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  • Elfmeter-Rekord in der Bundesliga: Ein Drama in fünf Akten

    Wolfsburg. Im Fußball gibt es immer wieder Neues. Neue Dramen, neue Kuriositäten, neue Rekorde. Der Fußball lebt davon, dass Dinge erstmals passieren und dann zu Gesprächsstoff werden. Es mag Experten geben, die anderer Meinung sind. Die behaupten, im Spiel elf gegen elf bereits alles gesehen zu haben. Denen aber wird in unregelmäßigen Abständen die Grundlage der Argumentation entzogen. So auch jetzt wieder, durch den siebten Spieltag der Saison 2016/17, der in Erinnerung bleiben wird. Weil sich die Profis vom Elfmeterpunkt so nervenschwach wie nie zuvor gezeigt haben.

    Am vergangenen Wochenende verschossen fünf Bundesliga-Akteure einen Elfmeter. Das ist eine Welle des Scheiterns, die es seit 1963, seit dem Start der Bundesliga, nicht gegeben hat. Fünf vergebene Strafstöße: Für die einen ist das ein Drama, für die anderen eine Kuriosität. In jedem Fall ist es ein Rekord, der vielleicht nicht für die Ewigkeit, aber zumindest für eine sehr lange Zeit Bestand haben dürfte.

    Den Anfang hatte der Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang gemacht, der gegen Hertha BSC an Rune Jarstein scheiterte. Die Gladbacher Andre Hahn und Lars Stindl legten nach: Hahn kam an Rene Adler, dem Keeper des Hamburger SV, nicht vorbei, Stindl traf die Latte. Antonio-Mirko Colak (Darmstadt 98) hatte gegen den Mainzer Jonas Lössl das Nachsehen. Beendet wurde der Elfmeter-Irrsinn durch Leipzigs Emil Forsberg mit ordentlich Verve: Der Schwede schoss den Ball aus elf Metern gefühlt ebenso weit am Kasten vorbei.

    Es gerät bei so viel Schludrigkeit aus elf Metern zur Fußnote, dass es fünf Akteure vom Punkt aus besser gemacht haben: Andrej Kramaric (Hoffenheim), Anthony Modeste (Köln), Lukas Hinterseer (Ingolstadt), Yunus Malli (Mainz) und Jerome Gondorf (Darmstadt) trafen. Die Frage des Wochenendes gilt natürlich dem glücklosen Quintett: Warum scheitern gleich fünf Profis an einem Spieltag vom Punkt aus?

    Bei Colak ist der Fall klar - zumindest, wenn es nach Darmstadts Trainer Norbert Meier geht. Colak war vor seinem Strafstoß gefoult worden, und Meier zählt zu den Verfechtern einer Theorie, die besagt, dass der Gefoulte einen Elfmeter nie und nimmer selbst ausführen darf. "Antonio ist noch jung. Er wird daraus lernen", wandte sich Meier sogleich im Stile eines Oberstudienrates an seinen Schützling - und hat in dieser Thematik selbst etwas Nachhilfe nötig: Die Universität Halle-Wittenberg hat die Legende der gefoulten Fehlschützen längst widerlegt.

    In einer Studie hat die Hochschule vor ein paar Jahren alle 835 Foulelfmeter der Bundesliga-Statistik zwischen August 1993 und Februar 2005 ausgewertet - ein Zeitraum lang genug, um daraus Rückschlüsse fürs Allgemeine ziehen zu können. 102 Strafstöße wurde zwischen 1993 und 2005 von gefoulten Spielern ausgeführt, also etwa ein Achtel aller Elfmeter. Das Ergebnis: Die Erfolgsquote der Gefoulten lag bei 73, die der nicht gefoulten Schützen bei 75 Prozent - ein minimaler Unterschied, der Meier nicht als Antriebsfeder seines Rüffels in Richtung Colak gedient hat. Dass der Mainzer Malli im gleichen Spiel traf, obwohl er ebenfalls gefoult worden war, kehrt die Theorie weiter ins Absurde.

    Fakt ist, dass Elfmeterschützen unter Druck stehen. Der Zufall wollte es diesmal so, dass die Schiedsrichter zehn Elfmeter gaben, was an sich schon rekordverdächtig ist. So viele gab es in der Bundesliga zuletzt am 4. Spieltag der Saison 1986/87. Der Rekord liegt bei zwölf Strafstößen am 12. Spieltag der Saison 1971/72. Und bei zehn oder zwölf Elfmetern fällt eine 50-Prozent-Quote eben eher auf als bei zwei Strafstößen, von denen nur einer verwandelt wird.

    Wenn überhaupt, wird der Sache eine andere Fragestellung eher gerecht. Es sollte nicht: "Warum wird verschossen?" lauten. Sondern: "Was können Spieler tun, um es besser zu machen?" Dazu ein Tipp des früheren Bundesligaprofis und heutigen Sportpsychologen Martin Meichelbeck: "Ein Elfmeterschütze muss sich klarmachen, was für ein positives Gefühl es ist, wenn der Ball von seinem Fuß aus reingeht. Dieses positive Denken ist die wichtigste Voraussetzung."

    Und wenn es doch schief geht? Dann hilft nur eins: aus dem Feld heraus treffen. So wie Aubameyang und Forsberg am Wochenende.

    Christoph Erbelding

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