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    Sechs Jahre nach seinem Regiedebüt "Station Agent" kommt die zweite Regiearbeit des Amerikaners Tom McCarthy in die Kinos.

     Sechs Jahre nach seinem Regiedebüt "Station Agent" kommt die zweite Regiearbeit des Amerikaners Tom McCarthy in die Kinos.

     

    In "Ein Sommer in New York - The Visitor" geht es um eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem Uni-Professor Walter und dem illegalen Einwanderer Tarek. Und es geht wieder um Außenseiter in der amerikanischen Gesellschaft. Dabei interessieren den 41 Jahre alten Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler ("Syriana", "Good Night, and Good Luck", "Meine Braut, mein Vater und ich") vor allem die ganz normalen Menschen.

     

    Tom McCarthy, der deutsche Titel Ihres neuesten Filmes lautet "Ein Sommer in New York", ist das nicht völlig unpassend?


    Tom McCarthy: Ja, ich habe das auch letztens erfahren, aber leider haben wir keinerlei Einfluss auf die ausländischen Filmtitel. Er trifft den Kern des Films tatsächlich nicht wirklich. "The Visitor" habe ich selbst sehr bewusst gewählt, zum einen weil wir ja alle überall, irgendwie Besucher sind, und zum anderen, weil Walter zum Besucher in seiner eigenen Wohnung aber auch in einer für ihn fremden Welt wird. Und Tarek und seine Freundin sind ebenfalls Besucher in New York, aber nicht sehr willkommene.

     

    Ist "Ein Sommer in New York" also ein politischer Film?


    Natürlich geht es um die Einwanderungspolitik in den USA und wie hier mit Ausländern umgegangen wird. Es geht aber auch darum, dass man nie weiß, wie es weiter geht, welche Konsequenzen auch nur die unwichtigsten Handlungen oder Ereignisse haben - wie in dem Film die Fahrt mit der U-Bahn, bei der Tarek von der Einwanderungsbehörde geschnappt wird. Es ist aber auch eine ganz zarte, außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Walter und Tareks Mutter Hiam. Mich interessieren eigentlich immer die normalen Menschen. Denn jeder hat eine interessante Geschichte und manchmal verbergen sich hinter den Menschen, die am skurrilsten wirken, die normalsten. Wie Walter zum Schluss, der Djembé-spielend im U-Bahn-Gang sitzt. Solchen Menschen begegnet man täglich, man weiß aber nie, wie sie zu dem gekommen sind, wo sie gerade sind oder was sie machen.

     

    Stichwort Djembé - Warum muss der Wirtschaftsprofessor Walter in dem Film unbedingt dieses westafrikanische Instrument lernen?


    Diese Trommeln faszinieren mich, und ich wollte das Tarek ein Musiker ist. In New York gibt es zahlreiche Djembré-Gruppen, die überall in der Öffentlichkeit spielen und wie Vögel durch die Stadt flirren. Sie sind schön, so beeindruckend. Ich war einfach völlig fasziniert.

     

    Sie haben bisher vor allem als Schauspieler gearbeitet, sind in Roland Emmerichs "2012" zu sehen und bald auch in Peter Jacksons "In meinem Himmel". Reizt es Sie nicht auch, in ihren eigenen Filmen mitzuspielen.


    Ja, ich denke immer mal wieder darüber nach, aber dann denke ich "Oh nein, das ist zu viel für mich." Und dann kommen da immer andere Schauspieler, von denen ich glaube, dass sie viel besser zu der Rolle passen. Die Schauspielerei und die Regiearbeit ergänzen sich einfach großartig. Wenn ich mit Regisseuren wie Jackson oder Emmerich spiele, kann ich so viel lernen und mir abgucken. Das ist eine wunderbare Quelle für meine Arbeit als Regisseur.


    Interview: Britta Schmeis

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