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    Von einer Spionagetour nach Herschberg und einem Elfmeter-Showdown in Niederbrombach

    Ziemlich sauer war man beim SC Idar-Oberstein über die Absage der Verbandsliga-Partie beim SV Herschberg. Dass der Platz in Herschberg unbespielbar gewesen sei, glaubt beim SC eigentlich niemand. „Die angebliche Unspielbarkeit ist doch nur vorgeschoben, um die offensichtlich bestehenden Personalprobleme zu verschleiern“, schreibt Volker Holtermann aus dem SC-Vorstand auf der Facebook-Seite der 1. Mannschaft des SC Idar-Oberstein. Und Adrian Leyser, bekennender SC-Fan und Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes, stellt an gleicher Stelle sachkundig fest: „Niederschlagsmenge rund um Herschberg fünf bis acht Liter. Das verträgt selbst der schlimmste Kartoffelacker.“

    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.
    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.

    Die Nachspielzeit von Sascha Nicolay

    Nun, ein Kartoffelacker ist das Geläuf in Herschberg auf gar keinen Fall, sondern eher ein gut gepflegter Platz. Fotos von dem Geläuf stützen die These der vorgeschobenen Absage durchaus.

    Für die Bilder sorgte Bassem Abbas, Betreuer und Schiedsrichter des SC Idar-Oberstein. Abbas war in kriminalistischer Mission unterwegs. Nachdem er das Spiel der zweiten Mannschaft des SV Buhlenberg gegen den SC Birkenfeld II geleitet hatte, setzte er sich ins Auto und fuhr nach Herschberg. Dort, im Sportheim des SV, ließ er sich ganz frech den Schlüssel geben, um auf das abgesperrte Rasenplatzgelände zu kommen und dessen Bespielbarkeit zu untersuchen. Im letzten Moment flog die die Spionageaktion von Abbas auf – und ein Herschberger Offizieller hinderte den SC-Mann am Betreten des Rasenplatzes. So konnte Abbas die Beschaffenheit des Geläufs nur aus der Ferne beurteilen und fotografisch dokumentieren. Der SC liegt wohl nicht ganz falsch, wenn er vermutet, dass der Regen am Samstag den Herschbergern zumindest in die Karten spielte, schließlich hatte deren Trainer Jens Mayer am Tag vor dem Spiel noch keine komplette Mannschaft beisammen. Und so hieß es am Sonntag aus dem Sportheim des SC: „Wir sind verschaukelt worden.“

    Immerhin war Bassem Abbas' Geheimmission nicht völlig umsonst. Er erlebte das Spiel der zweiten Herschberger Mannschaft, die gegen den TuS Leimen 2:5 unterlag. Allerdings fand diese Partie auf dem Herschberger Hartplatz statt. Theoretisch hätte da übrigens auch die erste Mannschaft spielen können. Doch ob das der SC gewollt hätte...

    Vier Ampelkarten und sechs Tore

    Ein anderer Referee des SC Idar-Oberstein war in der B-Klasse Birkenfeld West im Einsatz. Bernd Schneider leitete die Partie des TuS Niederbrombach gegen den TV Hettenrodt. So richtig zufrieden waren beide Parteien nicht mit der Leistung des Pfeifenmanns, doch sie verbissen sich allzu kritische Kommentare. Immerhin griff der Schiedsrichter mit vier Gelb-Roten Karten mächtig ein und durch und verhängte zudem mit seiner letzten Entscheidung des Spiels einen Elfmeter für den TV Hettenrodt, der über Sieg oder Unentschieden entscheiden sollte.

    Den Zuschauern in Niederbrombach wurde also so richtig was geboten, vor allem, weil auch noch sechs Tore zu bestaunen waren. Giuseppe Coco, der scheidende Trainer des TuS Niederbrombach, sagte: „Es war halt ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf. Beide Seiten haben sich von Anfang an nichts geschenkt.“ Das kann man angesichts von vier Ampelkarten so sagen – zwei gab es für jede Mannschaft. „Brutal war es aber nicht“, betont Coco. „Es ist zwar hart zur Sache gegangen, aber es gab eher solche Dinge, die im Eifer des Gefechts passieren.“ Niederbrombach ging 3:1 in Führung. „Deshalb ärgere ich mich einerseits schon darüber, dass wir nur einen Punkt geholt haben“, sagt Coco, um dann aber festzuhalten: „Andererseits hatten wir Glück, dass es wenigstens noch dieser eine Zähler geworden ist.“ Das kann man wohl sagen, denn der TV Hettenrodt startete eine Aufholjagd, schaffte den 3:3-Ausgleich und hatte dann sogar noch die riesige Siegchance.

    Martin Koch schießt zu genau

    Die letzte Aktion der Partie war nämlich ein Elfmeter für den TV Hettenrodt. Showdown also in Niederbrombach. Luis van Gaal würde sagen: „Tod oder Gladiolen“. Das Resultat eines ganzen Spiels reduzierte sich auf das Duell Schütze gegen Torhüter. Martin Koch übernahm die Verantwortung für den TV Hettenrodt und schildert: „Normalerweise schieße ich keine Elfmeter. Doch da wir letzte Woche bereits einen verschossen hatten und mit Bastian Bauerfeld unser meines Erachtens sicherster Schütze nicht schießen wollte und auch sonst alle unter sich geguckt hatten, habe ich mir eben die Pille genommen.“ Koch ist ein guter Techniker mit einem präzisen, harten Schuss. Er musste sich nun zwischen zwei Ausführungsvarianten entscheiden und wählte die vermeintlich sicherere. Koch verrät seine Gedankenspiele: „Ich wollte nicht verzögern und den Keeper ausgucken, wie ich es eigentlich früher immer gemacht habe. Ich wollte mich auf keine Spielchen mit dem Torwart einlassen, weil ich eben schon ewig keinen Elfer mehr geschossen hatte. Deshalb habe ich mir eine Ecke vorgenommen und wollte dort platziert hinschießen. Leider ist mir der Schuss ein bisschen zu genau geraten.“ Das Geschoss knallte an den Innenpfosten und spritzte heraus. Es blieb beim 3:3. Der Torwart war übrigens einfach stehen geblieben.

    Niederbrombachs Trainer Coco verrät schmunzelnd den Versuch eines Zuschauers, den aus Niederbrombacher Sicht unberechtigten Elfmeter zu einem für den TuS guten Ende zu führen: Einer habe gerufen, „Koch, wenn du fair bist, dann verschießt du.“ Nun, eigentlich wollte Koch so viel Fairness nicht walten lassen. Seinen Fauxpas nahm er aber sportlich und kommentierte launig: „Das war ganz klar ein Platzfehler.“ Und in Niederbrombach hat er nun wohl beste Chancen zum fairsten Sportsmann des Jahres gewählt zu werden....

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