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    Nachholbedarf im Umgang miteinander in angeblich stärkster Liga

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    Der Spielleiter sprach die vier Spielabbrüche an und die Partie zwischen dem TuS Hackenheim und der SG Steyerbachtal, die wiederholt wurde. "Ich verstehe die Sache so lange, wie alles seinen Weg geht", sagte Seefeldt. "Es gibt einen Protest, ein Wiederholungsspiel, Schluss. Aber wie die Vereine danach in Presse, neuen Medien und auch am Rande des Spielfelds miteinander umgegangen sind, war unmöglich. So etwas gehört nicht in den Fußball." Im Raum herrschte erst einmal Stille. Ähnlich ruhig wurde es, als es um die Spielabbrüche ging, an denen Türkgücü Ippesheim beteiligt gewesen war. Dreimal wurden die Ippesheimer vom Sportgericht schuldig gesprochen, einmal hatte der Schiedsrichter einfach zu früh abgebrochen. "Dafür konnte niemand etwas. Aber in den anderen Fällen bitte ich doch darum, sich seine Gedanken zu machen", forderte Seefeldt. Der Vertreter von Türkgücü schaute derweil unbeteiligt umher, grinste das ein oder andere Mal.

    Ein ähnlich düsteres Bild entwarf auch Kreis-Schiedsrichterobmann Christian Wendel. "Die Hemmschwelle wird immer niedriger", sagte er. "Man muss sich vorstellen, dass Arschloch inzwischen eine der harmloseren Beleidigungen ist." Mehrere, teils erfahrene Unparteiische, hätten deshalb ihre Karriere beendet. Schiedsrichtermangel ist die Folge. "Und die, die wir haben, sind häufig zu alt", sagte Wendel. "Ich werde häufig gefragt: Warum schickt ihr so alte Schiris? Ich kann nur antworten: Die Vereine melden die Leute. Wir bilden sie nur aus."

    Gleich vier Klubs der Klasse stellen überhaupt keinen Schiedsrichter. Die Kosten schnellen für alle in die Höhe. Wendel und Seefeldt wünschten dem neuen Klassenleiter Christoph Dengel, der auch die Vereine seiner Kreisklasse Ost 2 zur Besprechung eingeladen hatte, einen positiveren Start. Doch die Aussichten sind nicht rosig. Karl-Heinz Weyand, der Kreisvorsitzende, hatte zwar Lob für den ein oder anderen Klubs parat, aber auch er sprach unerfreuliche Themen an. Beim Verbandstag waren lediglich 30 Prozent der Vereine aus dem Kreis anwesend. "Dann darf sich auch keiner wundern, wenn wir nichts durchsetzen können", sagte Weyand. "So kann ich nichts für euch tun." Von den anwesenden Bezirksklassen- und Kreisklassenklubs hatten nur der TSV Hargesheim, der VfL Fürfeld, der TuS Roxheim, die Spvgg Teufelsfels der SV Winterbach und die Vereine der SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach am Verbandstag teilgenommen. "Großes Lob für euch, keine schöne Gesamtbilanz", sagte Weyand.

    Carsten Zillmann

    Regionalsport Süd - Klasse 4 - Bezirksklassen
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