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  • Up In The Air: Clooney hebt ab und landet hart

    Morgens ins Büro zu gehen und abends ins traute Heim mit der wartenden Familie zurückzukehren: Es gibt wohl kaum eine Vorstellung, die Ryan Bingham mehr fürchtet. Das behauptet der smarte Mittvierziger (brillant: George Clooney) jedenfalls.

    Morgens ins Büro zu gehen und abends ins traute Heim mit der wartenden Familie zurückzukehren: Es gibt wohl kaum eine Vorstellung, die Ryan Bingham mehr fürchtet. Das behauptet der smarte Mittvierziger (brillant: George Clooney) jedenfalls. Sein Job ist es, im Auftrag von Firmenbossen deren Angestellte zu feuern. Das ist nicht gerade angenehm, wird aber dadurch kompensiert, dass Bingham Vielflieger ist. Und er liebt es, 322 Tage pro Jahr in der Luft über den USA zu sein, eben "Up In The Air" - der Titel des neuen Werks von Regisseur Jason Reitman.

    Ihm ist eine Tragikomödie gelungen, die nicht nur durch die bekannte locker-lässige Art Clooneys, sondern auch dank der darstellerischen Leistungen von Vera Farmiga (als Binghams Geliebte Alex) sowie Anna Kendrick (als Binghams junge Kollegin Natalie Keener) überzeugt. Beide Frauen bringen Binghams Nomaden-Leben durcheinander - die eine persönlich, die andere beruflich.

    Bingham liebt es, nie wirklich anzukommen, sondern dauernd unterwegs zu sein. Sein Appartement in Omaha (Nebraska) ist genauso nichtssagend und austauschbar wie all die Hotelzimmer, in denen sich der Geschäftsmann abends schlafen legt. Aber es gibt da ja noch sein persönliches Ziel: Die 10-Millionen-Flugmeilen-Grenze zu überschreiten und als Vielflieger ausgezeichnet zu werden - inklusiver persönlicher Ehrung durch einen Piloten. Die Haupterzählung unterlegt Reitman mit einem zweiten Strang: über Kameraeinstellungen und Ton erzählt er das fast absurde Treiben der Vielflieger: "schwupp, schnips, zack, wupp" - die Geräusche, wenn Bingham seinen Koffer schließt, die Kreditkarte durchzieht, seinen Trolley durch die Flughäfen zieht. Hier ist für Bingham alles "in Ordnung", hier fühlt er sich wohl. Und auch privat möchte er gerne ungebunden sein. Er hält sogar Vorträge darüber. "Stellen Sie sich vor, Sie packen einen Rucksack...", beginnt er seine Reden. Wenn man da alles rein packe, was einem wichtig sei: Freunde, Beziehungen, Haus, Auto - "pretty heavy" (ganz schön schwer) sei der dann ja wohl.

    Als er aber zunächst eine scheinbar "harmlose" Bettgeschichte mit der attraktiven Alex beginnt und ihm dann die neue Elite- Hochschulabsolventin Natalie mit der Idee, die Leute künftig nicht mehr persönlich, sondern via Web-Cam zu feuern, gerät Binghams Welt ins Wanken - sein Rucksack ist leer, zu leer. Er fühlt sich aber sicher genug, beiden Frauen zu imponieren: Alex mit seinem Charme, Natalie, indem er sie in die Geheimnisse des Vielfliegers einweiht. Letztlich fällt seine Welt in sich zusammen, ihr fehlt die Stabilität - vor allem die aus menschlichen Beziehungen, die dem Leben Halt geben.

    Unverdient blieb der 114-Minuten-Streifen bei den "Golden Globes" hinter den Erwartungen zurück. Bei sechs Nominierungen ging nur der Preis für das Drehbuch an Regisseur Reitman ("Juno", "Thank You For Smoking"), das er auf Grundlage des Romans von Walter Kirn ("Mr. Bingham sammelt Meilen") verfasst hat.

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