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  • Nicht alle Altkleider-Container dienen einem gutem Zweck

    Mainz. Rund 750.000 Tonnen alte Klamotten werden in Deutschland jährlich gesammelt. Ein Millionengeschäft, das auch in Rheinland-Pfalz so manches schwarze Schaf anzieht.

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    Umfrage: Spenden Sie Altkleider?

    Rund 750.000 Tonnen alte Klamotten werden in Deutschland jährlich gesammelt. Ein Millionengeschäft, das auch in Rheinland-Pfalz so manches schwarze Schaf anzieht. Was machen Sie eigentlich mit den alten Sachen, die Sie nicht mehr anziehen?

    Ich spende Sie an bekannte karitative Gruppen wie etwa das DRK.
    55%
    Ich gebe sie bei der nächsten Sammlung ab, wo auch immer.
    19%
    Ich gebe sie privat im Bekanntenkreis weiter.
    7%
    Ich besuche Kleiderpartys oder tausche sie mit Freunden.
    1%
    Ich trage Klamotten, bis sie mir vom Leib fallen.
    11%
    Ich werfe alles weg, was ich nicht mehr haben will.
    7%
    Stimmen gesamt: 265

    Mainz - Draußen wird es kalt - höchste Zeit, die Wintergarderobe herauszukramen und unter die Lupe zu nehmen.

    Sind Schals, Hosen oder Mäntel aus der Mode gekommen, versprechen Altkleider-Container eine soziale Verwendung. Allein das Deutsche Rote Kreuz hat in Rheinland-Pfalz 1650 derartige Sammelbehälter aufgestellt. Doch Experten warnen: Es sind auch unseriöse Anbieter auf dem Markt. Die Städte beobachten die Kleidersammler daher und haben auch schon illegale Container entfernt, wie eine Umfrage ergab.

    „Leider versuchen immer wieder "schwarze Schafe", unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit in die eigene Tasche zu wirtschaften“, teilt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier mit. Sie ist für die Überwachung des Sammlungsrechts im Land zuständig. Auf Behältern oder Werbezetteln werde der falsche Eindruck erweckt, es werde für einen guten Zweck gesammelt. Die Behörde reagiert dann mit einem Verbot - wie beispielsweise im März 2009. Ein Verein mit Sitz in Berlin musste daraufhin das Design seiner Container ändern.

    Nach Schätzungen werden deutschlandweit mindestens 750.000 Tonnen Textilien im Jahr gesammelt. Die Preisspanne für ein Kilogramm unsortierter Kleidung liegt zwischen 20 und 25 Cent - ein kleiner Betrag, aber in der Summe ein Millionengeschäft. „Statt karitativer Organisationen profitieren nur allzu oft gewerbsmäßige Altkleidersammler“, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Auch sie empfiehlt deshalb einen genauen Blick auf Container und Werbezettel.

    Mehr als 100 Organisationen und Gruppen, kirchennahe und nicht konfessionell gebundene Einrichtungen haben sich im Kampf gegen unseriöse Konkurrenten zum Verband „FairWertung“ zusammengeschlossen. Sie wollen soziale und umweltverträgliche Standards einhalten und wahrheitsgemäße Angaben über Zweck und Verwendung der Sammlungen machen. Mitglieder sind unter anderen der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Trier, der Caritasverband für die Diözese Speyer und „Die Brücke“ in Kirchheimbolanden.

    Sammlern müssen sich in Mainz anmelden

    Auch die Kommunen versuchen, die Kleidersammler im Blick zu behalten. Die Stadtverwaltung MAINZ verweist auf das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, wonach jeder, der Wertstoffe sammelt, dies bei den Umweltämtern anzeigen muss. „Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ist außerdem eine sogenannte Sondernutzungserlaubnis nach dem Landestraßengesetz erforderlich“, erklärt eine Sprecherin der Landeshauptstadt. Auf privaten Grundstücken entscheide der Eigentümer. Auf den Mainzer Wertstoff- und Recyclinghöfen gebe es zudem Container für Altkleider und Lumpen - die Stadt arbeite hier mit gemeinnützigen Sammlern zusammen.

    Wenn keine verkehrs- oder ordnungsrechtlichen Gründe dagegen sprechen, dann wird in BAD KREUZNACH üblicherweise ein Altkleider-Container auf einer öffentlichen Fläche genehmigt. „Eine Höchstzahl von Containern ist nicht festgelegt“, erklärt Helge Oberst, Leiter der Haupt- und Organisationsabteilung. „Es wird hier nicht zwischen caritativen und gewerblichen Aufstellern unterschieden.“ Die Gemeinnützigen müssen aber keine Gebühren bezahlen. „In den letzten Jahren wurden vermehrt Anträge von gewerblichen Sammlern gestellt, das regelt sich aber durch die begrenzten Aufstellmöglichkeiten“, teilt Oberst mit.

    Illegale Container in Koblenz entfernt

    Auch in KOBLENZ ist eine Erlaubnis der Stadt nötig, wenn man einen Altkleider-Container auf öffentlichen Plätzen aufstellen möchte. „Bei uns sind es bisher nur caritative Organisationen“, teilt Thomas Knaak von der Stadtverwaltung mit. Auch illegale Container seien schon aufgetaucht und mussten dann entfernt werden. Ein größeres Müllproblem verursachen die Klamottensammlungen nicht, denn die Plätze würden regelmäßig gereinigt.

    Probleme mit illegal aufgestellten Containern gab es auch schon in NEUSTADT an der Weinstraße. Sie wurden weggeschafft, weil sich die Eigentümer nicht meldeten, wie eine Sprecherin der Stadt berichtet. Vom kommendem Jahr an soll das Aufstellen der Container genau geregelt werden, dann werden auch Gebühren fällig. Unterschiede zwischen privaten und caritativen Anbietern sollen aber nicht gemacht werden.

    In TRIER werden die Verträge für Container seit 2012 nicht mehr von der Stadt vergeben, die Bewirtschaftung hat nun der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier übernommen. Nach Einschätzung eines Stadtsprechers hat die Zahl der Container zugenommen, die illegal aufgestellt werden. Diesen Verstößen gehe die Stadt konsequent nach. Isabell Scheuplein

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