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    KoblenzBei TuS Koblenz ist wieder richtig Zug drin

    Im Regelfall hält sich Evangelos Nessos bedeckt, was seine Personal- und Aufstellungsplanungen angeht. Der Konkurrenzkampf soll leben, niemand sich zu sicher fühlen. Aber nach dem letzten Vorbereitungsspiel seiner Mannschaft gegen den israelischen Erstligisten Beitar Jerusalem am Freitagabend in Boppard (0:2) gab der Trainer des Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz zu Protokoll: "Wir haben heute in der ersten Halbzeit einen Großteil unserer ersten Elf gesehen." Klarer Beleg dafür, dass die Spieler ihren Trainer in der Vorbereitung und nicht zuletzt bei der Generalprobe für den Ligaauftakt am kommenden Samstag, 2. August, bei Aufsteiger FC-Astoria Walldorf mit guten Leistungen überzeugt haben.

    TuS-Nachwuchsspieler Marcus Fritsch (links) stand gegen Jerusalem in der Anfangself und erhielt von Trainer Evangelos Nessos, wie eine ganze Reihe anderer Akteure auch, eine gute Leistung bescheinigt.  Foto: René Weiss
    TuS-Nachwuchsspieler Marcus Fritsch (links) stand gegen Jerusalem in der Anfangself und erhielt von Trainer Evangelos Nessos, wie eine ganze Reihe anderer Akteure auch, eine gute Leistung bescheinigt.
    Foto: René Weiss

    Innenverteidigung harmoniert

    Vor Fabrice Vollborn im Tor bot Nessos in der Viererkette Marcus Fritsch aus der eigenen Jugend, Daniel Reith, Sven Wurm und Samir Benamar auf. Nein, um die Abwehr müssen sich die Schängel dieser Tage keine Sorgen machen. Benamar sorgte auf der linken Außenbahn für reichlich Betrieb nach vorne, Youngster Fritsch machte seine Sache ebenso gut. In der Innenverteidigung deutet sich an, dass sich mit dem Ex-Ulmer Daniel Reith und dem erst in der vergangenen Woche unter Vertrag genommenen Sven Wurm ein stabiles, sicheres Duo findet. "Beide ergänzen sich sehr gut", sagt Nessos. Reith ist einer der Spieler, die vorangehen. "Er hat schon jetzt eine Führungsrolle eingenommen, genauso wie noch ein paar andere Neuzugänge", erzählt "Sechser" Michael Stahl.

    Die Leistungen in den Härtetests gegen den 1. FC Köln (0:0) und Jerusalem sowie das Auftreten von Neuzugängen wie Reith und Wurm zeigen, dass die TuS-Verantwortlichen trotz der bescheidenen finanziellen Mittel offenbar ein gutes Näschen bei den Verpflichtungen hatten. "Es lohnt sich eben, herumzufahren und sich Spieler anzusehen", unterstreicht Nessos. "Es überrascht mich nicht, dass Spieler wie Samir Benamar und Dustin Ernst in der Vorbereitung so gut waren. Sie haben in Frankfurt eine Top-Ausbildung genossen. Sie haben zwar noch keine großen Namen, aber Namen alleine spielen nicht gut Fußball."

    Als eine Entdeckung der beiden anspruchsvollsten Vorbereitungspartien darf man auch den erst 19-jährigen, von der A-Jugend des FV Wiehl gekommenen, Sven Wurm sehen. "Er hat aus dem Nichts voll eingeschlagen. Er ist sehr stabil, und an der Seite von Daniel Reith passt das bislang", sagt der TuS-Coach, der in Boppard auf den an Magenproblemen laborierenden Anel Dzaka und einige andere angeschlagene Akteure (Fabian Montabell, Johannes Göderz, Julius Duchscherer, Giuliano Masala) sicherheitshalber verzichtete.

    "Und trotzdem haben wir die erste Halbzeit dominiert", betont Nessos. Das Mittelfeld mit Michael Stahl, Eldin Hadzic, Marvin Steuke, Dustin Ernst und Enis Bardhi bescherte der TuS deutlich mehr Spielanteile. Letzterer wartet übrigens noch auf seine Spielberechtigung; bislang stehen noch einige bürokratische Hürden im Weg. Die TuS will den Mazedonier haben, denn, so Nessos: "Wenn wir ihn nicht nehmen würden, wären wir blind."

    Stahl sieht ganz andere Intensität

    Wo es noch hakt, ist der Bereich unmittelbar vor dem Tor. Besnik Rustemaj rackerte in Boppard eifrig, aber viele Chancen bekamen er und seine Offensivkollegen nicht. Das sieht auch Michael Stahl so: "Wir hatten viele gute Ansätze, aber jetzt müssen wir auch noch die Geilheit entwickeln, die Kiste zu treffen. Daran werden wir in der letzten Vorbereitungswoche im Training arbeiten." Der 26-Jährige erlebte im Trainingsalltag und beim dreitägigen Trainingslager in Bad Kreuznach eine hungrige Mannschaft. "Da ist eine ganz andere Intensität und viel mehr Zug drin als am Ende der abgelaufenen Saison." Trainer Nessos stimmt zu und sieht seine Truppe "in allen Bereichen auf einem guten Weg".

    Aber keiner auf dem Oberwerth macht den Fehler, die guten Auftritte gegen Köln und die Israelis überzubewerten. "Diese Leistungen müssen wir jetzt am nächsten Wochenende gegen Walldorf bestätigen", wünscht sich Nessos. Und Michael Stahl fügt hinzu: "Wir haben gut gespielt, aber trotzdem haben wir gegen Jerusalem verloren, und gegen Köln auch nicht gewonnen."

    Ein Satz, der zum ehrgeizigen Mittelfeldkämpfer passt, aus dem der aber auch der Siegeshunger einer in weiten Teilen neuen, bis dato viel Leidenschaft verkörpernden TuS-Mannschaft spricht.

    Von unserem Mitarbeiter

    René Weiss

    TuS Koblenz
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