40.000
  • Startseite
  • » Schon ziemlich nahe an der Perfektion
  • Aus unserem Archiv

    Schon ziemlich nahe an der Perfektion

    Zhenqi Barthel und Patrick Baum bei den Europameisterschaften in Danzig - Ein wenig von dem Glanz, den die Deutschen versprühten, strahlte auch nach Rheinhessen.

    Europameister mit der deutschen Mannschaft und im Einzel nur Timo Boll unterlegen: Der Ex-05er Patrick Baum hatte allen Grund zum Jubel. 
Foto: dpa
    Europameister mit der deutschen Mannschaft und im Einzel nur Timo Boll unterlegen: Der Ex-05er Patrick Baum hatte allen Grund zum Jubel.
    Foto: dpa

    Zhenqi Barthel und Patrick Baum bei den Europameisterschaften in Danzig - Ein wenig von dem Glanz, den die Deutschen versprühten, strahlte auch nach Rheinhessen.

    Starker Auftritt bei der EM in Polen: Zhenqi Barthel.  Foto: dpa
    Starker Auftritt bei der EM in Polen: Zhenqi Barthel.
    Foto: dpa

    Björn Baum aus Flörsheim-Dalsheim, der zu Beginn seiner Karriere beim FSV Mainz 05 gespielt hatte, gewann Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel. Zhenqi Barthel, die aktuelle Bundesliga-Spielerin der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim, stand kurz vor dem Einzug ins Halbfinale und verpasste nur knapp eine Medaille. Wie Timo Boll, sein Mannschaftskollege beim Bundesligisten Borussia Düsseldorf, blieb Baum ungeschlagen. Im Einzel wahrte der 24-Jährige seinen Nimbus bis ins Endspiel, wo er wie im Vorjahr in Ostrau Boll unterlag. "95 Prozent hätten heute nicht gereicht", lobte Boll seinen Finalgegner in Danzig. "Patti hat fantastisch gespielt."

    Enorme Gegenwehr

    Baum bewegte sich gut, umlief ständig erfolgreich Bolls Rückhand, leistete enorme Gegenwehr in den Rallyes oder blockte zur Abwechslung hart und schnell dicht am Tisch. Der zweite Satz ging rasch an den 24-jährigen ehemaligen Jugend-Weltmeister. Danach dominierte Boll wieder das Geschehen, war noch einen Tick besser. "Hätte Patti das Niveau des zweiten Satzes gehalten, hätte ich heute verloren", sagte Boll. "Die Rallyes taten schon extrem weh. Bei Patti wundere ich mich immer, wie tief er runterkommt. Es ist beeindruckend, was er alles fischt. Es wird für mich immer schwieriger gegen ihn."

    Jörg Roßkopf war angetan von der Leistung beider. "Es war ein richtig schönes Finale mit hochklassigen Ballwechseln", sagte der Bundestrainer. "Timo musste alles geben, Patti hat ihm auch alles abverlangt." Auch Baum selbst war nicht unzufrieden. "Ich bin sehr froh über diesen zweiten Platz. Damit habe ich meine Leistung aus dem Vorjahr bestätigt. Ich habe alles versucht und bis zum letzten Ball gekämpft."

    Boll mit größerer Erfahrung

    Natürlich sei es bitter, wenn man verliere, "aber Timo ist einfach der beste Spieler. Deswegen braucht man nicht zu verzweifeln". Was sein Kontrahent ihm voraus habe seien Erfahrung - auch mit Endspielen bei großen Turnieren -, ein insgesamt höheres Grundniveau und "Kleinigkeiten", etwa im Aufschlag-Rückschlag-Spiel. Eine klas-se Leistung hatte Baum bereits im Halbfinale abgeliefert, hatte Aleksandar Karakasevic, den Serben mit dem unberechenbaren Handgelenk, gar nicht zur Entfaltung kommen lassen. "Gegen Karakasevic kann es einfach aussehen, schon deshalb, weil er körperlich nicht durchtrainiert ist", erklärte der deutsche Assistenztrainer Zhu Xiaoyong. "Aber das täuscht, denn er ist immer da, wo auch der Ball ist. Er hat ein ausgezeichnetes Ballgefühl und viele Ideen. Das macht es für seinen Gegner schwer." Baum hatte allerdings das passende Mittel: Der Rheinhesse war nahe an der Perfektion.

    Lob für Viertelfinalniederlage

    Im Viertelfinale hatte Baum von allen Deutschen den schwersten Brocken erwischt, den Weißrussen Vladimir Samsonov. Ein Raunen ging durch das Publikum, als Baum beim Stand von 5:6 im fünften Satz mit einem eingesprungenen Rückhand-Topspin punktete. Der Ex-05er legte einen Vorhandkracher zum 7:6 nach. "Da habe ich mir vorgenommen, das Spiel zuzumachen", sagte Baum. "Als Vladi ein Time Out genommen hat, habe ich gemerkt, dass er nervös ist."

    Viel Lob erntete auch Zhenqi "Lulu" Barthel trotz ihrer Viertelfinalniederlage gegen die Lokalmatadorin Li Qian. Denn kaum einer hatte ihr zugetraut, so weit zu kommen.

    Die 24-jährige amtierende Deutsche Meisterin hat ihre frühere Angst gegen Defensivsysteme abgelegt. So war die 2:4-Niederlage auch ein kleiner Sieg. "Wenn Lulu den dritten Satz gewinnt, hat sie eine reelle Chance", sagte Frauen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio. "Ich hätte gerne mal gesehen, wie Li Qian bei einem 0:3 spielt. Li Qian hat im dritten Satz ihren Rhythmus gefunden, hat sich nur noch auf die Abwehr konzentriert und keine Fehler mehr gemacht."

    Gegen Li Qian hatte die 24-Jährige in sieben, acht Spielen nur einen Satz gewonnen. In Danzig hatte sie fast mit 3:0 geführt. "Li Qian hat in den ersten Sätzen viele Fehler auf meine Topspins gemacht, kam mit meinen Noppen nicht so zurecht", sagte Barthel. "Dann hat sie sich immer besser eingestellt, und ich wusste nicht mehr, wie ich einen Punkt machen soll. Bei so vielen Vorhand-Topspins wird dann irgendwann der Arm wackelig, das Gefühl und die Kraft gehen weg."

    Gert Adolphi

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    17°C - 28°C
    Donnerstag

    14°C - 25°C
    Freitag

    17°C - 28°C
    Samstag

    18°C - 30°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!