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Gegen die Abzocke im Internet: Firma 1&1 stellt Politikern Sicherheitskonzept vor

Montabaur. Das Internetunternehmen 1&1 ist der größte Arbeitgeber in Montabaur. 1032 Menschen sind dort zurzeit beschäftigt, insgesamt arbeiten weltweit fast 4300 Menschen für 1&1. Das erfuhren Mitglieder der Enquetekommission „Verantwortung in der medialen Welt“ des rheinland-pfälzischen Landtages bei einem Besuch im Westerwald. Fachleute des Unternehmens informierten die Gäste aus Mainz unter anderem über das Sicherheitskonzept, mit dem 1&1-Kunden vor Viren, Trojanern und ganz generell vor Internetabzocke geschützt werden sollen.

Beeindruckende Architektur: repräsentatives Gebäude der Firma 1&1 in Montabaur. Insgesamt beschäftigt das Internetunternehmen 1032 Menschen am Standort Montabaur, fast 4300 weltweit. Ein wichtiges Thema, an dem die Entwickler ständig weiterarbeiten müssen, ist die Sicherheit im Internet und der Schutz der Nutzer vor Kriminalität und Abzocke. Foto: Hans Georg Egenolf

Die Zahlen sind absolut beeindruckend. 70 000 Server stehen in den allesamt mit „grünem Strom“ betriebenen Rechenzentren von 1&1. Über sie werden mehr als 11 Millionen Domains (Internetadressen) verwaltet, von denen aus im Monat mehr als 5 Milliarden E-Mails verschickt oder empfangen und mehr als 9 Milliarden Seiten aufgerufen werden. Ein Datentransfer gewaltigen Ausmaßes, der Risiken birgt, wie Anti-Abuse-Engineer Thorsten Kraft nur zu gut weiß. Er ist Leiter der Sicherheitsabteilung von 1&1, die zurzeit rund 40 Mitarbeiter beschäftigt. Monatlich erreichen das Abuse-Team bis zu 3 Millionen Mails mit Hinweisen zu möglichen Missbrauchsfällen. Zusätzlich ermitteln sie anhand eigener Beobachtungen gezielt infizierte PCs. Wenn sie betroffene Rechner identifiziert haben, werden die Internet-Nutzer informiert und erhalten eine Anleitung zur Entfernung des Schädlings. Die Experten entwickeln zudem laufend Projekte, um Internetnutzer vor neuen Bedrohungen zu schützen und Internetkriminalität zu bekämpfen. So gründeten sie gemeinsam mit anderen Unternehmen die Conficker Working Group, um Internetnutzer vor Conficker zu schützen, einem der gefährlichsten Computerwürmer, von dem bis zu 11 Millionen Rechner befallen gewesen sein sollen. In Zusammenarbeit mit der Universität Bonn entstand ein Projekt, welches Internet-Nutzern kostenfreie Hilfe bei der Bereinigung ihrer Systeme bot.
Jüngstes Kind ist ein Gemeinschaftsprojekt, das auf einer Idee der 1&1-Abuse-Experten beruht und Internetnutzer dabei unterstützen soll, ihre Rechner von Viren und sogenannten Bots zu befreien. Betreiber illegaler Botnetze installieren diese Bots ohne Wissen der Inhaber auf Computern und nutzen sie für ihre Zwecke. Voraussichtlich vom 15. September an wird ein Beratungszentrum über mögliche Gefahren und vorbeugende Maßnahmen aufklären und betroffenen Nutzern bei der Problemlösung helfen. Herzstück der bundesweit agierenden Beratungsstelle soll ein rund 40 Mitarbeiter starkes Call-Center sein. Anti-Viren-Spezialisten werden dort gezielte Unterstützung anbieten. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik unterstützt das Projekt finanziell.

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