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    MainzWenig berauschend, aber souverän

    Christian Heidel hat sich die Partie noch mal in voller Länge im Fernsehen angeschaut. "Im Stadion hatte auch ich das Gefühl, dass wir nicht berauschend gespielt haben", sagt der Manager des FSV Mainz 05 nach dem Heimsieg gegen Dortmund.

    Wenig berauschend, aber souverän
    Dortmund-Coach Jürgen Klopp nach der Partie im Kreis der 05-Spieler, von denen Innenverteidiger Bo Svensson (rechts, im Hintergrund) eine große Leistung abgeliefert hatte. Der Mainzer Siegschütze Adam Szalai tauschte das Trikot mit seinem ungarischen Landsmann Tamas Hajnal, der nach seiner Einwechslung die Wende auch nicht mehr einleiten konnte.
    Foto: Bernd Eßling

    Mainz - Christian Heidel hat sich die Partie noch mal in voller Länge im Fernsehen angeschaut. "Im Stadion hatte auch ich das Gefühl, dass wir nicht berauschend gespielt haben", sagt der Manager des FSV Mainz 05 nach dem hochwertigen Bundesliga-Heimsieg gegen Borussia Dortmund. "Aber nach dem zweiten Anschauen muss ich schon sagen, dass wir dieses 1:0 letztlich souverän über die Bühne gebracht haben."

    "Hömma, hömma", brummte ein Dortmunder Journalist nach dem Spiel am Bruchweg in der Mixedzone und wandte sich an einen der MRZ-Schreiber. "Wat iss dat denn wirklich für ein Thema mit Klopp in Mainz. Eure Spieler hatten heute ja Schaum vor dem Mund...!" 

    Und dann versucht man zu erklären, dass der FSV Mainz 05 im eigenen Stadion eigentlich läuferisch und kämpferisch immer in diesem aggressiven Stil auftrete, nur spiele die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel manchmal noch etwas besser Fußball. Anders seien doch wohl die nunmehr 31 Punkte am Bruchweg, diese absolute Spitzenstellung der Mainzer in der Heimtabelle der Bundesliga, auch gar nicht möglich und erklärbar. 

    "Hömma, hömma" 

    "Hömma, hömma", insistierte der Kollege aus Westfalen. "Dat glaub ich so nicht. Da kann wat nich stimmen. Die Mainzer haben doch heute bewusst gegen Klopp gespielt, dat war doch deutlich zu sehen auf dem Platz..." Die fürsorgliche Überzeugungsarbeit blieb chancenlos. Der Kollege blieb bei seiner Einschätzung: Mainz 05 habe außergewöhnlich leidenschaftlich gekämpft, die Borussia habe sich davon beeindrucken lassen und außergewöhnlich schlecht gespielt... 

    Diese kleine Begebenheit am Rande belegt, dass die Stärken der Mainzer in dieser Aufstiegssaison noch nicht durchgedrungen sind in der bundesweiten medialen Betrachtung. Bei den gegnerischen Trainern sehr wohl, das zeigen die konzentriert defensiven Ausrichtungen vieler Bruchweggäste, verstärkt in der Rückrunde. 

    Und auch die 05-Legende Jürgen Klopp hatte am Samstag seine Mannschaft in seinem langjährigen Wohnzimmer taktisch nahezu perfekt auf den Mainzer Spielstil eingestellt. Doch die Dortmunder Jungstars bekamen trotz 69 Prozent Ballbesitz, trotz ausgeprägtem Flügelspiel, trotz immer mehr Personal im letzten Drittel des Spielfeldes die 05-Defensive nicht geknackt. 

    Überragende Defensive 

    "Und das ist außergewöhnlich", sagt Christian Heidel. "Denn normalerweise verliert ein Aufsteiger gegen eine individuell besser besetzte Mannschaft, die an diesem Tag im Feld überlegen ist." Dieser neunte(!) Heimsieg in dieser Saison sei vielleicht nicht das Ergebnis einer spielerisch berauschenden Leistung gewesen, "aber wir waren im Defensivverhalten überragend, souverän", so der Manager des FSV Mainz 05. "Und das hat Kloppo ja hinterher auch so gesehen. Das sind für uns die wichtigen Siege, und das war auch verdient." Heidel: "Wir haben einen Champions-League-Aspiranten geschlagen, und unser Trainer hat noch genug Kritikpunkte gefunden. Das ist doch schön." 

    Darüber hinaus seien all die Kritiker belehrt worden, die dem FSV Mainz 05 nach dem Abgang von Jürgen Klopp eine ganz schwere Zeit prognostiziert hätten. "Mit Kloppo, das war eine große Zeit", resümierte Heidel. "Aber Mainz 05 ist längst mehr, als nur eine einzige Trainerpersönlichkeit. Und das beweisen uns auch die Leute in dieser Stadt, die auch nach Jürgen Klopp zu uns stehen." Und nun wünsche er dem Dortmunder Erfolgstrainer noch vier Siege zum Abschluss dieser Saison. In dieser Partie am Bruchweg habe die Freundschaft einfach mal für 90 Minuten ruhen müssen. 

    Kritischer Ansatz 

    Der kritische Ansatz von Thomas Tuchel diente mit hoher Wahrscheinlichkeit schon der Vorbereitung der Auswärtspartie am Samstag gegen den Hamburger SV. Der 05-Coach will die Auswärtsbilanz (bislang zehn Punkte) noch aufbessern, "das ist unser Anspruch". In Hamburg werden die gegen Borussia Dortmund überragenden Innenverteidiger Nikolce Noveski und Bo Svensson nicht erneut die Hauptlast tragen können. 

    Kompakter im Mittelfeld 

    In Hamburg muss auch das Mittelfeld wieder kompakter stehen, müssen die Mannschaftslinien wieder enger zusammenrücken, sowohl in der Bewegung nach hinten als auch nach vorne. Gegen die Dortmunder hatten die 05er darüber hinaus zu wenig Ballzirkulation. Tuchel wollte das korrigieren durch die Einwechslung von Eugen Polanski (59., für den offensiven Flügelmann Filip Trojan). 

    Doch Polanski findet im Moment seinen Rhythmus nicht. Da fehlt immer wieder das Timing im Zweikampf, das Vorausdenken, das präzise Kurzpassspiel. Zwei, drei weniger gelungene Aktionen, und der Kämpfer stürzt sich dann auch noch sofort in wilde Diskussionen mit Gegenspielern oder mit dem Schiedsrichter. Polanski schaffte es nur mühsam, den gegen die Borussia nicht ganz so präsenten Miroslav Karhan in der Defensive und im Aufbau zu entlasten. Elkin Soto musste schuften für drei. Und das machte der 29 Jahre alte Kolumbianer mit nie erlahmender Leidenschaft und großer Spielintelligenz. 

    Den Dortmundern fehlte unterm Strich die außergewöhnliche Einzelleistung. Der entscheidende Pass, der einen Stürmer in freie Schussposition gebracht hätte, oder ein überragender Sololauf. Einen Zvejzdan Misimovic oder einen Edin Dzeko hat aber auch Klopp nicht im Team. Bei den Mainzern hatte Adam Szalai diesen besonderen Moment. Damit hatte die Borussia nicht gerechnet. 

    Reinhard Rehberg

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