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    MontabaurWesterwälder Wolf erschossen: Jäger muss vor Gericht

    Vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf den ersten Wolf im Westerwald nach 123 Jahren erwarten den Jäger jetzt strafrechtliche Konsequenzen. Am Amtsgericht Montabaur wird es zur Verhandlung kommen.

    Der Wolf war im 21. April erschossen worden. Er habe ihn für einen wildernden Hund gehalten, hatte der Jäger gesagt. 
    Der Wolf war im 21. April erschossen worden. Er habe ihn für einen wildernden Hund gehalten, hatte der Jäger gesagt. 

    Montabaur - Vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf den ersten Wolf im Westerwald nach 123 Jahren erwarten den Jäger jetzt strafrechtliche Konsequenzen. Am Amtsgericht Montabaur wird es zur Verhandlung kommen. Seinen Jagdschein kann er auch verlieren.

    Da streifte er noch durch den Westerwald und faszinierte die Menschen: Der Wolf, im Februar im Steimeler Ortsteil Weroth im Kreis Neuwied fotografiert.
    Da streifte er noch durch den Westerwald und faszinierte die Menschen: Der Wolf, im Februar im Steimeler Ortsteil Weroth im Kreis Neuwied fotografiert.
    Foto: Nabu/Uli Stadler

    Die Koblenzer Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus NRW vor, gegen das Tierschutz- und das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen zu haben. Sie hatte einen entsprechenden Strafbefehl beim Amtsgericht beantragt: 2500 Euro sollte der 71-Jährige zahlen. Doch der war nicht einverstanden, hat gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt. Jetzt muss das Amtsgericht Montabaur entscheiden.

    Ein Strafbefehl oder eine Verurteilung können in einem solchen Fall auch zum Verlust des Jagdscheins führen. Die für ihn zuständige Untere Jagdbehörde in NRW müsste zur Einschätzung gelangen, dass eine Unzuverlässigkeit des Schützen vorliegt. Nach dem Bundesjagdgesetz fehlt es daran, wenn jemand wegen einer Straftat gegen jagdrechtliche, tierschutzrechtliche oder naturschutzrechtliche Vorschriften zu einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen verurteilt wird. 

    Das rheinland-pfälzische Landesjagdgesetz sieht zudem vor, dass die Jagdausübung befristet untersagt werden kann, wenn ein Jäger wegen einer Straftat bei der Jagd verurteilt wird oder eine Geldbuße wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Landesjagdgesetz zahlen muss. Wie der Führerschein muss der Jagdschein dann bei der Behörde abgegeben werden. Der Landesjagdverbandes RLP hat zudem ein Disziplinarverfahren gegen den Jäger bei dessen Heimatverband beantragt, wie Geschäftsführer Erhard Bäder mitteilte. Der Jäger gehört dem Hegering Siebengebirge an.

    Wölfe stehen unter strengem Artenschutz. Seit mehr als hundert Jahren war im Frühjahr 2012 erstmals wieder ein Wolf von mehreren Zeugen gesichtet worden. Im April hatte der 71-jährige Jäger aus Nordrhein-Westfalen das Tier in der Nähe von Hartenfels erschossen. Der Mann hatte sich dann selbst gemeldet, nachdem deutschlandweit Medien über den Fall berichtet hatten. Er habe das Tier für einen wildernden Hund gehalten, hat er erklärt.

    Das hat ihm auch die Staatsanwaltschaft abgenommen. Er habe sich aber nicht ausreichend über Besonderheiten im Revier unterrichten lassen und hätte nicht sichtbehindert in der Dämmerung schießen dürfen, so die Staatsanwaltschaft. Außerdem hätte der Mann selbst auf einen wildernden Hund nicht feuern dürfen: Das ist nur zulässig, wenn das Tier gerade Wild jagt - und nicht danach.

    Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte nach Bekanntwerden des Falls Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Naturschutzreferent Olaf Strub vom Nabu Rheinland-Pfalz sagte, bei dem Tier handele es sich um eine streng geschützte Tierart. Landesjagdverband Rheinland-Pfalz und Deutsche Jagdschutzverband hatten 1.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, ein Tiernahrungshersteller hatte die Summe auf 5000 Euro aufgestockt. 

    Der Wolf wird künftig in der Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz im Naturhistorischen Museum in Mainz zu sehen sein. Die Präparierung ist aber offenbar noch nicht abgeschlossen. Auch der Westerwaldkreis hatte Interesse angemeldet. Er soll das das präparierte Tier zu Ausstellungszwecken ausleihen können.

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