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    Affenwald für verstoßene Lemuren im Hunsrück

    Bei den Kattas haben die Weibchen in der Gruppe das Sagen, ganz egal, ob sie in freier Wildbahn oder in einem Zoo leben. Das wird im Tierpark Bell etwas anders ablaufen, denn die drei Kattas, die aus dem Zoo in Kaiserslautern in den Hunsrück reisten, sind eine reine Männergruppe. Aus ihrer ursprünglichen Katta-Gruppe wurden sie verstoßen, wie es für einige männliche Kattas auch in freier Wildbahn üblich ist.

    Im Tierpark Bell hat eine Gruppe Kattas ein neues Zuhause gefunden. Foto: Tierpark Bell
    Im Tierpark Bell hat eine Gruppe Kattas ein neues Zuhause gefunden.
    Foto: Tierpark Bell

    Wären sie nicht in einem Zoo aufgewachsen, würden sie sich nun auf Wanderschaft begeben und Anschluss an eine neue Gruppe suchen, was oft aber gar nicht so einfach ist: Bevor ein Katta wieder in eine Gruppe aufgenommen wird, können Monate vergehen. Die Kattas sind Feuchtnasenaffen aus der Gruppe der Lemuren und in Madagaskar beheimatet. Anders als andere Lemuren sind sie vorwiegend tagaktiv, ihr langer, geringelter Schwanz macht sie zudem auch optisch unverwechselbar.

    Die drei sind ein klarer Fall für den Tierpark Bell, der eine für Zoos ungewöhnliche Philosophie vertritt. Remo Müller und Alexandra Taetz nehmen von der Taube bis zum Tiger Tiere auf, die ausgestoßen wurden oder einen neuen Lebensraum brauchen. Diese Tiere erwarten in Bell großzügige Gehege und vor allem viel Aufmerksamkeit.

    Bei der Eröffnung des Tier-Erlebnisparks waren es Rani, Tatinka, Vitali und Timur, die Aufsehen erregten. Die Art der vier sibirischen Tiger ist in der freien Wildbahn stark bedroht. Nur noch rund 500 dieser größten Katzen der Welt gibt es im Fernen Osten Russlands und in den angrenzenden Gebieten Chinas. In Bell leben die sibirischen Tiger auf 2300 Quadratmetern in einem großen Freigehege mit Teich und einer Arena. Die Arena hat 280 Sitzplätze für Besucher, die dort beobachten können, wie Remo Müller mit den Tigern trainiert.

    Die Tierpsychologin Alexandra Taetz ist eine begeisterte Hundetrainerin. Gemeinsam mit Remo Müller erfüllte sie sich den Lebenstraum von einem eigenen Tierpark, der längst zu den beliebtesten Ausflugszielen in Rheinland-Pfalz zählt. Genügend Auslauf bekommen die hier lebenden Huskys bei den Musher-Touren durch die Hunsrücker Landschaft. Besonders schön ist das im Winter, wenn der Huskyschlitten auf Kufen durch den Schnee gleitet. Fehlt der Schnee, rollen die Schlitten auf Rädern zu jeder Jahreszeit.

    Tierpsychologin Alexandra Taetz mit einem Schützling Foto: Heidrun Braun
    Tierpsychologin Alexandra Taetz mit einem Schützling
    Foto: Heidrun Braun

    Neben Tigern und Huskys gibt es im Park zum Beispiel auch Shetlandponys, die beiden Brahma-Hühner Mathilda und Henriette, die Minischweine Ria und Tic Tac, Ziegen, Schafe, Laufenten, schottische Hochlandrinder, den Milchuhu Meret, Damwild, Frettchen, Waschbären, Papageien und Reptilien zu sehen. Einer der jüngsten Neuzugänge ist ein weißer Hirsch, der nach der Auflösung eines privaten Wildgeheges ein neues Zuhause suchte. Tägliche Trainingszeiten beschäftigen die Tiere auf sinnvolle Weise und fördern ihr natürliches Verhalten. Das Besondere an der Vogelhaltung im Park ist, dass die Wellensittiche, Kongopapageien und Gelbbrustaras während der Vorführungen unter freiem Himmel fliegen dürfen.

    Die Zahl der Tiere im Tier- und Erlebnispark Bell wächst weiter an, und auch das Gelände des Tierparks ist größer geworden. „Wir haben 2500 Quadratmeter Fläche dazu gekauft. Auf diesem Gelände mit viel Wald ist das neue begehbare Katta-Gehege entstanden, das eines der größten in Deutschland ist und noch viel Platz für weitere Kattas hat“, sagt Remo Müller. Der Tier- und Erlebnispark Bell hat Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet ein buntes Tagesprogramm an. Zwischen 10 und 11 Uhr werden die Huskys gefüttert, um 11 Uhr die bunte Vogelwelt vorgestellt, um 12 Uhr beginnt das Hundetraining, um 13 Uhr geht es um die Tiere vom Bauernhof, um 14 Uhr ist Ponyreiten angesagt, um 15 Uhr die Tigerbeschäftigung, ab 16 Uhr stehen die Tiere des Waldes auf dem Programm und ab 17 Uhr das Thema „Schuppen und Federn“. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7,50 Euro und für Kinder zwischen drei und 16 Jahren 5,50 Euro. Heidrun Braun

    Info: Tier-Erlebnispark Bell, Am Markt 1, Telefon 06762/8035, www. tier-erlebnisparkbell.de, www.gastlandschaften.de .

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