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AKW Mülheim-Kärlich - Der Kühlturm soll 2013 fallen

Rheinland-Pfalz - Vor 25 Jahren stieg die Spannung im Atomkraftwerk (AKW) Mülheim-Kärlich. Denn am 1. März 1986 kamen die Turbinen erstmals auf Touren. Mit siebenjähriger Verspätung, nach elf Jahren Bauzeit und gewaltiger Kostenexplosion begann die (kurze) nukleare Ära.

Am 1. März 1986, einem Samstag, waren alle Mitarbeiter im Dienst. Keiner wollte den Moment verpassen, in dem die erste nukleare Kettenreaktion ausgelöst wurde. Als die Techniker und Ingenieure danach von der Warte kamen, prosteten sich alle mit Sekt zu, erinnert sich der Strahlenbeauftragte Kurt Sesterhenn noch gut.

Während die Beschäftigten in der 3,5 Milliarden teuren Anlage applaudierten, stieg der Verdruss der Atomkraftgegner. Denn das Milliarden-Ding von Mülheim-Kärlich war von Anfang an umstritten. Die Gegner sprachen nach dem ersten Atom-Schock von Harrisburg (1979) von einem "Schrottreaktor", weil der Typ von Mülheim-Kärlich dem US-Katastrophen-Reaktor so ähnlich war. Trotzdem: Bei der "Generalprobe" vor 25 Jahren ahnte niemand, dass der der Koloss an der geologischen Kante wegen eines simplen Baufehlers keine große Zukunft haben und nur für 13 Monate unter Volllast Strom liefern sollte.

Grund: Das Kraftwerk steht auf einer Erdbebenspalte und einem erloschenen Vulkan. Weil der Untergrund so unsicher ist und der Reaktor durch "bloße Setzungen in der Erde" in Schieflage hätte geraten können, wurde der Betonklotz auf dem Papier stillschweigend und baurechtlich nicht abgesichert um 70 Meter verschoben. Der Reaktor sollte auf einer festen Scholle thronen - 14 Meter vom Maschinenhaus entfernt. Das bleibt der Knackpunkt, an dem der kritisierte "Schwarzbau" vor den Gerichtsinstanzen letztlich scheiterte. Anwalt Gerd Klöckner kommentierte es einmal so: "Es war einfaches Baurecht. Ich kann auch nicht in einem Stadtteil eine Genehmigung haben und in einem anderen Stadtteil bauen."

All dies ist Geschichte. Der Abriss läuft. Aber für den heutigen Werksleiter Walter Hackel bleibt der geologische Untergrund eine Hypothek für alle Überlegungen, wie das Gelände in direkter Nähe zur Autobahn und mit Schienen- und Wasserstraßen-Anschluss noch einmal genutzt werden kann.

Wann hier aber eine grüne Wiese ist, bleibt noch ungewiss, ob bis zum Jahr 2018 oder später. Entscheidend ist dabei, wie schnell im Schacht Konrad das Bundesendlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bei Salzgitter fertig wird und auch mit 3000 Tonnen Schrott aus Mülheim-Kärlich beschickt werden kann. Das Wahrzeichen von Mülheim-Kärlich, der 162 Meter hohe Kühlturm, soll jedenfalls 2013 fallen.

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Leserkommentare (17)

1
von Woody Alien vom 28.02 - 09:16 Uhr
haben doch wohl gezeigt, wie richtig der Ausstieg war. Und einige haben am AKW schon verdient - z.B. der Mainzer Rechtsanwalt Petereit (FDP): der ...
2
von alterschwede54 vom 28.02 - 09:41 Uhr
[QUOTE=Woody Alien;17613]haben doch wohl gezeigt, wie richtig der Ausstieg war.......... [/QUOTE] Erdbeben waren ja Einige in der Zeit. Roermond ...
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von Woody Alien vom 28.02 - 11:18 Uhr
Hallo Schwede - da verdanken wir der CDU/FDP von damals also Milliarden Kosten! Wählt die bloß nicht wieder an die Regierung!!!

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