Knall am Nürburgring: Massenentlassungen
Nürburgring - Am Nürburgring stehen Massenentlassungen an. 141 Mitarbeitern der Betreibergesellschaft des Nürburgrings, der Nürburgring Automotive (NAG) GmbH, soll gekündigt werden. Das bestätigte auf Anfrage der Betriebsratsvorsitzende der NAG, Manfred Strack. Er kündigt der Geschäftsführung einen „heißen Advent“ an. Insgesamt beschäftigt die Automotive rund 380 Menschen.
Im Detail soll es 91 direkte Kündigungen geben, 29 Zeitarbeitsträge nicht verlängert und 21 ehemalige Mitarbeiter der alten Nürburgring GmbH nicht mehr weiter von der NAG beschäftigt werden. Die NAG-Geschäftsführung bestätigt zwar, dass es Entlassungen geben wird, Zahlen nennt sie aber nicht. Bei Sozialplanverhandlungen in der kommenden Woche werde über Details gesprochen.
Dabei hatten Gesellschafter und Geschäftsführung der NAG, Jörg Lindner, Kai Richter und Karl-Josef Schmidt, bei einer Betriebsversammlung am 10. November noch erklärt, dass es in absehbarer Zeit keine Entlassungen am Nürburgring geben werde.
Als Hintergrund für die Kündigungswelle wird die vom Land erhobene Pacht für die Betreibergesellschaft angegeben. „Wegen der in den nächsten zwei Jahren um jeweils fünf Millionen Euro ansteigenden Pachtzahlungen müssen massive Einschnitte in den Kostenapparat vorgenommen werden“, so die Geschäftsführung auf Anfrage unserer Zeitung.
Dazu gehöre auch, dass Boulevard, Ringwerk, Ringracer, Arena, Eventcenter, Shops und Grüne Hölle nur noch bei Buchungen im Veranstaltungsgeschäft in Betrieb genommen würden. Damit allein würde ein nicht unerheblicher Millionenbetrag im Bereich Energie und Instandhaltung eingespart. Das Unternehmen will sich zudem noch stärker auf die Vermarktung der ertragreichen Rennstrecken und den damit zusammenhängenden Veranstaltungen konzentrieren.
Bei den anstehenden Sozialplanverhandlungen will der Betriebsrat eng mit der Gewerkschaft „verdi“ zusammenarbeiten. „Die Herren können sich auf einen heißen Advent vorbereiten“, kündigt Strack an. Der nimmt aber auch die Landesregierung in Pflicht. Schließlich habe der ehemalige Wirtschaftsminister Hendrik Hering 2009 bei einer Versammlung versprochen: sollte die Betriebsgesellschaft, die NAG, in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, werde das Land den Ring wieder übernehmen. Zudem habe es eine Arbeitsplatzgarantie für jene 140 Mitarbeiter der Nürburgring GmbH gegeben, die über eine Betriebsübergabevereinbarung in die Automotive gewechselt sind. „Ich bin gespannt, ob wenigstens das Land zu seinem Wort steht“, so Strack.
Uli Adams




















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