40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Regionalsport
  • » Fußball Männer
  • » Regionalliga
  • » Die Probleme der TuS sind nicht nur sportlicher Natur
  • Aus unserem Archiv

    KoblenzDie Probleme der TuS sind nicht nur sportlicher Natur

    Die größte Überraschung nach dem Montags-Fernsehspiel der Fußball-Regionalliga Südwest war, dass beim Tippspiel im VIP-Raum keine der "ganz wichtigen Personen" das Ergebnis richtig vorausgesagt hatte. Ein 0:0 zwischen Eintracht Trier und TuS Koblenz hatte doch so nahe gelegen; schließlich standen sich im Rheinland-Derby die beiden bislang angriffsschwächsten Teams der vierthöchsten Spielklasse gegenüber.

    Solche Torraumszenen wie hier mit TuS-Stürmer Danko Boskovic (Mitte) waren in der Regionalligapartie zwischen Eintracht Trier und Koblenz kaum zu sehen - das 0:0 der beiden Traditionsmannschaften aus dem Rheinland war fußballerische Magerkost.  Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher
    Solche Torraumszenen wie hier mit TuS-Stürmer Danko Boskovic (Mitte) waren in der Regionalligapartie zwischen Eintracht Trier und Koblenz kaum zu sehen - das 0:0 der beiden Traditionsmannschaften aus dem Rheinland war fußballerische Magerkost.
    Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher

    Ein fußballerischer Leckerbissen hatte sich also von vorne herein nicht abgezeichnet im Duell des 15. gegen den 18., und die Protagonisten wurden den bescheidenen Erwartungen gerecht. Ob mit (viel zu) langen Bällen, gern in Kopfhöhe der Angreifer geschlagen (so die TuS), oder mit sinnlosen Dauerdribblings von Nirgendwo nach Nirgendwo wie die Eintracht, die beiderseits soliden Defensivreihen gerieten kaum einmal ernsthaft in Gefahr.

    Auf der Suche nach dem Positiven

    Folgerichtig hinterließ die Nullnummer im Moselstadion nicht nur bei den Fernsehzuschauern, sondern auch bei den Beteiligten eine gewisse Ratlosigkeit. Am deutlichsten zu erkennen beim Trierer Trainer Peter Rubeck, der seine Spielanalyse mit der Feststellung begann: "Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich bin zufrieden", um dann nach weitschweifigen Ausführungen über drei Torchancen seines Teams, einen 19-Jährigen in der Anfangself und die Frage, welcher Ersatztorwart auf der Bank Platz nehmen durfte, zu dem Fazit zu kommen: "Im Endeffekt sind wir zufrieden."

    Das Positive suchten natürlich auch die Koblenzer und hatten es nach dem Auswärtspunkt dabei vielleicht etwas einfacher. "Wir haben unser Minimalziel erreicht", meinte etwa Abwehrchef Daniel Reith, "auch wenn wir uns eigentlich mehr vorgenommen hatten. Immerhin haben wir uns gegenüber dem 0:3 gegen den FCK gesteigert und zu Null gespielt." Was er über das hektische Spiel nach vorn und die zahlreichen schnellen Ballverluste zu sagen hatte, mag der eine oder andere in Koblenz nicht (mehr) gern hören, es ist aber die Realität: "Man darf nicht vergessen, dass es für die vielen jungen Spieler, die neu in der Liga sind, nicht leicht ist, mit dem Druck umzugehen." Kapitän Anel Dzaka indes bemühte einmal mehr das Mantra der (relativ) Erfolglosen: "Wenn wir weiter so arbeiten, werden wir auch belohnt."

    Probleme sind nicht nur sportlich

    Zuversicht kann die TuS vielleicht aus dem Fakt ziehen, dass offenbar auch andere Teams in der Regionalliga, in diesem Fall die nicht minder ruhmreiche Trierer Eintracht, fußballerisch, wirtschaftlich und personell äußerst dürftig aufgestellt sind. Es zeichnet sich nämlich ab, dass die sportlichen Unzulänglichkeiten derzeit nicht das größte Problem in Koblenz sind.

    Die Trennung von Co-Trainer Michael Maur, die angeblich auf Betreiben der Mannschaft vollzogen wurde, während Chefcoach Evangelos Nessos mit seinem Assistenten dem Vernehmen nach gut zurecht kam, spricht nicht eben für harmonische Verhältnisse. "Wir wissen, dass die Entscheidung umstritten ist", räumte Präsidiumsmitglied Frank Linnig ein, "aber wir haben nun mal so entschieden und stehen dazu." Ob Maurs Entlassung ein Fehler war oder ein Befreiungsschlag, wird man eh erst anhand der nächsten Ergebnisse feststellen können. Mit Gilbert Gorges, bisher bei der zweiten Mannschaft und in Trier an der Seite von Nessos, dürfte der neue Co-Trainer bereits gefunden sein.

    Der vollzogene Rücktritt des Sportlichen Leiters Tom Theisen und der bevorstehende Abschied von Geschäftsführer Ulrich Schulte-Wissermann, geplant für Ende Oktober, lässt Frank Linnig mehr oder weniger allein auf der TuS-Kommandobrücke zurück. Der Sponsor (eher Mäzen), der sich dieser Tage erneut anschickt, aus eigener Tasche eine Liquiditätslücke im Etat zu schließen, fungiert auch als Mitglied des Präsidiums und des Aufsichtsrats sowie, wenn man so will, als Quasi-Manager.

    Linnig war auch der einzige Vereins-Offizielle, der die Mannschaft nach Trier begleitet hatte. "Ein bisschen überfordert und allein gelassen fühle ich mich schon", räumte er ein.

    Die Stelle des Geschäftsführers ist ausgeschrieben (die RZ berichtete), ein sportlich Verantwortlicher muss wohl auf anderem Weg gefunden werden. Das ist nicht einfach, denn die Stellenbeschreibung gleicht der für die sprichwörtliche Eier legende Wollmilchsau. Der Traumkandidat sollte nicht nur erfahren, fachkundig und (möglichst international) gut vernetzt sein, er muss zudem auch die Bereitschaft mitbringen, den anspruchsvollen Job quasi ehrenamtlich zu verrichten. Denn ausreichend Geld für eine adäquate Entlohnung des neuen Wundermannes hat die TuS nicht, ebenso wenig wie für einen von manchen geforderten Trainerwechsel. "Ob wir einen finden, der zu den selben Bedingungen arbeitet wie Tom Theisen oder ich", sagt Linnig mit einem leisen Lächeln, "halte ich für sehr fraglich."

    Das erhoffte Sponsorenwunder nach dem vollzogenen Schuldenschnitt ist vorerst ausgeblieben, die sportlichen Resultate liefern nicht eben Rückenwind. Gespräche mit einem potenten Geldgeber laufen immer noch, wie aussichtsreich sie sind, mag sich jeder selbst ausmalen.Und doch reden die verbliebenen Aufrechten nicht von Resignation. Im Gegenteil. Auf die Frage, ob er den Beispielen der (Ex-) Kollegen folgend über einen Rückzug aus der Verantwortung nachdenke, antwortete Linnig mit fester Stimme: "Genauso wenig wie vor einem Jahr."

    Und auch Trainer Evangelos Nessos ("Wir können mit dem einen Punkt gut leben") gab sich nach der durchwachsenen bis dürftigen Vorstellung seines Teams so kämpferisch, wie ihn der eine oder andere Fan wohl gern öfter auch am Spielfeldrand erleben würde: "Jammern hilft doch nichts. Es soll keiner glauben, dass hier demnächst alles zusammenbricht. Einfach kann jeder; ich laufe jedenfalls nicht weg."

    Von unserem Redakteur

    Stefan Kieffer

    Fußball-Regionalliga
    Meistgelesene Artikel
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Regionalsport Mix
    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Regionalsport
    • Newsticker
    • Lokalticker