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    0:1-SchockUnd schon wieder ein neues Kunststück

    Eine derart konsequent praktizierte Aufbauhilfe für problemgeschüttelte Konkurrenzvereine macht dem FSV Mainz 05 so schnell keiner nach.

    Szenen eines Dramas: Nikolce Noveski (oben) ist fassungslos, doch um das Nervenkostüm des ansonsten so zuverlässigen 05-Kapitäns steht es derzeit auch nicht zum Besten. Andreas Ivanschitz mag nicht glauben, dass er wieder einmal eine dicke Gelegenheit zur Führung hat liegen lassen. 
Fotos: Julia Rau
    Szenen eines Dramas: Nikolce Noveski (oben) ist fassungslos, doch um das Nervenkostüm des ansonsten so zuverlässigen 05-Kapitäns steht es derzeit auch nicht zum Besten. Andreas Ivanschitz mag nicht glauben, dass er wieder einmal eine dicke Gelegenheit zur Führung hat liegen lassen. Fotos: Julia Rau
    Foto: Julia Rau

    Gegen diesen FC Augsburg, der in der Coface Arena anschaulich unter Beweis stellte, warum der Aufsteiger bis zu diesem Spieltag noch keine Partie gewinnen durfte, soviel steht fest, hätte kaum ein anderer Bundesligist verloren.

    Foto: Julia rau

    Die Mannschaft von Thomas Tuchel ist in diesem Herbst für solche Kunststücke immer gut und ringt nach dieser fürchterlichen 0:1-Niederlage, mit erneutem Knockout unmittelbar vor dem Abpfiff, mit dem Glauben um die Richtigkeit des eigenen Tuns.

    Fünf Heimspiele haben die Mainzer in ihrer neuen Arena bei insgesamt neun Spieltagen absolviert, die letzten vier davon in Serie verloren. Und nicht zuletzt deshalb zeichnet sich ab, dass Tuchel und dessen Profis nicht nur in einer erwartet schwierigen Bundesligarunde stehen, sondern einer hammerharten Phase entgegenschauen, die den letztjährigen Fünften so schnell nicht aus diesen extrem trüben Gefilden der Tabelle herausbringen wird. Dafür ist der mentale Schaden inzwischen einfach zu groß, das Selbstvertrauen auf eine Winzigkeit zusammengeschrumpft, die Überzeugung auf der Strecke geblieben.

    Im schlechtesten Fall 0:0

    Ein solches Spiel wie diese 95 Minuten gegen den Aufsteiger kann es zu jeder Zeit geben. Klare Überlegenheit. Ein fußballerisch deutlich besseres Team beißt sich an einem nur auf Verhinderung und Verschleppung ausgerichteten Gegner, der aufopferungsvoll läuft und kämpft, ohne gesteigerten Wert auf den eigenen Ballvortrag zu legen, die Zähne aus. Die großen Chancen finden nicht den Weg ins Tor. Ein erzielter Treffer zählt nicht wegen Abseits. Auch wenn die Summe der Negativa groß ist und mal wieder alles schiefläuft, darf dies dennoch einfach nicht zu einer Niederlage führen. Das für die 05er schlechteste Ergebnis in dieser Begegnung hätte ein 0:0 sein m ü s s e n. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben.

    Doch den 05-Profis gelingt es zurzeit gnadenlos gut (oder schlecht), das Dilemma immer noch selbst zu vergrößern. "Dass wir kurz vor Schluss bei einem Erfolg versprechenden Freistoß zu fahrig sind und einen Konter zulassen", sagte Tuchel nachher zerknirscht, sei unfassbar. "Dann tut uns der Augsburger Stürmer noch den Gefallen, trifft den Pfosten, und wir sorgen in letzter Konsequenz selbst dafür, dass das Spiel ganz weg geht." In dieser Situation, so der 05-Trainer, habe es für Bo Svensson keine Veranlassung gegeben, nach dem Pfostenglück so in einen Zweikampf zu gehen, in dem FCA-Spieler Axel Bellinghausen nicht mehr gefährlich habe werden können. "Die Szene war durch", sagte Tuchel. Das Spiel damit auch. Jan-Ingwer Callsen-Bracker verwandelte den fälligen, korrekten Foulelfmeter, stürzte damit die 05er in tiefe Depression.

    "Wir hatten diese zwei, drei hochkarätigen Chancen vorher, die uns die Tür aufmachen, den Gegner zum Öffnen zwingen sollten", betonte der 05-Trainer. "Wenn du die nicht machst, schleicht sich dieses Gefühl wieder ein: Das wird doch nicht etwa schon wieder so enden. Das kann doch gar nicht sein, das gibt es nicht."

    Läufe durch den Ortskern

    Beim FSV Mainz 05 gibt's das regelmäßig. "Im Moment fühlt sich das an, als würden wir dreimal durchs Dorf laufen, um in die Kirche zu kommen. Wir machen uns das Leben selbst schwer." Beim Last-Minute-Ausgleich vor 14 Tagen in Nürnberg hatte Tuchel noch von einer zweifachen Laufrunde durch den Ortskern gesprochen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich mit der Zunahme der Probleme. Acht Punkte nach neun Spieltagen. Tabellenplatz 15. Ein sich zuspitzender Heimkomplex. "Die Situation darf nicht dazu führen, dass wir an allem zweifeln", erklärte der 05-Chef nach dem Abpfiff. "Wir sind aber in einer Phase, in der die Mannschaft und der Trainer gefordert sind", erklärte Harald Strutz. "Das ist eine ganz besondere Herausforderung."

    Analyse mit Abstand und Ruhe

    Thomas Tuchel sprach später die Probleme, die Mängel und Fehler seiner Profis relativ offen an. Über mögliche Konsequenzen, darüber wie der 38-Jährige mit seinen Profis den Weg aus der Krise meistern will, wie die Spieler mentale Härte entwickeln können, um solche Situationen wie gegen die biederen Augsburger besser zu lösen, darüber wollte sich Tuchel unmittelbar nach dem Spiel nicht auslassen.

    Die Niederlage macht auch dem unermüdlich am Rad drehenden Fußballlehrer zu schaffen. "Das Ganze ist gerade erst passiert", sagte Tuchel. "Ich brauche jetzt auch erst einmal die Zeit, um nach Hause zu gehen, runterzukommen, über die Geschichte zu schlafen." Danach müsse er sich mit der Mannschaft beschäftigen, schauen, wie seine Profis mit diesem neuerlichen schmerzhaften Genickschlag umgehen, dann erst könne er auf die Situation reagieren. "Bei uns liegen im Spiel Dinge brach", sagte Tuchel kryptisch. Die Frage ist, warum das so ist. Die 05er spielen nicht richtig grottenschlecht, sie spielen aber auch nicht gut. Nicht gut genug jedenfalls, um im Augenblick solche Gegner wie den zuvor sieglosen Aufsteiger schlagen zu können.

    Es falle ihm im Moment schwer, mehr darüber zu sagen. "Trotzdem müssen wir nach vorne schauen", erklärte der 05-Coach. "Damit wir nächsten Samstag in Berlin konkurrenzfähig sind."

    Jörg Schneider

    Mit den Abläufen insgesamt unzufrieden
    Mainz 05
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