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    Idar-ObersteinMarschall: Am Freitag spielt Andy Forster

    Olaf Marschall redet gerne über Fußball. Fünf, sechs Minuten sollte das Interview mit der Nahe-Zeitung eigentlich dauern, am Ende war eine dreiviertel Stunde vergangen. "Über Fußball kannst du immer reden, weil jeder eine andere Sicht auf die Dinge hat. Deshalb ist Fußball so interessant", sagte der deutsche Meister von 1998. Also haben wir die Chance genutzt, und mit dem WM-Teilnehmer von 1998 über Fußball gesprochen. Über die WM, die deutsche Nationalmannschaft, den 1. FC Kaiserslautern und natürlich auch über den SC Idar, bei dem er in seine zweite Saison als Trainer geht. Dabei beantwortete er unter anderem die Frage, wer am Freitag beim Oberliga-Auftakt gegen die SV Elversberg das SC-Tor hüten wird.

    Hier sitzt Andreas Forster (rechts) noch auf der Bank und hält den Ball fest. Am Freitagabend muss er das selbe im Oberligator erledigen. Trainer Olaf Marschall (links, daneben Thiago) erklärte im Interview mit der Nahe-Zeitung, dass Forster beim Oberligastart als Schlussmann des SC Idar auflaufen wird.  Foto: Manfred Greber
    Hier sitzt Andreas Forster (rechts) noch auf der Bank und hält den Ball fest. Am Freitagabend muss er das selbe im Oberligator erledigen. Trainer Olaf Marschall (links, daneben Thiago) erklärte im Interview mit der Nahe-Zeitung, dass Forster beim Oberligastart als Schlussmann des SC Idar auflaufen wird.
    Foto: Manfred Greber

    Herr Marschall, wie haben Sie die WM und speziell die deutsche Nationalmannschaft erlebt?

    (lacht) Schön gemütlich im Urlaub am Fernseher. Nicht mit 30 000 auf irgend einer Leinwand. Das mag ich nicht. Deutschland ist verdient Weltmeister geworden. Die Mannschaft war am stabilsten, auch wenn sie wie alle anderen auch Hochs und Tiefs gehabt hat. Überragend war natürlich das Spiel gegen Brasilien, auch wenn ich nicht verstehe, was der brasilianische Trainer seinen Jungs da gesagt hat. Das hat ausgesehen, als wären die Brasilianer eine Schülertruppe. Gegen Argentinien hatten die Deutschen es dann schwerer. Argentinien hatte im Endeffekt sogar die besseren Chancen. Aber ich war auch ein Fan von Chile oder Mexiko. Die wirkten unverbraucht und nicht so kühl.

    Alle haben die Stimmung in der Nationalmannschaft gelobt. Sie waren 1998 selbst bei einer WM dabei. Wie wichtig ist die Stimmung tatsächlich?

    Sie ist entscheidend. Wir waren damals sieben Wochen zusammen. Die Jungs diesmal noch ein paar Tage länger. Wenn es da nicht stimmt, dann gehst du dir nur auf den Sack. Deshalb ist es auch gar nicht so leicht, eine Auswahl-Mannschaft zusammenzustellen. Die Spieler müssen auch passen.

    Taugt die Nationalmannschaft als Vorbild für den SC Idar?

    Nein, das ist zu hoch. Vor kurzer Zeit wollte noch jeder Tiki-Taka wie die Spanier spielen. Jetzt will jeder wie die Nationalmannschaft sein. Das ist aber Unsinn. Jeder muss sein System finden, jeder muss das spielen, was zu ihm passt. Ich kann nicht wie Barcelona spielen, habe aber Spieler, die kaum einen Doppelpass hinbekommen."

    Und vom Teamgeist her?

    Der ist ohnehin selbstverständlich wichtig. Aber den und eine gute Stimmung bekommst du von alleine, wenn du gewinnst.

    Was glauben Sie, wird der SC Idar in dieser Saison oft gewinnen? Was ist möglich für die Mannschaft?

    Wenn wir mit unserer Stammformation weitgehend durchspielen können, dann geht vielleicht etwas, dann ist ein ähnliches Ergebnis wie im vergangenen Jahr möglich. Es kann aber auch sein, dass wir uns durch die Runde quälen, wenn der eine oder andere ausfällt. Ich wäre mit 48 Punkten plus X zufrieden.

    In den Vorbereitungsspielen fiel auf, dass der SC immer dann ordentlich bis gut spielte, wenn in erster Linie Spieler auf dem Platz standen, die schon in der vergangenen Saison dabei waren. Fehlt den Neuen die Qualität?

    So hart würde ich es nicht ausdrücken, aber es fehlt ihnen noch ein Tick. Die meisten sind relativ jung, recht talentiert, aber sie müssen noch lernen. Dazu kommt, dass die Gestandenen prinzipiell schon wissen, was zu tun ist. Wenn sie mal nicht das machen, was sie vorgegeben bekommen, dann ist es bei denen ein Kopfproblem.

    Täuscht der Eindruck, oder ist es so, dass Sie und Thomas Riedl mit den Transfers des SC Idar nicht so recht zufrieden sind?

    Mit den Transfers ist es eine schwierige Geschichte. Thomas und ich hatten unsere Vorstellungen und haben sie dem Manager dargelegt. Doch offenbar waren die Vorstellungen nicht umsetzbar.

    Liegt das an den finanziellen Möglichkeiten beim SC Idar?

    Ich glaube schon. Wir wollten zum Beispiel einen Spieler aus Salmrohr haben, konnten aber schlicht nicht das bieten, was Salmrohr geboten hat. Hinzu kommt, dass Idar nicht - sagen wir - Mannheim ist, wo 25 Vereine rundherum mit einem gewissen Niveau Fußball spielen. Die Dichte an guten Spielern ist hier geringer.

    Positiv finden eigentlich alle Anhänger des Vereins, dass mit Robin Jelacic ein Eigengewächs die Chance hat, in der Oberliga zu spielen. Wie sehen Sie ihn und seine Chancen?

    Robin ist ein guter Fußballer. Aber wir waren grade auf der Waage - und Robin hat 58 Kilo. Er muss also körperlich zulegen. Außerdem muss er seinen Weg suchen, um sich durchzusetzen. Über die körperliche Schiene wird es ihm nicht gelingen. Wenn er zum Beispiel mit Christoph Schunck Körperkontakt hat, dann fliegt er weg. Klar, "Schuncki" wiegt halt 25 Kilo mehr. Aber Robin kann kicken und wird seinen Chance immer wieder bekommen. Schon deshalb, weil wir keine große Breite im Kader haben.

    Wie meinen Sie das, dass dem SC die Breite fehlt?

    Wir haben vielleicht 13, 14 Spieler auf ungefähr einem Niveau. Den anderen fehlt noch ein bisschen was. Aber wir haben ja schon ab dem zweiten Spieltag das Problem, dass Michael Lehmann ausfällt. Er ist kaum zu ersetzen, weil er zwar nicht sonderlich riskant spielt, aber ballsicher und souverän ist. Er gibt der Mannschaft mit seiner Präsenz Sicherheit - übrigens ähnlich wie Christoph Schmell. Hoffnung macht mir aber Sebastian Kappes. Ich glaube, er wird sich bei uns reinfinden.

    Während die Stammformation im Feld zu stehen scheint, ist die Torwartfrage wohl noch offen. Andreas Forster hat in der Vorbereitung deutlich mehr gespielt als Nico Adami. Wer spielt denn gegen Elversberg im Tor?

    Nico Adami hat aus beruflichen Gründen nicht immer spielen können und wird auch am Freitag nicht auflaufen, weil er nicht da ist. Also wird gegen Elversberg Andy Forster spielen.

    Ist das eine Entscheidung auch für die Zukunft?

    Natürlich hat Nico Adami auch seine Qualitäten. Gegen Morbach hat er zum Beispiel zwei Dinger gehalten, die der Andy vielleicht nicht gehalten hätte. Dafür ist Andy manchmal wacher und ein guter Fußballer. Sagen wir es so: Andreas Forster hat es in seinen eigenen Händen. Es ist ja nicht so, dass wir nicht offen sind für Riesenleistungen. Wenn einer gut ist, dann ist er gut und spielt.

    Noch einmal weg vom SC Idar und hin zum 1. FC Kaiserslautern, der hier in der Region nach wie vor einen riesen Stellenwert hat. Was erwarten sie von ihrem Ex-Verein?

    Dem FCK geht es ähnlich wie uns beim SC. Vom Namen her musst du eigentlich immer gewinnen, aber ähnlich wie die Oberliga ist auch die zweite Liga sehr gefährlich und äußerst schwierig einzuschätzen. Eigentlich musst du immer mindestens unter den ersten Sechs spielen. Ich weiß aber nicht, ob der FCK dafür die Mannschaft hat. Ich traue mir da wirklich keine Einschätzung zu.

    Beim FCK waren Sie das Vorbild von einem jungen Mann auf der Westtribüne, von Miroslav Klose. Später haben Sie noch zusammen gespielt. haben Sie sich für ihn gefreut, als er bei der WM den Torrekord überboten hat und dann auch Weltmeister geworden ist?

    Aber klar. Miro ist einfach klasse. Faszinierend ist, wie er seine Stärke beibehalten hat. Das war schon am Anfang bei uns seine Laufbereitschaft. Er hat sämtliche Wege gemacht. Und das hat überhaupt nicht abgenommen. So lange wie er, muss man erst einmal Vollgas geben - und vier Weltmeisterschaften muss man auch erst einmal spielen. Da kann ich nur sagen, "Hut ab". Ganz klar, Miro ist ein Vorbild.

    Das Gespräch führte Sascha Nicolay

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