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    Höhepunkt: Vor 6000 Huskies-Fans in Kassel

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    Robert Dalaker spielt seit rund 20 Jahren Eishockey. Zu seinen sportlichen Idolen gehören aber keine Kufencracks , sondern Athleten wie die norwegische Skilanglauf-Legende Björn Daehlie.
Foto: Harry Braun
    Robert Dalaker spielt seit rund 20 Jahren Eishockey. Zu seinen sportlichen Idolen gehören aber keine Kufencracks , sondern Athleten wie die norwegische Skilanglauf-Legende Björn Daehlie.
    Foto: Harry Braun

    Dalaker gehört trotz seiner nur 180 Zentimeter Körperlänge zu den absoluten Leistungsträgern der Mainzer Wölfe. Noch vor wenigen Jahren galten kleinere Akteure im Eishockey als zu durchsetzungsschwach und bekamen daher oft keine faire Chance, ihr Können zu beweisen. Doch mittlerweile verkörpert Dalaker einen modernen, immer gefragter werdenden Typ Eishockeyspieler.

    Der 23-jährige sieht trotz stattlicher 55 Torbeteiligungen in der vergangenen Saison das Scoring nicht als seine Stärke. "Ich bin eher ein Kämpfer und ein guter Schlittschuhläufer." Nach sechs Jahren als Verteidiger ist Dalaker nun auf der Centerposition angekommen. Diese verantwortungsvolle Rolle bringe ihm sehr viel Spaß. Hier muss er nicht nur wichtige Defensivaufgaben und viel Laufarbeit übernehmen, sondern "man muss auch viel mitdenken und den Spielaufbau gestalten. Und ich übernehme gerne Verantwortung".

    Unter ihrem neuen Trainer Holger Pöritzsch streben die Mainzer den Meistertitel in der Hessenliga an, wollen die unattraktive Hessenliga verlassen. "Die Spiele sind oft sehr einseitig, das ist für die Zuschauer langweilig. Und ich persönlich spiele auch lieber enge Matches. Es ist einfach schöner, wenn man wirklich kämpfen muss", sagt Dalaker. "Weil uns in der Hessenliga die meisten Teams leider klar unterlegen sind, bestreiten wir regelmäßig Testspiele gegen höherklassige Mannschaften." Zum Saisonauftakt kassierten die "Wölfe" allerdings eine Niederlage (siehe oben stehenden "Sport in Zahlen").

    Dalaker selbst blickt bereits auf fast zwei Jahrzehnte Eishockeyerfahrung zurück. "Meine Eltern haben mir als Kind Einblick in viele Sportarten ermöglicht, und mit fünf Jahren bin ich beim Eishockey hängengeblieben", erzählt er. "Mir gefällt besonders, dass es ein Kontaktsport ist. Und auch die Kollegialität in der Kabine ist fantastisch. Ich habe durch Eishockey viele Freunde gefunden."

    Doch Dalaker ist nicht nur auf Eishockey fixiert. Der Deutsch-Norweger fährt beispielsweise auch Rennrad und Snowboard. Durch solche Sportarten könne man sich in Bereichen wie Ausdauer oder Balance, die im Eishockey wichtig sind, verbessern. "Meine sportlichen Vorbilder sind auch nicht im Eishockey zu finden." Viel mehr bewundert Dalaker willensstarke Athleten wie den norwegischen Skilangläufer Björn Daehlie.

    Aktuell liegt der Fokus des "Wölfe"-Akteurs jedoch nicht auf dem Sport. Robert Dalaker studiert Medizin und visiert den Gang in die Orthopädie oder Unfallchirurgie an. "Ich will auch in Zukunft Eishockey spielen und würde es auch gerne auf höherem Niveau versuchen. Priorität genießt derzeit allerdings das Studium." Dabei komme ihm der Verein entgegen. "Meistens kann ich tagsüber studieren und abends aufs Eis."

    Nicht ausgeschlossen ist, dass die Zukunft des 25-Jährigen in seiner zweiten Heimat Norwegen liegt. "Ein Großteil meiner Verwandtschaft lebt dort, und wenn es sich mit meinem Beruf verbinden ließe, könnte ich mir durchaus vorstellen, dort Eishockey zu spielen", sagt Dalaker, der regelmäßig in das Land reist. "Tendenziell bleibe ich aber in Deutschland."

    Vielleicht erlebt Robert Dalaker irgendwann auch nochmal ein ähnliches Highlight wie im Februar dieses Jahres. Da spielten die Mainzer Wölfe in der Liga vor mehr als 6000 Zuschauern beim einstigen DEL-Klub Kassel Huskies. "Das war beeindruckend, und die Nervosität war schon besonders groß", erzählt er. "6000 Leute waren gegen uns, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Durch so ein Match lernt man, unter Druck ruhig zu bleiben."

    Von solchen Kulissen lässt sich in Mainz nur träumen; denn mehr als 150 Besucher dürfen die dem TSV Schott angegliederten "Wölfe" selten begrüßen. "Das ist schon schade. Unser Management bemüht sich, mehr Fans anzulocken, aber im Schatten des Fußballs ist schwer, Eishockey populärer zu machen." Generell sinke in Deutschland das Interesse am Vereinseishockey, trotz der jüngsten Erfolge der Nationalmannschaft. "Viele Leute mögen unseren Sport eigentlich gerne", sagt Dalaker. "Aber es gibt einfach viel zu wenig TV-Präsenz. Man bekommt ja nichts zu sehen."

    Stefan Wasmer

    Steckbrief

    • Name: Robert Dalaker
    • Geburtstag: 17. Mai 1988
    • Wohnort: Mainz
    • Sportart: Eishockey
    • Verein: TSV Schott Mainz
    • Position: Center
    • Größe: 1,80 Meter
    • Gewicht: 75 Kilo
    • Beruf: Student
    • Hobbys: Rennrad, Laufen, Snowboard, Wellenreiten

    Das sagt der Trainer:

    Roger Nicholas, im Vorjahr Coach der Mainzer Wölfe, erinnert sich gerne an die Zusammenarbeit mit Robert Dalaker zurück. "Er ist ein gut ausgebildeter Allroundspieler, offensiv wie defensiv stark", sagt Nicholas und lobt zudem das Eishockeyverständnis und den Charakter seines ehemaligen Schützlings. Im Abschluss habe Dalaker noch Steigerungspotenzial. "Aber in jedem Fall ist er "ein wertvoller Spieler, der auch eine Klasse höher eine gute Rolle spielen könnte."

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