40.000
  • Startseite
  • » Mainz im Unterhaus: Drei Charmeure altern in Würde
  • Mainz im Unterhaus: Drei Charmeure altern in Würde

    Mainz. Selbst Charmeure werden älter, und so sind die drei Jungs von Ganz Schön Feist längst zu ausgewachsenen Kerlen mit mäßigem Haarwuchs gereift. „Nicht jeder zerfällt stilvoll zu Staub wie Sean Connery“, klagt Mathias Zeh. „Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, bin ich ja drauf vorbereitet, dass ich mich verändere. Aber doch nicht so.“

    Mainz - Selbst Charmeure werden älter, und so sind die drei Jungs von Ganz Schön Feist längst zu ausgewachsenen Kerlen mit mäßigem Haarwuchs gereift. „Nicht jeder zerfällt stilvoll zu Staub wie Sean Connery“, klagt Mathias Zeh. „Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, bin ich ja drauf vorbereitet, dass ich mich verändere. Aber doch nicht so.“

    „Klassentreffen“ nennt das Göttinger Trio seine neue CD und das neue Programm, das es nun im Unterhaus vorstellte. Davor mussten Zeh, Rainer Schacht und Christoph Jess ihre neuen Stücke oft in ollen Stadthallen aus den 50ern und 60ern spielen. „Denen sieht man heute noch den Hass der Architekten auf die zukünftigen Benutzer an“, erzählt Schacht. „Das ist in diesem Teilchenbeschleuniger anders. Ich würde sogar sagen: Das hier ist ’ne echte Liebesröhre.“

    Insofern ist das Unterhaus ein ideales Pflaster für Ganz Schön Feist. Schließlich dreht sich ein Großteil ihrer Popacappellacomedy um die großen Gefühle zwischen den Geschlechtern, auch wenn die Texte dem Thema eine sehr eigene Wendung geben.

    Zehs Stimme kommt schmusig daher, leicht aufgeraut und sanft. Seine Kollegen begleiten ihn im Satzgesang oder mit sparsamer Instrumentierung. Jess greift schon mal zum Cajón oder Schacht zur akustischen Gitarre, vor allem aber sind es die Stimmen, die wirken. Ganz Schön Feist könnte in romantische Welten entführen, wären da nicht diese Verse: „Männer sind halt Jäger und Sammler. / Laut meiner Freundin sind wir träger und lahmer“, heißt es in „Messi“ zu einer Melodie, die eigentlich einem anspruchsvollen Schlager gut stünde.

    Zehs Liedtexte nehmen oft das starke, vor allem aber das angeblich so schwache Geschlecht auf den Arm. In „Tage“ heißt es von der Freundin, die ein Mal pro Monat zur Bestie wird: „Ich sag’ immer, sie kann nix dafür, / ihre Hormone machen ein Monster aus ihr.“ Bei der Frauenwelt kommen Zehs kleine Spitzen gut an. Er darf sogar mit dem herrlichen Klassiker aus den 90ern der Dame seines Herzens gefühlvoll vorwerfen: „Du willst immer nur ficken.“

    Ganz Schön Feist bietet samtweichen Gesang, gepaart mit Witz, originellen Arrangements und einem ordentlichen Schuss Selbstironie. Seit gut 30 Jahren bejubeln die Fans diese Kunst beständig – und das zu Recht.

    Gestandene Frauen behaupten gar, dass Mathias Zehs berückendes Timbre ihnen auch heute noch „langsam das Hosenbein hochkrabbelt“. Das ist doch mal was. Damit lässt sich bestimmt in Würde altern.  Gerd Blase

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Jochen Magnus

    Mail | 0261/892-330

    Abo: 0261/9836 2000

    Anzeigen: 0261/9836 2003

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Montag

    -4°C - 2°C
    Dienstag

    1°C - 3°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Donnerstag

    4°C - 8°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!