Prämie erfolge spätestens im Oktober 2027. Für die gerodete Fläche kann keine Genehmigung für eine Wiederbepflanzungen beantragt werden und alle Genehmigungen für Neuanpflanzungen des Betriebes werden gelöscht. In den folgenden zehn Jahren können keine Anträge auf Neuanpflanzungen gestellt werden.
Destillation kann in der Krise auch helfen
In Rheinhessen ist auch eine Krisendestillation von Rot- und Roséweinen möglich, um in der angespannten Marktsituation kurzfristig Entlastung zu bringen und das Überangebot abzubauen. Die Förderung beträgt nach einer Mitteilung des Ministeriums von Ende Juli 43 Cent je Liter. Zusätzlich würden 16 Cent pro Liter für Logistik- und Brennkosten gewährt. Zugelassen seien Weine des Jahrgangs 2025 und älter. Die Zuschüsse kommen auch aus der EU. Start ist voraussichtlich im vierten Quartal.
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