40.000
  • Startseite
  • » Nürburgring: Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
  • Nürburgring: Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

    Nürburgring. Die Mitarbeiter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) müssen mal wieder um ihre Arbeitsplätze zittern. 140 von mehr als 380 Beschäftigten droht die Kündigung. Das drohen die NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner und Karl-Josef Schmidt jetzt in einem öffentlich gewordenen Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Nürburgring GmbH, Klaus Stumpf, an.

    Dunkle Wolken über dem "ring werk". Keine 50 000 Besucher sollen in diesem Jahr die Erlebniswelt besucht haben.
    Dunkle Wolken über dem "ring werk". Keine 50 000 Besucher sollen in diesem Jahr die Erlebniswelt besucht haben.
    Foto: Vollrath

    Nürburgring - Die Mitarbeiter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) müssen mal wieder um ihre Arbeitsplätze zittern. 140 von mehr als 380 Beschäftigten droht die Kündigung. Das drohen die NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner und Karl-Josef Schmidt jetzt in einem öffentlich gewordenen Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Nürburgring GmbH, Klaus Stumpf, an.

    Verhindert werden könne die Entlassungswelle nur, wenn das Land als Eigentümer von Rennstrecke, Hotel, Feriendorf, Erlebnisdorf Grüne Hölle, Boulevard und Ringwerk drastisch die mit der NAG vereinbarte Pacht für 2012 verringert, erklären die Geschäftsführer. Von einer Pachtminderung um etliche Millionen Euro will man bei der Landesregierung derzeit aber noch nichts wissen. Infrastrukturminister Roger Lewentz bedauert, dass die NAG dem Land "mit der Kündigung ihrer eigenen Beschäftigten droht".

    "Die Arbeitgeber am Ring werden instrumentalisiert", kritisierte der Sozialdemokrat. Nach seiner "festen Überzeugung" kann am Ring "gutes Geld verdient werden" - und wird dort von der NAG "auch gutes Geld verdient". Lewentz betont, dass es geltende Verträge gibt, die "so genau formuliert sind, dass jeder wusste, was er unterschreibt".

    Nach Informationen unserer Zeitung soll Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt den Betriebsratvorsitzenden Manfred Strack bereits telefonisch informiert haben. Strack hat derzeit Urlaub. Der stellvertretende Betriebsratvorsitzende, Heinz Hoffmann, hat dagegen erst am Montagabend von der beabsichtigten Massenentlassung erfahren. "Das war für mich ganz neu", sagte Hoffmann gegenüber unserer Zeitung. 380 Menschen sind laut Strack derzeit bei der Automotive angestellt - in Hotel und Gastronomie, im Feriendorf, in der Driving Academy, im Rennstreckenbetrieb und in der Verwaltung.

    Allerdings sind sie zu unterschiedlichen Konditionen angestellt. Nur die etwa 70 ehemaligen landeseigenen Arbeitnehmer des Rings sind durch einen Haustarifvertrag abgesichert - und damit laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi deutlich besser gestellt: in Sachen Gehälter, Zuschläge, Sonderzahlungen und Urlaubstage. "Für alle anderen sind die Bedingungen mal weniger gut, mal ziemlich mies", sagt Jürgen Rinke-Oster, Gewerkschaftssekretär bei Verdi in Koblenz.

    Wenn am Ring entlassen wird, dann müssen aber nicht nur Kellnerinnen und Köche um ihre Jobs zittern. Das würde Kollegen aus allen Unternehmensbereichen treffen - von der Putzfrau bis zum EDV-Mann", ist sich ein NAG-Mitarbeiter sicher, der nicht genannt werden will.

    Etwa 30 Menschen am Nürburgring nennen noch die Nürburgring GmbH ihren Arbeitgeber, auch fast alle von ihnen an die Automotive „ausgeliehen sind“ und auch von ihr bezahlt werden, wie Betriebsratsvorsitzender Strack sagt. Sie sind beschäftigt als Controller, Sachbearbeiter sowie als Mitarbeiter im Bauwesen.
    Dass am Ring auch ohne die schriftliche Androhung der Bosse Lindner und Schmidt Mitarbeiter vor der Entlassung stehen, wird bei einem Blick auf die Internseite des Nürburgrings klar. Denn die vom ehemaligen Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz als Jobmaschinen angepriesenen neuen Errungenschaften des Freizeit- und Geschäftszentrums laufen entweder auf Notbetrieb oder sind komplett außer Dienst gestellt worden.

    Dass am Ring auch ohne die schriftliche Androhung der Bosse Lindner und Schmidt Mitarbeiter vor der Entlassung stehen, wird auch bei einem Blick auf die Internseite des Nürburgrings klar. Denn die vom ehemaligen Ring-Geschäftsführer Walter Kafitz als Jobmaschinen angepriesenen neuen Errungenschaften des Freizeit- und Geschäftszentrums am Nürburgring laufen entweder auf Notbetrieb oder sind bereits komplett außer Dienst gestellt worden.

    Von wegen "Im Eifeldorf Grüne Hölle ist immer was los, und das zu jeder Jahreszeit", wie die Botschaft für Besucher der Nürburgring-Homepage verheißt. Denn wer sich bis zu den Öffnungszeiten der Vergnügungsstätten und Restaurants an der Rennstrecke durchklickt, bekommt einen anderen Eindruck: Das elegante Restaurant "Twenty Seven" teilt Öffnungszeiten auf Anfrage mit und nimmt Reservierungen telefonisch entgegen, ebenso das Steakhaus und das Castello, das sich auf internationale Küche und Büffets spezialisiert hat.

    Von montags bis sonntags geschlossen vermeldet aktuell das "Pick up one", das mit einem scharfen Mitternachts-Snack nach der Partynacht wirbt. Der auf bis zu 2000 Gäste ausgelegte Club "Eifelstadl" erwacht samstags von 22 bis 4 Uhr aus dem Dornröschenschlaf, lockt dann aber mit Events und Shows in die Großraum-Disko. Bleibt das Nürburger Brauhaus, das montags bis sonntags von 12 bis 22 Uhr mit zünftigen Speisen und Getränken die Stellung hält.

    Im Freizeitpark Ringwerk an 365 Tagen im Jahr das Motorsport-Abenteuer für die ganze Familie erleben zu können, ist ein schöner Traum geblieben. Von November bis März bleibt das Vergnügen auf ein verlängertes Wochenende - sprich von Freitag bis Sonntag - begrenzt. Die Ausnahme: die Zeit der Schulferien, wo täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.

    Von unseren Redakteuren Beate Au, Jan Lindner und Uli Adams

    Ring-Streit: Nervenkrieg um MillionenRing-Knatsch: CDU spricht von „Super-GAU“RZ-KOMMENTAR: Steuert die Landesregierung
 auf einen Neustart am Ring zu?Mahnverfahren gegen Pächter des NürburgringsDatenpanne: Landesregierung stellt interne Dokumente ins Netzweitere Links
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Maximilian Eckhardt

    0261/892743

    Kontakt per Mail

    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    10°C - 14°C
    Donnerstag

    4°C - 13°C
    Freitag

    2°C - 8°C
    Samstag

    6°C - 9°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!