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    MeisenheimAnwohner des Meisenheimer Sportplatzes haben nur einen Wunsch: Die Auflagen sollen eingehalten werden

    Ortstermin in Meisenheim: Ich stehe im intimsten Raum eines jeden Hauses - im Schlafzimmer. Die Bewohnerin möchte mir ihr tägliches Leid demonstrieren. Wir schauen aus dem Fenster auf den Sportplatz, der direkt an das Grundstück der Familie Blaesy-Fischer grenzt. Auf dem Kunstrasen trainiert ein halbes Dutzend Kinder. Sie tollen ganz normal herum, der Trainer gibt Anweisungen. Nicht übermäßig laut, aber durchaus bestimmt. Die Äußerungen dringen bis zu uns nach oben, jedes Wort ist zu verstehen. Bisher hatte ich nur von den Dissonanzen zwischen Anwohnern und Sportplatznutzern gehört. In diesem Moment spüre ich die Schwierigkeit, Wohninteressen und Freizeitverhalten unter einen Hut zu bekommen - die Diskrepanz zwischen dem Wunsch, im eigenen Garten, im eigenen Haus Ruhe zu finden und dem Bedürfnis, seinem Hobby mit Spaß nachzugehen. Zurück im Wohnzimmer lerne ich vier Familien kennen, die mit der Problematik schon seit vielen Jahren leben (müssen). Brigitte Emrich fasst es treffend zusammen: "Unsere Lebensqualität ist massiv eingeschränkt worden."

    Von unserem Redakteur Olaf Paare

    Wir befinden uns in Meisenheim in einem Wohngebiet. Ob es sich um ein "allgemeines" oder ein "reines" Wohngebiet handelt, darüber streiten Juristen. Für mich ist es ein Wohngebiet wie viele andere. Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, 70er-Jahre-Charme neben Neubauten. Das Paul-Schneider-Gymnasium grenzt unmittelbar an. Mit dessen Sportplatz konnten alle gut leben. Bis mittags übten die Schüler, manchmal auch am Nachmittag, niemals aber am Abend oder an den Wochenenden. Das sollte sich ändern, als die Firma Bito den damaligen Sportplatz des FC Meisenheim ins Visier nahm, um ihr Firmengelände zu erweitern. Für die Politik, allen voran der damalige VG-Bürgermeister Alfons Schneider, lag die Lösung auf der Hand: den verstaubten Schulsportplatz zum Vereinssportgelände ausbauen. Alternativstandorte wurden verworfen, die Idee wurde dagegen in die Tat umgesetzt - ein Schnellschuss

    Die Entscheidung beeinflusst seit Jahren das Leben von vielen Menschen. Die Streitigkeiten beschäftigen bis heute Gerichte, zuletzt das Oberverwaltungsgericht in Koblenz. "Es gibt in der Sache keine Gewinner. Egal, ob die Verbandsgemeinde, die Kreisverwaltung, die Gerichte, den FC Meisenheim oder uns Anwohner. Es gibt nur Verlierer", sagt Margit Blaesy-Fischer. Sie ergänzt: "Allerdings spüren alle anderen die Entscheidungen in ihrem Berufsleben oder bei ihrem Freizeitvergnügen. Sie gehen nach Hause, und gut ist es. Wir spüren die Auswirkungen aber jeden Tag in unserer Privatsphäre." Der Sportplatz-Lärm ist das eine, Silvia Wolframm spricht noch einen anderen Punkt an, der an die Substanz geht: "Mich nerven die ständigen Provokationen und Anfeindungen. Überall und ständig heißt es immer nur, wir Anwohner sind schuld an allem. Es ist unser Herzenswunsch, dass die Schuldzuweisungen endlich aufhören."

    Was die wenigsten wissen und die Sache durchaus in einem anderen Licht erscheinen lässt: Nahezu alle Auflagen, die der FC Meisenheim als Hauptnutzer der Anlage erfüllen muss, wurden nicht von den klagenden Anwohnern aufgestellt oder durchgedrückt. Sie wurden bereits in einem Prognose-Gutachten formuliert, das vor der Entscheidung erstellt wurde, ob der Sportplatz ausgebaut wird. Norbert Blaesy erinnert sich: "Der damalige Vorsitzende des FC hat den Sportplatzausbau zunächst sogar abgelehnt, weil ihm klar war, dass die Auflagen von einem Fußballverein nicht zu erfüllen sind." Gebaut wurde trotzdem, obwohl der FCM wusste, was auf ihn zukommt.

    Manche Auflage wurde gar von den Gerichten zugunsten des Vereins gelockert. So durften zu Beginn nur 15 Personen gleichzeitig auf dem Platz sein. Ein Spiel- oder Trainingsbetrieb wäre so aber unmöglich gewesen. Deshalb sind nun 30 Personen zugelassen. Weitere Auflagen besagen, dass nach 20 Uhr keine Spiele ausgetragen werden dürfen, dass keine Lautsprecherdurchsagen gemacht werden dürfen, dass im Sportheim keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden dürfen, dass samstags und sonntags jeweils nur zwei Spiele ausgetragen werden dürfen und dass zehn Wochenenden zwischen April und Oktober trainings- und spielfrei bleiben müssen.

    Aufgrund der letztgenannten Auflage musste unlängst der Draisinenlauf des TV Meisenheim abgesagt werden. "Ein gutes Beispiel für meine Bitte, uns nicht alles in die Schuhe zu schieben. Wir wollen nicht, dass der Draisinenlauf ausfällt, wir sind schließlich keine Sporthasser. Der FC Meisenheim hätte nur ein anderes Wochenende benennen müssen, das sportfrei bleibt. Dann hätte der Draisinenlauf stattfinden können", sagt Margit Blaesy-Fischer. Sie bringt das Ganze auf den Punkt: "Wir wollen einfach nur, dass die Auflagen eingehalten werden. Dann können alle in Frieden leben." Daran ist derzeit aber nicht zu denken. Margit Blaesy-Fischer ergänzt: "Die Auflagen werden täglich missachtet, mehrfach."

    Ein Vergleich macht die Runde: Auf einer Schnellstraße gibt es an zahlreichen Stellen Tempolimits, mal Tempo 60, mal Tempo 80, auch mal Tempo 90. Autofahrer haben sich daran zu halten, sonst müssen sie mit Sanktionen rechnen. So ähnlich ist das bei der Sportplatznutzung in Meisenheim - auch dort gibt es verschiedene Einschränkungen. Als Sanktion wurde in einem der letzten Gerichtsverfahren eine Geldbuße von 500 Euro festgelegt. Die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde muss sie verhängen, wenn dem Nutzer des Sportplatzes der Verstoß gegen eine Auflage nachgewiesen werden kann.

    Ein Kontrollorgan gibt es allerdings nicht. Die Anwohner müssen das übernehmen, beispielsweise mit Fotos Verstöße nachweisen. Dabei geht es vor allem um die Auflage, die besagt, dass sich Zuschauer nur unter der schallgeschützten Tribüne aufhalten dürfen. "200 Leute unter der Tribüne hören wir nicht. Drei, die daneben stehen, dagegen schon", berichtet Blaesy. Als er vor einigen Wochen bei einem Turnier Zuschauer neben der Tribüne sah, rief er den FCM-Vorsitzenden Rolf Staab an, der auf dem Sportplatz weilte, sprach ihm auf die Mailbox, bat um Rückruf und Klärung. Passiert ist nichts. Daraufhin griff Blaesy zur Kamera und meldete den Verstoß.

    Vermittlungsgespräche, in die sich sogar Landrat Franz-Josef Diel und die CDU-Politikerin Julia Klöckner einschalteten, halfen wenig. "Selbst wenn wir es wollten, wir können ja gar keine Auflagen außer Kraft setzen, die von anderer Stelle aufgestellt wurden", erklärt Margit Blaesy-Fischer. Ihr Mann moniert zudem, dass Bitten der Anwohner vom FCM ignoriert worden seien. Er hatte angeregt, dass die Trainerbänke auf die gegenüberliegende Spielfeldseite gestellt werden, damit die Coaches nicht mehr in die Richtung der Anwohner brüllen. Umgesetzt wurde die Bitte bisher nicht.

    Die Kritik des TVM-Vorsitzenden Dietmar Kron, die Anwohner hätten ein Feedback-Gespräch nach einem Draisinenlauf ausgeschlagen, kontern die Anwohner. "Der Termin lag kurz vor einer Gerichtsverhandlung, in der wir gegen den FC Meisenheim prozessiert haben. Uns dann ausgerechnet ins Sportheim des FC Meisenheim einzuladen, fanden wir unpassend", sagt Margit Blaesy-Fischer.

    Bruno Wolframm wirft in der Diskussion noch einen anderen Aspekt auf. "Als die Entscheidung für die Sportplatz-Erweiterung getroffen wurde und die Auflagen formuliert wurden, war der FC Meisenheim ein ganz normaler Sportverein mit zwei Männermannschaften und ein paar Jugendteams", erklärt der ehemalige Fußballer und ergänzt: "Erst durch das Jugendkonzept und den damit verbundenen Ausbau der Nachwuchsabteilung ist die Anzahl an Teams extrem gestiegen. Und für den Bedarf ist die Anlage einfach nicht ausgelegt." Eine weitere Facette einer scheinbar unendlichen Geschichte, in der die letzten Kapitel sicher noch nicht geschrieben sind.

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