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CDU spricht von "Desaster" am Nürburgring

Mainz - Nach den angekündigten Entlassungen am Nürburgring nimmt die rheinland-pfälzische CDU die Landesregierung ins Visier. CDU-Landtagsfraktionschefin Julia Klöckner sprach am Freitag von einem "offensichtlichen Scheitern" der Betreiber und einer "politischen Insolvenz" des Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD).

dpa

Die Oppositionsführerin wertete die geplanten Kündigungen als "sehr bittere Nachricht für die Arbeitnehmer und ihre Familien - und das auch noch kurz vor Weihnachten".

Sie müssten die Rechnung dafür begleichen, dass die Landesregierung über Jahre hinweg nicht in der Lage gewesen sei, den mit mehr als 300 Millionen Euro Steuergeld finanzierten Ausbau der Eifel-Rennstrecke zum Erfolg zu führen." Die im März aus dem Landtag geflogene FDP stieß ins gleiche Horn: "Für die Konzeptionslosigkeit von Rot-Grün zahlen die Bürger mit ihrem Steuergeld und die Nürburgring-Beschäftigten mit ihren Arbeitsplätzen." Die Linke im Kreis Ahrweiler teilte gar mit: "Manager gehen über wirtschaftliche Leichen." Die CDU kündigte eine Debatte über die Entlassungen nächste Woche im Landtag an. Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück.

Die Regierungsfraktion der Grünen sucht nach eigenen Angaben das Gespräch mit dem Betriebsrat am Nürburgring. Fraktionschef Daniel Köbler sagte, nötig sei ein "betriebswirtschaftlich darstellbares, für die Zukunft tragendes Konzept, das auch die Belange der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigt. Dies muss absolut transparent sein und in die regionalen Wirtschaftsstrukturen passen."

Laut Betriebsrat sind an der Rennstrecke Massenentlassungen geplant. In Medienberichten war von 140 der 380 Mitarbeiter der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) die Rede. Hintergrund ist der Streit mit dem Land über die sich stufenweise erhöhende Millionenpacht. Die NAG hatte auch angesichts der Besucherflaute in den kühleren Monaten niedrigere Zahlungen gefordert, damit aber bei der Landesregierung auf Granit gebissen.

Die Linke im Kreis Ahrweiler monierte: "Der Steuerzahler finanziert mit Millionen in dreistelliger Höhe das Wohlergehen von dubiosen Finanziers, Investoren, Beratern und profitgierigen Trittbrettfahrern. Der ehemals gute Weltruf des Nürburgrings wurde zugunsten einer die Landschaft zerstörenden Geister-Kirmes verspielt."

CDU-Fraktionschefin Klöckner nannte es eine Farce, dass sich die von der Landesregierung ausgewählten Betreiber nun auf die "ertragreiche Rennstrecke" konzentrieren wollten, statt den Freizeitpark endlich zum Laufen zu bringen. "Die Rennstrecke ist nicht dazu da, den sogenannten Erlebnispark zu finanzieren. Vielmehr sollten die neuen Freizeiteinrichtungen die Defizite aus dem Rennbetrieb ausgleichen." Mit der Konzentration auf die Rennstrecke drohe die neue Infrastruktur zur Investitionsruine zu werden.

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