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    Die Frage beschäftigt die Menschen seit Urzeiten: Was kommt nach dem Tod? Nun hat sich auch der Erfolgsregisseur Peter Jackson mit seinem neuen Film "In meinem Himmel" an den Stoff gewagt - und dabei verhoben.

    Die Frage beschäftigt die Menschen seit Urzeiten: Was kommt nach dem Tod? Nun hat sich auch der Erfolgsregisseur Peter Jackson mit seinem neuen Film "In meinem Himmel" an den Stoff gewagt - und dabei verhoben. Während er in seinen Megafilmen "Herr der Ringe" oder "King Kong" selbst skeptische Zuschauer mit Riesenaffen, Zwergenwesen und monumentalen Schlachten beeindrucken konnte, übertüncht der neuseeländische Regisseur nun die einfühlsame Romanvorlage mit Spezialeffekten.

    Die Geschichte alleine wäre schon wirksam genug: "In meinem Himmel" (Original: "The Lovely Bones") erzählt nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Alice Sebold von einem Mädchen, das vergewaltigt und ermordet wird und im Jenseits weiterlebt. Trotz Starbesetzung überzeugte der Film nicht. Nur die irische Nachwuchsdarstellerin Saoirse Ronan in der Hauptrolle sowie US-Schauspieler Stanley Tucci in der Rolle des Mörders sicherten sich wichtige Filmpreis- Nominierungen, Tucci auch als bester Nebendarsteller für einen Oscar.

    "Mein Name ist Salmon, also Lachs, wie der Fisch. Vorname Susie. Ich war 14 Jahre alt, als ich ermordet wurde." Mit einer Stimme aus dem Off beginnt das Psychodrama, das am Anfang packend und beklemmend ist, gegen Ende aber langatmig und klischeehaft wird. Susie (Ronan) wächst in einer glücklichen Familie in Pennsylvania auf. Eines Tages fängt sie ihr Nachbar George Harvey (Tucci) auf dem Heimweg ab und vergewaltigt sie. Nach dem Mord bleibt Susie in einer surrealen Welt zwischen Leben und Tod hängen, von der sie das Leiden ihres Vaters (Mark Wahlberg) und ihrer Mutter (Rachel Weisz) beobachtet. Vor allem die realen Szenen treffen den Ton des Buches. Dagegen hat Jackson mit dem Versuch, eine fantastische Traumwelt zwischen Himmel und Erde darzustellen, zu tief in die Romantik-Kiste gegriffen. In Bonbonfarben rollen Bälle durch eine Berglandschaft, satte Wiesen wiegen sich in Zeitlupe zu dramatischer Musik im Wind und andere ermordete Mädchen begegnen Susie lachend im Himmel. Die Lawine visueller Effekte begräbt die eigentliche Handlung unter sich.

    Auch die Besetzung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlungsstränge am Ende wahllos aneinandergereiht wirken. Die düstere Geschichte halten einzig Hauptdarstellerin Ronan und Tucci zusammen. Die erst 15 Jahre alte Ronan hatte sich schon in dem Melodram "Abbitte" neben Keira Knightley mit einem schwierigen Stoff auseinanderzusetzen und damals eine Oscar-Nominierung bekommen. Sie spielt ihre Rolle auch jetzt wieder brillant und ohne zu viel Pathos. Und Tucci wirkt als Mr. Harvey mit seiner Kastenbrille, dem Schnauzbart und seinem fettigen Haar so monströs normal, dass er das Potenzial hat, die Zuschauer in ihre schlimmsten Alpträumen zu verfolgen. Die Szene in der er Susie in ein selbst gegrabenes Loch unter einem Maisfeld lockt, ist die schlimmste, aber auch die überzeugendste des Films. Obwohl die Vergewaltigung selbst nicht zu sehen ist, ist der Film zarten Gemütern nicht zu empfehlen.

    Ablenkung von all dem Elend bringt Oscar-Preisträgerin Sarandon ("Dead Man Walking"). Sie spielt Susies exzentrische Großmutter mit einem Faible für Alkohol und Zigaretten. "In so einer schrecklichen Geschichte, braucht man Momente zum Lachen", erklärte Sarandon.

    Jackson sagte, er habe mit "In meinem Himmel" die Genres mischen wollen. Ein bisschen Thriller, ein bisschen Fantasy, ein bisschen Komödie. Es solle ein "positiver" Film sein, der sich mehr um den tröstenden Gedanken über ein Leben nach dem Tod als um den Mord selbst dreht. Doch so wird der Film mehr zum Mischmasch, bei dem am Ende nicht klar ist, was der Regisseur zum Ausdruck bringen will. Obwohl der Filmstart mehrmals verschoben wurde, um pünktlich zur Oscar-Saison zu laufen: In der Königskategorie "Bester Film" ging er bei den Nominierungen kürzlich leer aus.

     

    Von Annette Reuther

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