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    St. GoarshausenWaldhof-Havarie: Binnenschiffer wollen Angehörigen der Vermissten helfen

    Die Vermissten des Unglücks der "Waldhof" an der Loreley sind noch immer nicht gefunden, das Leben muss aber weitergehen: Binnenschiffer haben eine Spendenaktion für die Angehörigen gestartet. Die Gründung eines Vereins ist auch geplant.

    Nach dem Unglück an der Loreley hatte schnell ein aufwendige Suche nach den beiden Vermissten begonnen - ergebnislos. Jetzt läuft eine Spendenaktion für die Angehörigen der Besatzungsmitglieder.
    Nach dem Unglück an der Loreley hatte schnell ein aufwendige Suche nach den beiden Vermissten begonnen - ergebnislos. Jetzt läuft eine Spendenaktion für die Angehörigen der Besatzungsmitglieder.
    Foto: dpa

    St. Goarshausen - Die Vermissten des Unglücks der "Waldhof" an der Loreley sind noch immer nicht gefunden, das Leben muss aber weitergehen: Binnenschiffer haben eine Spendenaktion für die Angehörigen gestartet. Die Gründung eines Vereins ist auch geplant.

    Wie erzählt man einem Neunjährigen, dass der Papa nie mehr wiederkommt? Viele der angemeldeten Nutzer im Binnenschiffferforum haben sicher geschluckt, als sie da lasen: "Ich mag meinem Kind nicht sagen müssen, sein Vater sei tot." Die Frau, die das schreibt, berichtet auch: "Wir sind schon eine Weile nicht mehr zusammen, aber er war am 9. Januar erst bei mir - wegen seinem Sohn. Die beiden standen sich sehr nahe."

    Keine 100 Stunden später passiert bei Rheinkilometer 554 etwas, was der Frau bisher keiner erklären kann. Die "Waldhof" kippt auf die Seite. Zwei Besatzungsmitglieder gehen über Bord und können von anderen Schiffen gerettet werden, von zwei Kollegen fehlt seither jede Spur. Einer der beiden Vermissten ist der 63-jährige Vater eines Geretteten, laut Polizei verheiratet, der andere ein 32-Jähriger. Vielleicht werden ihre Körper irgendwann irgendwo angespült, vielleicht werden sie bei der Bergung im Schiffsinneren gefunden. Die Polizei hat schon angefragt, die WebCams von der Loreley am Montag, 14. Februar, in letzterem Fall abzuschalten.

    Die ergebnislose Suche haben aber auch viele Mitglieder des Binnenschifferforums verfolgt. Und auch wenn viele Binnenschiffer selbst materiell geschädigt waren, weil sie festlagen - es tauchte die Frage auf, den Angehörigen zu helfen. Viel ist nicht bekannt, sie kennen die Forenbeiträge der Mutter des Neunjährigen, ansonsten bestätigt die Reederei Rhein-Fracht GmbH den Bootsleuten nur, dass die beiden Vermissten Familie haben. Mehr Informationen gibt es nicht - "um die Angehörigen zu schützen".

    Spenden sammeln lässt sich mit so mageren Informationen nicht so gut, die mögliche Not wird wenig anschaulich. Doch die Nutzer in dem Forum ließen sich nicht abbringen: Ein Spendenkonto bei einem Notar ist eingerichtet (Rechtsanwaltsanderkonto Notar Jakob, Bensheim, Stichwort: Binnenschiffernothilfe, Volksbank eG Darmstadt Kreis Bergstraße, BLZ 508 900 00, Kto-Nr. 54 157 630), die Mittelverwendung und die Sicherheit der Spenden ist damit gesichert,  eingezahlt werden kann bereits.

    Doch das Unglück der Waldhof hat mehr ausgelöst: "Ausgelöst durch die schwierige Situation in der deutschen Binnenschifffahrt und letztlich durch das Unglück der TMS Waldhof haben sich die weit über 900 registrierten Benutzer zu einer Solidargemeinschaft geschlossen", erklärt Michael Jeske, einer der Admnstratoren des Binnenschifferforums. "Grundgedanke war und ist der schon über Jahrhunderte praktizierte Zusammenhalt der Binnenschiffer in örtlichen Schiffervereinen."

    Geplant ist die Gründung eines Vereins "Binnenschifferforum hilft e.V.", die Gründungsversammlung wird in Koblenz sein - auf einem Schiff: Die MS "Schloss Engers" wird Schauplatz sein, Schiff von Jürgen Colleè, der als "JürgenKoblenz" im Forum einer der Antreiber der Idee ist und dessen Unternehmen Personenschiffahrt Collée auf eine mehr als hundertjähtige Tradition zurückblickt. So ist es bei vielen der Schiffern, der Beruf wurde seit Generationen weitergegeben. Der Fluss ist mit Broterwerb verbunden, aber auch mit Schicksalsschlägen. Das schweißt zusammen. „Die Binnenschiffer gelten zwar oft als brummelige Eigenbrödler, aber in Situationen wie diesen halten Sie doch zusammen", sagt Michaek Jeske. "Und diejenigen Schiffseigner, die unter der Sperrung des Rheins am meisten gelitten haben, gehörten zu den ersten, die nach dem Spendenkonto gefragt haben."

    Lars Wienand

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