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    KOPIE_ID_321868/"Gewisse Lockerheit" half auf Weg zum Titel

    Deutsche Meisterschaften - Julia und Nadja Thürmer holen erstmals den Titel im 2er der Frauen.

    Die neuen Deutschen Meister im 2er Kunstfahren der Frauen kommen vom RV Finthen: Julia und Nadja Thürmer holten sich in Erfurt den Titel. <a href="http://www.mainzer-rhein-zeitung.de/sport/regionalsport/regionalsport-topmeldungen_artikel,-KOPIE_ID_321868Gewisse-Lockerheit-half-auf-Weg-zum-Titel-_arid,322047.html">>> zum Artikel</a>
    Die neuen Deutschen Meister im 2er Kunstfahren der Frauen kommen vom RV Finthen: Julia und Nadja Thürmer holten sich in Erfurt den Titel. >> zum Artikel
    Foto: Sascha Fromm

    Deutsche Meisterschaften - Zehn Minuten können sich wie Gummi ziehen, können sich anfühlen wie zehn Jahre.

    Schreckmoment in der Erfurter Riethsporthalle: Beim Sturz von den Schultern ihrer Unterfrau Katrin Schultheis fiel Sandra Sprinkmeier in den Rahmen ihres Rades. Nach einer Behandlungspause konnte das Ebersheimer Duo die Kür fortsetzen, verlor aber zu viele Punkte, um noch für die Plätze eins und zwei infrage zu kommen.
    Schreckmoment in der Erfurter Riethsporthalle: Beim Sturz von den Schultern ihrer Unterfrau Katrin Schultheis fiel Sandra Sprinkmeier in den Rahmen ihres Rades. Nach einer Behandlungspause konnte das Ebersheimer Duo die Kür fortsetzen, verlor aber zu viele Punkte, um noch für die Plätze eins und zwei infrage zu kommen.
    Foto: Sascha Fromm

    "Spaß macht das nicht, wenn man warten muss, wie die anderen abschneiden", sagt Nadja Thürmer. Mit ihrer Schwester Julia musste die junge Kunstradfahrerin am Samstagabend bei den Deutschen Hallenrad-Meisterschaften als zweites Paar ins Finale gehen - und anschließend zuschauen, wie die Titelverteidigerinnen Jasmin Soika/Katharina Wurster und die German-Masters-Siegerinnen Katrin Schultheis/Sandra Sprinkmeier ihre je fünfminütigen Übungen fuhren.

    Doch das Warten lohnte sich: Als alles vorbei war, durften die Thürmer-Schwestern sich feiern lassen. Als Deutsche Meister 2011. Es war der erste nationale Titel bei den Frauen für Julia (22) und Nadja (20) Thürmer vom RV Finthen.

    "Für uns war das eine absolute Überraschung, wir hatten damit überhaupt nicht gerechnet", sagte gestern die jüngere der beiden Schwestern und klang noch etwas mitgenommen. "Wir mussten ja darauf hoffen, dass die anderen deutlich mehr Fehler machen als wir."

    Bundestrainer Marcus Klein hingegen, der Coach des Ebersheimer Duos Schultheis/Sprinkmeier, hatte das Finther Duo sehr wohl auf der Rechnung im Kampf um den Titel gehabt. Und er durfte sich in seiner Vermutung schon nach der Vorrunde bestätigt sehen. Mit 155,55 Punkten mussten Thürmer/Thürmer bei eingereichten 162,80 Zählern nur minimale Abzüge hinnehmen. Besser fuhren nur Soika/Wurster: Die amtierenden Weltmeisterinnen vom SV Mergelstetten erreichten mit 159,25 Punkten (eingereicht: 166,40) die höchste je ausgefahrene Wertung. Ein Weltrekord ist es dennoch nicht - die können nicht bei nationalen Meisterschaften, sondern nur bei internationalen Veranstaltungen mit internationalen Juroren aufgestellt werden. Schultheis/Sprinkmeier, die Inhaber des Weltrekordes, kamen mit 136,09 Punkten als Dritte ins Finale.

    Im Final Four, sagte Nadja Thürmer, seien die Karten zwar neu gemischt worden, "aber wir sind davon ausgegangen, dass wir nur mit einer optimalen Leistung eine Chance auf den Sieg haben würden". Zu belasten schien dieses Wissen die Finther nicht. "Wir sind mit einer gewissen Lockerheit an den Start gegangen", erzählte Nadja Thürmer. 149,64 Punkte legten sie vor, danach war es mit der Lockerheit vorbei. Es begann das lange Warten, das Zittern, die Dramatik.

    Soika/Wurster stiegen als nächste auf die Räder, lagen bis zur ihrer letzten Übung knapp in Führung, leisteten sich dabei aber einen Sturz, der einen fünfzigprozentigen Abzug mit sich brachte; die Titelverteidigerinnen mussten sich hinter den Thürmers einreihen.

    Einen Schreckmoment erlebte die Halle beim letzten Paar der Konkurrenz: Knapp zweieinhalb Minuten lang waren Schultheis/Sprinkmeier glänzend unterwegs, dann kam es zu einem spektakulären Sturz der Oberfrau: Auf den Schultern ihrer Partnerin (Marcus Klein: "Höher geht's nicht") fiel Sprinkmeier in den Rahmen ihres Rades. "Das sah heftig aus", berichtete der Trainer. "Sandra musste behandelt werden, aber es war zum Glück nichts gebrochen oder gerissen, sie kam mit Prellungen und Schürfwinden davon."

    Während der Behandlung wurde zwar die Zeit angehalten, dennoch waren einige Sekunden und Punkte verloren gegangen. "Wir wussten, dass es auf zwei Rädern eng werden würde", sagte Klein. Und dennoch lagen seine Schützlinge bis kurz vor Schluss gut in der Spur. Bis zur Kehrreitsitzsteigerdrehung, eine der Übungen, auf die sie sich besonders intensiv vorbereitet hatten. Auch wenn sie die Wertigkeit einer DM-Bronzemedaille zu schätzen wüssten: "Katrin und Sandra waren natürlich enttäuscht", sagte Klein. "Wenn man mit dem Ziel antritt, zu gewinnen, kann man nicht mit dem dritten Platz zufrieden sein."

    Peter H. Eisenhuth

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