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  • Hier kommt Lola!

    Es ist der Traum vieler Mädchen: Als Sängerin auf der Bühne stehen, vor sich gleißendes Scheinwerferlicht und jubelnde Fans. Auch Lola Veloso wäre gern ein Popstar, und sie hat sogar einen Künstlernamen: Jacky Jones. Doch bislang ist sie nur in ihrer Fantasie berühmt.

    Es ist der Traum vieler Mädchen: Als Sängerin auf der Bühne stehen, vor sich gleißendes Scheinwerferlicht und jubelnde Fans. Auch Lola Veloso wäre gern ein Popstar, und sie hat sogar einen Künstlernamen: Jacky Jones. Doch bislang ist sie nur in ihrer Fantasie berühmt. In Wirklichkeit ist die Neunjährige gerade aus der Provinz nach Hamburg gezogen. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als eine beste Freundin, mit der sie ihre Geheimnisse und Träume teilen kann. Leider hat sie keine Ahnung, wo und wie sie so ein Mädchen finden kann. Die Geschichten rund um Lola, ihren brasilianischen Papa und ihre Familie starten nach dem großen Erfolg der Bücher von Isabel Abedi nun auch im Kino. "Hier kommt Lola" läuft am 4. März an - ein unterhaltsamer, gut gemachter Familienfilm mit viel Musik, dem man allerdings ein schwungvolleres Ende gewünscht hätte. Einfühlsam schildert der Film die Sorgen und Nöte, die Kinder in Lolas Alter zwischen Zickenalarm, übervollem Terminkalender und Schulstress haben: Wie finde ich meinen Platz in der Klasse? Wem kann ich vertrauen? Worauf kommt es bei einer Freundschaft an? Dass der Film so lebensnah wirkt, liegt vor allem an Lola-Darstellerin Meira Durand, die ihre Rolle mit großer Spielfreude, Frische und Charme ausfüllt. Selber erst neun Jahre alt, kennt sie die Probleme der fantasie-sprühenden Lola. Auch die vielen Gesangsszenen meistert sie gut, singt sie doch seit Ende 2007 an der Komischen Oper in Berlin. Der Musical-Darsteller Fernando Spengler aus Kuba ist Lolas heiß geliebter Papa Fabio, der sich mit einem brasilianischen Restaurant einen Traum erfüllt, nach Kräften unterstützt von seiner Frau Viktualia (Julia Jentsch) und deren Eltern (Axel Prahl und Margarita Broich). Eine glückliche Familie - bis Fabio ausgerechnet Penelope (Nora Tschirner) als Kellnerin engagiert. Sie ist die Mutter von Lolas verhasster Klassenkameradin Flo (Felina Czycykowski), die entsetzlich nach Fisch stinkt. Doch auf das Maulen seiner Tochter nimmt Fabio keine Rücksicht. Und so müssen die beiden Mädchen sehen, wie sie miteinander klarkommen, wenn Flo ihre Mutter mal wieder nachmittags ins Restaurant begleiten muss. Lola ist stolz darauf, einen brasilianischen Vater zu haben. Vor dem Umzug hatte die Familie in ihrem Dorf aber mit Vorurteilen zu kämpfen. "Wäscht sich dein Vater eigentlich nie?" wird Lola in Anspielung auf Fabios dunklere Hautfarbe gefragt. Regisseurin Franziska Buch (Bibi Blocksberg) reizte besonders der normale Umgang der Velosos mit ihrem multikulturellen Hintergrund: "In der Familie begegnen sich verschiedene Kulturen mit großer Selbstverständlichkeit", sagt sie. "Probleme werden nicht ausgeklammert, die Tatsache, dass der Vater farbig ist, wird aber auch nicht überproblematisiert, wie das früher so oft passiert ist." Gerade für Kinder in Großstädten sei es heute ganz normal, dass in einer Klasse Schüler unterschiedlicher Kulturen sitzen. "Das ist so ein ganz anderer Umgang mit dem Thema, als er in meiner Generation üblich war." Vergnüglich ist der Film auf jeden Fall. Leider verliert er gegen Ende an Tempo. So ist eine der letzten Szenen recht lang geraten, in denen eine vermeintliche Ratte bei der Eröffnung von Fabios Restaurant für Chaos sorgt. Ein Lied, das die Beziehung zwischen Lola und ihrer neuen besten Freundin besiegelt, findet dagegen keinen Platz mehr im Film. Wer auf den großen, gemeinsamen Auftritt der beiden Mädchen wartet, muss sich bis zum Abspann gedulden. Und trotzdem: Auch wer die Lola-Bücher nicht kennt, wird den quirligen, liebenswerten Lockenkopf mit den verrückten Ideen nach dem Film ins Herz geschlossen haben.

    Von Cordula Dieckmann

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