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    MainzWenn Hosen fallen, steigt der Jubel Mainz Amazonen Mombacher Prinzengarde Männerstrip

    Männer haben’s leicht bei den Närrinnen der Mombacher Prinzengarde – sofern sie Talente als Sänger, Tänzer oder Turner zeigen, besser noch: als Stripper. Die Wogen schlugen hoch bei der 11. Amazonen-Sitzung der MoPG im Haus der Jugend.

    Wie die Chippendales (hier mit Sonja) ließen die Strippe bei der Sitzung die Herzen der Frauen höher schlagen.
    Wie die Chippendales (hier mit Sonja) ließen die Strippe bei der Sitzung die Herzen der Frauen höher schlagen.
    Foto: dpa

    Mainz - Männer haben’s leicht bei den Närrinnen der Mombacher Prinzengarde – sofern sie Talente als Sänger, Tänzer oder Turner zeigen, besser noch: als Stripper. Die Wogen schlugen hoch bei der 11. Amazonen-Sitzung der MoPG im Haus der Jugend.

    Je vorgerückter die Zeit, je leichter bekleidet die Jungs, umso größer der Jubel. Es fing rasant an: Das Trommlercorps brachte – gediegen in Uniform – das närrische Volk mit temperamentvollen Soli in Stimmung. Wer Hinweise auf Beifall oder Schunkeln verpasst hatte, dem half Thomas Borschlegell mit Tusch und Marsch nach. Weder das eine noch das andere Zeichen brauchten Thomas Neger und die Humbas.

    Harry Borgner interpretierte als „Herr Schmitt“ mal nicht den kleinen grünen Kaktus, sondern zeigte, was seine Stimmbänder sonst noch hergeben. Die „No Names“ mischten den Saal mit schmissigen Melodien auf, die Klinik-Athleten kamen als Kung Fu-Mönche daher Das Männerballett „Mann oh Mann“, ganz maskulin in Handwerker-Kluft, zeigte, wo der Hammer hängt, was die Damen entzückte.

    Stefan Orf mit seiner sehr barocken Figur war wieder einmal wunderbar unerschrocken selbstironisch, diesmal als „Funkenmariechen“. Bei „Narren-Oskar“ Bernd Bruch war der rote Faden seiner Selbstdarstellung etwas verworren. Dafür strippte er zu später Stunde. Der Abräumer des Abends war das Ballett Set Up. Es verabschiedet sich nach 11 Jahren von der Bühne – doch die Amazonen wollten die Männer gar nicht gehen lassen. Die retteten sich durch den Abschiedsschmerz, indem sie Taschentücher wie Konfetti durch den Saal warfen.

    Natürlich gab’s auch weibliche Protagonisten auf der Amazonen-Bühne. Zum Beispiel das MoPG-Ballett und die MoPG-Tanzgruppe mit ihren netten Choreografien. Oder Madame Samonella, die Dame mit der Kristallkugel.

    Bei ihr reimt sich Moschus-Essenz auf Bullen-Potenz, und „schwingt mein Pendel her und hin, hab’ ich meist zu viel Schoppe drin“. Martina Hölzle-Endres hat’s drauf, ihr Vortrag als „französische“ Hellseherin, gespickt mit reinem Rheinhessisch, ist köstlicher Kokolores.

    Wenn Apollonia alias Gabi Elsener auf der Bühne steht, bleibt sowieso kein Auge trocken. Schade nur, dass ihr „Online-Shopping“ im Programm so ungünstig platziert war. Doch sie behauptete sich und holte sich den verdienten lange anhaltenden Beifall. Die Primaballerina Elisabeth de Jong steht ihr in nichts nach.

    Unnachahmlich, diese selbstironische Darstellung als Wuchtbrumme im Tutu und dazu die witzigen Texte. Als „sterbender Schwan“ Position und Balance halten und gleichzeitig die Tänzerin und das Klavier geben – eine reife Leistung. Was mal wieder bewies: Alter oder Gewicht schützen vor Charme und Grazie nicht – und auch nicht vor Texten mit Esprit.

    Letztere vermisste die Überraschungsbesucherin Ingrid Herrmann ein wenig. Die Odenwälderin war zum ersten Mal auf der Mainzer Fassenacht, trotz ihrer ruhmreichen Vergangenheit als Fastnachtsprinzessin. Diese Krone trug sie 1957 in Offenbach. „Ich habe gehofft, einige dieser feinsinnigen politischen Vorträge zu hören, wie sie in Mainz ja Tradition sind.“

    Das Zwiegespräch von Martina Kirch mit Karl-Heinz Ingenbrandt war von derber Art, und es wurde von ihr im gleichen Kommando-Ton geführt, wie die Sitzungspräsidentin das Narrenvolk von der Bühne herab diktierte. Schade, eigentlich sollten zotige Witze mit Bart und längst abgelutschte Themen wie „nieder mit den faulen, nichtsnutzigen, tumben Männern“ – „nieder mit den zänkischen, rechthaberischen Xanthippen“ anno 2011 im Namen von Gott Jokus und einer fröhlichen Fastnacht mit Niveau wirklich in der Versenkung verschwunden sein. Auch bei Damen-Sitzungen.

    Von unserer Mitarbeiterin Trudy Magin

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