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    MainzWie Sonntagmorgens um halb neun

    Ein deutsches WM-Spiel am helllichten Tag. Liegt da die Stadt komplett lahm? Nicht ganz. Jochen Dietz und Thomas K. Slotwinski haben sich in Mainz umgeschaut.

    In Gonsenheim ist es zur Mittagszeit  meistens still.  Am Freitag lässt sich diese Stille nahezu greifen. Ungewohnt, fast unheimlich. Dann lieber in die Stadt.
    Die Straßenbahn  hat eine Deutschlandfahne im Führerhaus. Aber sonst deutet nichts auf irgend eine Art von Ausnahmezustand hin. Die „51“ ist pünktlich und es sitzen sogar Menschen drin.
    Erst bei genauerem Hinschauen wird gewahr, dass es doch anders ist als sonst. Es sind weniger Fahrgäste. Die meisten von ihnen sind weiblich und erkennbar nicht aus Deutschland. Ein Sitzplatz, sonst um diese Tageszeit eher Mangelware, ist problemlos zu bekommen.
    In der Stadt ist es ruhiger als sonst an einem Freitagnachmittag. Die wenigen Fußgänger, oder besser gesagt Fußgängerinnen, können gehfahrlos die Große Bleiche überqueren. In den Geschäften ist kaum etwas los. Selbst in einem großen Drogeriemarkt verliert sich eine Kundin. Viele Frauen nutzen den Platz in der Lotharstraße zum bummeln, durch die Neustadt schieben Türkinnen ihre Kinderwagen. Sogar die Kaiserstraße lässt sich gegen 13.50 Uhr ausnahmsweise gemächlichen Schrittes überqueren.
    Vor dem fast völlig verwaisten Eiscafé in der Adolf-Kolping-Straße in der Nähe der Römerpassage sitzt eine einsame Seniorin und rührt in ihrem Kaffee. In der Nähe stehen drei Leute um einen Stehtisch und gucken gebannt auf den Monitor eines Laptops.
    Fast menschenleer auch die Steingasse – man kommt sich vor wie Sonntagmorgens um halb neun.  Derweil sind in der Ferne aus Schlossbiergarten, aber auch aus Kneipen und manchen Wohnungen kollektives Geschrei, Stöhnen, Seufzen und Tröten zu hören. Hinter Fenstern sieht man Fernseher flimmern.    
    Martin Kinzelbach steht vor der SPD-Geschäftsstelle in der Klarastraße. Der Stadtrat und Mitarbeiter von Doris Ahnen langweilt sich. Niemand ruft an, keiner kommt vorbei.  Einen Fernseher hat er nicht im Büro. Gut, dass es den Liverticker auf Rhein-Zeitung.de gibt.

    Ist das dieselbe Mannschaft?Polizei: WM-Großeinsatz bleibt ausFassungslosigkeit am Mainzstrand
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