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    AndernachSG 99 Andernach siegt für die Motivation

    Das Frauenteam von Gastgeber SG 99 Andernach hat die Rheinlandmeisterschaft im Futsal gewonnen. Mit dem 2:0-Finalsieg gegen den TuS Issel verhinderte der Tabellenzweite der Regionalliga den Hattrick der Moselanerinnen, die in den vergangenen beiden Jahren den Titel gewonnen hatten - damals noch im "klassischen" Hallenfußball. "Nachdem wir in der Regionalliga wohl wieder nicht aufsteigen können, bin ich sehr froh über diesen Titel", freute sich SG-Trainer Kappy Stümper, "das ist gut für Motivation und Stimmung im Team."

    Der erste Frauen-Futsalmeister des Rheinlandes: Die SG 99 Andernach mit (hinten von links) Betreuer Dieter Langenfeld, Abteilungsleiter Bodo Heinemann, Natascha Schneider, Lena Wiersch, Desiree Hennig, Sarah Krumscheid, Eva Langenfeld, Kathrin Günther, Magdalena Schumacher, Jana Sebastian, Karla Engels, Trainer Kappy Stümper, (vorne von links) Caroline Asteroth, Isabelle Stümper, Jasmin Stümper, Luisa Deckenbrock, Kimberly König, Maren Weingarz, Katja Jubelius und Katharina Sternitzke.
    Der erste Frauen-Futsalmeister des Rheinlandes: Die SG 99 Andernach mit (hinten von links) Betreuer Dieter Langenfeld, Abteilungsleiter Bodo Heinemann, Natascha Schneider, Lena Wiersch, Desiree Hennig, Sarah Krumscheid, Eva Langenfeld, Kathrin Günther, Magdalena Schumacher, Jana Sebastian, Karla Engels, Trainer Kappy Stümper, (vorne von links) Caroline Asteroth, Isabelle Stümper, Jasmin Stümper, Luisa Deckenbrock, Kimberly König, Maren Weingarz, Katja Jubelius und Katharina Sternitzke.
    Foto: privat

    Deutlich wurde in Andernach, wie groß die Leistungsunterschiede bei den kickenden Frauen sind. Das Trio der favorisierten Regionalligisten marschierte beinahe mühelos ins Halbfinale, nur der 1. FFC Montabaur hatte sich in der Vorrunde mit dem 0:0 gegen Rheinlandliga-Spitzenreiter FC Bitburg einen Stolperer geleistet. Stümpers Mädchen erzielten in den drei Gruppenspielen 15 Tore - 5:0 gegen Bezirksligist TuS Reil, 3:1 gegen den SV Holzbach und 7:0 gegen den TuS Fischbacherhütte -, wurde allerdings vom späteren Finalgegner TuS Issel noch um fünf Tore übertroffen.

    Auch Rheinlandligist TuS Holzbach, der als einziges niederklassiges Team das Halbfinale des Regionalliga-Trios vervollständigte, spielte beim 1:7 gegen Issel nur eine Nebenrolle, war mit Platz vier am Ende aber hochzufrieden: "Hätte mir das einer heute morgen gesagt, hätte ich sofort unterschrieben", grinste der Holzbacher Trainer Hans-Jürgen Christmann. Enger ging es im zweiten Halbfinale zu. Die Regionalligisten aus Andernach und Montabaur lieferten sich einen heißen Kampf auf Augenhöhe. Anna Zimmermann hatte den FFC in Führung gebracht, Isabelle Stümper wendete das Blatt per Doppelpack. Dann wurde es dramatisch: Issels Torfrau Lea Maxaner flog nach einem Foulspiel vom Platz. Weil es das vierte Mannschaftsfoul war, durfte Magdalena Schumacher zum Zehnmeter-Schuss antreten - und schoss am Tor vorbei. Gleich darauf bot sich Montabaurs Verena Weidung die gleiche Chance, sie verwandelte 30 Sekunden vor dem Ende aus zehn Metern zum 2:2. Doch 15 Sekunden vor dem Ende sorgte Magdalena Schumacher doch noch für den Andernacher Siegtreffer. "Dieses Spiel hätte eigentlich das Finale sein müssen", meinte Montabaurs Trainer Steffen Hondrich. "Andernach hatte den Sieg verdient, aber wir hätten ihn genauso verdient gehabt."

    Das Endspiel der Regionalligisten aus Andernach und Issel wurde dann zum Höhepunkt des Turniers. Zwei spielstarke, ballsichere Teams bekämpften sich auf hohem Niveau, zwei Drittel der 15-minütigen Spielzeit verliefen torlos. Dann bereitete Katharina Sternitzke mit einem furiosen Flügellauf das erlösende 1:0 für die Andernacher vor, Winterzugang Maren Weingarz vollstreckte. Zweieinhalb Minuten später bediente Weingarz gleichermaßen brillant Isabelle Stümper, die das entscheidende 2:0 besorgte. "Andernach hat verdient gewonnen", gestand Issels Coach Markus Stein, "wir sind schon enttäuscht, dass wir den Hattrick nicht geschafft haben, aber das geht vorbei." Und schaute doch ein bisschen neidisch auf die Andernacher Jubelfeier. Die Meinungen über Hallenfußball nach Futsal-Regeln gingen auch in Andernach auseinander. Von den Funktionären wird die Spielart mit einem sprungreduzierten Fußball, die überharte Aktionen und Zeitspiel verhindern soll, nach Kräften gefördert. "Futsal ist der bessere Hallenfußball", versichert Alois Reichert, Vizepräsident des Fußballverbands Rheinland (FVR), "er bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre technischen Grundlagen besser zu entwickeln." Reichert arbeitet darauf hin, im Rheinland eine Futsal-Liga zu installieren, vorerst allerdings nur für Männer.

    In Andernach gab es Kritik an der uneinheitlichen Regelauslegung, vor allem, was die verbotenen Grätschen betraf. "Auch die Schiedsrichter wissen nicht recht, was sie tun sollen", kritisierte Montabaurs Trainer Steffen Hondrich, "sie sollten wenigstens gleichmäßig pfeifen." Markus Stein, Coach des TuS Issel, war "anfangs skeptisch wegen der kleinen Tore", findet aber inzwischen: "Das ist eine schöne Spielerei."

    Auch Kappy Stümper, Coach des neuen Rheinlandmeisters SG 99 Andernach, hat seinen Frieden gemacht mit dem Futsal: "Ich persönlich finde zwar das Spiel mit Rundumbande und größeren Toren attraktiver, aber dafür sind ja nicht überall die Voraussetzungen vorhanden. Futsal ist eine gute Idee vor allem für männliche Jugendspieler, weil es nicht so hart zugeht. Bei Mädchen halte ich das eigentlich nicht für notwendig."

    Ina Hobracht, im FVR-Präsidium für den Frauenfußball zuständig, räumte Probleme bei der Regelauslegung ein: "Wir müssen alle noch viel lernen, Spieler, Zuschauer und auch Schiedsrichter." Doch sie sagt auch: "Viele Probleme entstehen, weil die Leute die Regeln gar nicht richtig kennen."

    Hobracht hat wenig Verständnis für die Futsal-Verweigerer. Der SC 13 Bad Neuenahr hatte seine Teilnahme in Andernach mit Hinweis auf seine Trainingsplanung abgesagt, doch Ina Hobracht vermutet eher einen Boykott der ungeliebten Spielform: "Darauf kann man schließen, schließlich haben die Neuenahrer B-Juniorinnen auch nicht teilgenommen." Dass sich Hallenfußball und Feld-Vorbereitung nicht ausschließen müssen, belegte der Isseler Trainer Markus Stein: "Wir haben draußen auf dem Platz eigens ein Futsal-Feld abgesteckt, um das Spiel und die Regeln einzuüben." International konkurrenzfähig ist der Futsal hierzulande allerdings noch lange nicht, wie der Rheinbreitbacher Trainer Patrick Werbitzky als bekennender Fan des Hallenspektakels anmerkte: "Wenn man die Fernseh-Übertragungen sieht, muss man festellen, dass Deutschland im Futsal noch ein Dritte-Welt-Land ist."

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

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