Lotto-Elf zaubert in Daaden für den guten Zweck
Fußball - Wenn die Lotto-Elf zu einem Fußballspiel anreist, dann steht der Gewinner schon vor dem Anpfiff fest. Das war auch beim Auftritt der von Weltenbummler Rudi Gutendorf trainierten Promi-Auswahl am gestrigen Freitagabend in Daaden nicht anders. 500 Zuschauer ließen sich den unterhaltsamen Kick bei besten Bedingungen nicht entgehen - und spülten einen Reinerlös von stolzen 10 000 Euro in die Kassen der Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe (Selbsthilfegruppe Daaden). Auch sportlich blieb - wie immer - die Überraschung aus: Die Mannschaft um den 81-fachen Nationalspieler Wolfgang Overath gewann das muntere Spielchen mit 12:1 (7:1).
Gewiss, das Ergebnis war zweitrangig. Vielmehr standen der Spaß am Fußball und die gute Sache im Vordergrund. Und dennoch hatte die Traditionsmannschaft der Sportfreunde Daaden, die in der Saison 1988/89 in der Verbandsliga spielte, ihre großen sportlichen Momente. Den ersten sogar schon so früh, dass Overath, der Weltmeister mit dem Hang zum Zuspätkommen, fast noch nicht auf dem Platz gestanden hätte. Nachdem Frauen-Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi als prominenter Gast den Anstoß ausgeführt hatte, entwickelte Daaden sein mutiges taktisches Konzept: Gegner kommen lassen, Konter setzen, Tore schießen. Immerhin einmal hatten die Sportfreunde mit dieser Masche Erfolg. In Minute sieben startete Andreas Stumpf von der Mittellinie durch und erzielte die 1:0-Führung für die couragierten Gastgeber. Während es für Stumpf ein einmaliges Erlebnis blieb, gegen die ehemaligen Profis zu treffen, schlug Ralf Boger gleich zweimal zu. Binnen 60 Sekunden traf der Daadener Stürmer im Doppelpack (73. und 74.). Mehr als diese drei Tore der Lokalmatadore waren den Zuschauern nicht vergönnt. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Schließlich wurde nicht nur gezaubert, sondern auch lebhaft diskutiert auf dem Platz. Von wem? Klar, Overath, der König im Mittelkreis, suchte die Debatte mit den Zuschauern. Der Zehner der Lotto-Elf hatte sich vom Daadener Peter Zimmermann zu heftig attackiert gefühlt und zischte: "Der beißt." Zimmermann selbst ging nach der Partie übrigens sehr kritisch mit seiner Mannschaft ins Gericht. "Klar, die Fitness fehlt. Aber wir sind doch erfahren genug. Ich hätte gedacht, dass wir besser spielen."
Einer, der vor kurzem noch im Dress des 1. FC Köln auf Torejagd gegangen ist, war indes rundum zufrieden mit dem Abend im Daadetal. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht", sagte Matthias Scherz. "Es tut gut, sich zu bewegen. Und ein paar schöne Tore haben wir ja auch gemacht." Weniger treffsicher war der Ex-Profi bei der Wahl Route: 60 Kilometer Landstraße musste er fahren, ehe er den Daadener Sportplatz gefunden hatte. Aber auch das machte Scherz nichts aus: "Mir hat's gefallen, die Landschaft war wunderschön."
Thomas Hohndorf/ros











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