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  • Erst DM, dann EM: Boris Stein landet den nächsten Coup

    Triathlon - Drei Wochen nach seinem Triumph bei der deutschen Meisterschaft im Allgäu hat der Eitelborner Triathlet Boris Stein ein zweites Mal zugeschlagen: Beim Ironman 70.3 in Wiesbaden, der inoffiziellen Europameisterschaft über die Mitteldistanz, ist der 27-jährige Sportler der RSG Montabaur nach einer famosen Aufholjagd Dritter geworden.

    EM-Dritter: Boris Stein.
    EM-Dritter: Boris Stein.
    Foto: honorarfrei

    Herr Stein, sie sind Deutscher Meister und EM-Dritter. Welcher Erfolg bedeutet Ihnen mehr?

    Nach der DM hieß es, dass die Konkurrenz nicht allzu groß gewesen sei. Ich bin mit dem klaren Ziel nach Immenstadt gefahren, dass ich auch Deutscher Meister werden will. Das ist mir gelungen, worüber ich mich auch sehr gefreut habe. Der sportliche Wert war in Wiesbaden allerdings höher, das stimmt. Deshalb bin ich auch glücklich über Platz drei. Es war das bestbesetzte Mitteldistanzrennen in Europa, das Ergebnis ist ein toller Erfolg.

    Wie haben Sie die beiden Wettkämpfe erlebt?

    Ich bin die Rennen vollkommen unterschiedlich angegangen. Bei der DM war ich der Favorit, entsprechend groß war der Druck, den ich im Vorfeld gespürt habe. Ich war sehr angespannt. In Wiesbaden war das anders. Ich wusste, dass ich gut drauf bin. Mir war klar: Wenn ich meine beste Leistung zeige, werde ich eine gute Platzierung erzielen. So war's dann auch.

    Bei der DM haben Sie das Rennen als Führender unter Kontrolle gehabt. Wie ist es in Wiesbaden gelaufen?

    Komplett anders. Nach dem Schwimmen lag ich drei Minuten hinter der Spitze. Das war nicht das erste Mal in dieser Saison so, allerdings lagen auch diejenigen, die ich sonst in meiner Nähe habe, auch alle vor mir. Auf dem Rad war ich alleine unterwegs, hatte aber die Info, dass der Abstand nach vorn kleiner wird. Das beflügelt natürlich. In der Wechselzone war ich dann schon Sechster und lag nur noch 1:10 Minuten zurück.

    Haben Sie im Lauf dann alles riskiert oder sind sie cool geblieben?

    Ich bin für meine Verhältnisse wirklich ein hohes Risiko eingegangen. Mein Tempo war von Beginn an höher als normal, wodurch ich den Leuten, die ich schlagen kann, auch immer näher kam. Der spätere Sieger Michael Raelert war natürlich in einer eigenen Liga unterwegs, aber das Podest war in Reichweite. Allerdings musste ich 18 Kilometer laufen, bis ich zum ersten Mal den Drittplatzierten gesehen habe.

    Wie haben Sie sich nach dem zweiten harten Wettkampf binnen drei Wochen motiviert, auch diese Lücke noch zu schließen?

    Ich habe mich gezwungen, daran zu denken, dass ich auf den letzten Kilometern immer sehr schnell bin. Nachdem ich den Vierten und Dritten überholt hatte, waren die letzten Kilometer aber eine Qual. Ich wusste, dass ich nicht langsamer werden durfte. Das habe ich geschafft - und der Jubel war hinterher umso größer.

    Zwei Erfolge binnen kurzer Zeit - war's das für dieses Jahr?

    Der Saisonhöhepunkt ist auf jeden Fall erreicht. Ich werde wohl in zwei Wochen noch beim Ironman 70.3 in Salzburg starten, danach werde ich aber kürzertreten, um den Körper nicht zu überfordern.

    Und dann? Wie sieht Ihre mittel- und langfristige Planung aus?

    Das ist eine gute Frage. Meine sportlichen Ziele hängen eng mit meiner beruflichen Entwicklung zusammen. Ich habe mein Referendariat abgeschlossen, aber noch keine Anstellung als Lehrer. Jetzt über Ziele zu sprechen, wäre Spekulation.

    Können Sie sich denn grundsätzlich vorstellen, auf die Langdistanz zu wechseln?

    Natürlich, denn die lange Distanz kommt meinen Fähigkeiten ja entgegen. Das Schwimmen ist weniger wichtig, dafür ist Ausdauer gefragt. Das liegt mir. Sollte sich in der nächsten Zeit beruflich nichts mehr ergeben, dann wird ein Wechsel sicher zum Thema. Grundsätzlich halte ich es aber für sehr schwierig, sportlichen Erfolg auf der Langdistanz mit einem festen Job zu vereinbaren. Dafür ist der Aufwand einfach zu groß.

    Das Gespräch führte unser

    Redakteur Marco Rosbach

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