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    Christian Hock muss den Nebenjob aufgeben

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    Muss die Schott-Jacke nach der Saison schon wieder ausziehen: Trainer Christian Hock. Foto: Eßling
    Muss die Schott-Jacke nach der Saison schon wieder ausziehen: Trainer Christian Hock.
    Foto: Eßling

    15 Siege und drei Unentschieden, das hat Trainer Christian Hock seit seiner Amtsübernahme Anfang Oktober beim Fußball-Verbandsligisten TSV Schott Mainz zuwege gebracht. "Und am liebsten würde ich die verbleibenden vier Spiele mit der Mannschaft auch noch gewinnen und sie meinem Nachfolger im Sommer als Oberligist übergeben", sagte Hock gestern und ließ damit die Katze aus dem Sack. Der ehemalige 05-Zweitligaprofi wird nicht über diese Saison hinaus beim TSV Schott weitermachen.

    "Ich wäre gerne geblieben, denn die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen", sagte Hock, der seinen Jungs die Entscheidung am Dienstagabend mitgeteilt hatte. In der Walpurgisnacht. Seine Entscheidung stand offenbar schon ein paar Tage früher fest, aber Schott-Fußballchef Salvatore Ruggiero hatte wohl bis zuletzt versucht, beim SV Wehen Wiesbaden darauf einzuwirken, dass Hock seine Trainertätigkeit beim TSV Schott aufrechterhalten kann. Beim Drittligisten von der anderen Rheinseite ist Hock bekanntlich seit Anfang des Jahres hauptamtlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, hatte aber mit den Verantwortlichen des SVWW seinerzeit ausgehandelt, dass er parallel zu seiner dortigen Arbeit bis zum Ende der laufenden Saison noch nebenbei den Mainzer Verbandsligisten betreuen darf.

    Ab der kommenden Saison aber dulden die Wehen-Wiesbadener dieses Konstrukt nicht mehr. Hock hat beim SVWW eine Vollzeitstelle, und deshalb soll er künftig seine ganze Kraft auch ausschließlich für den Klub aufwenden. "So ganz ohne Trainertätigkeit kann ich mir das aber nicht vorstellen", sagte Hock. Es soll Überlegungen geben, dass Hock eine Mannschaft des SVWW im Sommer übernimmt. Eine Möglichkeit böte sich da sicherlich im Bereich der A-Junioren.

    Der TSV Schott wird sich nun intensiv auf die Suche nach einem Nachfolger für Hock begeben. "Wir werden viele Gespräche führen müssen", sagte Ruggiero, "denn wir wollen uns in unserer Entscheidung ganz sicher sein." Was er eigentlich sucht, ist ein geklonter Hock. "Aber den gibt es nicht." Ruggiero rechnet damit, dass sich viele Kandidaten, die sich schon beworben haben, als sie im Januar von Hocks Vollzeitstelle beim SVWW erfahren hatten und deshalb schon damals davon ausgegangen waren, dass Hock nicht mehr bei Schott weitermachen wird, auch jetzt wieder melden werden.

    "Wir suchen einen bodenständigen Typen, der mit jungen Spielern umgehen kann", sagte Ruggiero, "denn außer Markus Kreuz, Martin Willmann, Nenad Simic und Nils Döring haben wir ausnahmslos junge Talente und werden auch in Zukunft darauf setzen. Und es sollte bevorzugt ein Trainer aus der Region sein, der selbst höherklassig gespielt und mindestens Verbands- oder besser Oberliga trainiert hat."

    Da wären doch gleich einige bekannte Namen in der Lostrommel: Ex-05 Zweitligaspieler Michael Müller, einst Trainer bei der TSG Hechtsheim, der SpVgg Ingelheim (beides Verbandsliga) und Alemannia Waldalgesheim (damals Oberliga), der dem Verein ohnehin auf verschiedenste Art und Weise verbunden ist. Ex-05er Petr Ruman, aktuell noch Kotrainer der 05-A-Junioren, mit dem schon ein erstes Gespräch stattgefunden hat, wie Ruggiero bestätigte. "Hock hätte die Doppelbelastung angenommen", sagte Ruggiero noch einmal bedauernd. "Aber er wird uns bei der Suche nach seinem Nachfolger zur Seite stehen. Er hat gute Kontakte." Drei, vier weitere Ex-05er, die derzeit anderweitig unter sind, sind da angeblich auf den nächsten Listenplätzen schon in Sicht. Armin Franz

    Regionalsport Mainz
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