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  • Verfahren eingestellt: Ring-Drama nicht durch Betrüger von außen

    Rheinland-Pfalz - Das Ermittlungsverfahren gegen die beiden Geschäftsmänner Michael Merten und Normann Böhm wegen Verdachts des Provisionsbetrugs am Nürburgring ist eingestellt.

    Rheinland-Pfalz - Sechs Wochen nach Beginn der Ermittlungen wegen möglicher Veruntreuung am Nürburgring gibt die Staatsanwaltschaft einen Zwischenbericht. Es zeichnet sich ab: Nicht Betrüger von außen tragen die Verantwortung für das Finanzdebakel, sondern Verantwortliche hier im Land.

    Von unserer Redakteurin Claudia Renner

    Den gescheiterten Finanzvermittlern für den 330 Millionen Euro teuren Ausbau am Nürburgring kann keine betrügerische Absicht nachgewiesen werden: Ermittlungen wegen Provisionsbetrugs gegen die beiden Manager des deutsch-luxemburgischen Firmengeflechts „Pinebeck“ wurden jetzt eingestellt, teilte der Koblenzer Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund mit.
    Aus dem Schneider sind die Pinebeck-Manager Michael Merten und Normann Böhm aber nicht: Nach wie vor stehen sie im Verdacht der Beihilfe zur Veruntreuung von Landesmitteln. Und da laufen die Ermittlungen gegen den geschassten Ex-Ringboss Walter Kafitz sowie den früheren Aufsichtsratschef und Ex-Finanzminister Ingolf Deubel weiter. Ebenfalls im Visier sind Ex-Finanzdirektor Hans-Jürgen Lippelt und Michael Nuss-Kaltenborn, bis heute Chef-Controller am Ring. Zudem beschäftigen sich die Ermittler mit der Rolle von Ex-ISB-Chef Hans-Joachim Metternich, dem heutigen Kreditmediator der Bundesregierung, sowie dem Chef der ISB-Immobilientochter RIM, Roland C. Wagner.
    Derzeit wertet die Staatsanwaltschaft noch das Material aus der Durchsuchungsaktion vom 30. Juni aus. „Zudem haben erste Vernehmungen stattgefunden, nach denen sich die Verdachtslage erhärtet hat“, sagt Hund. So sollen Geldspritzen von der landeseigenen Nürburgring GmbH sowie der Förderbank ISB in Höhe von insgesamt 13 Millionen Euro für den klammen Düsseldorfer Privatinvestor „Mediinvest“ nur deshalb über die „Pinebeck“ gelaufen sein, um nach außen hin den politisch gewollten Anschein von 50 Prozent Privatfinanzierung für den „Nürburgring 2009“ zu wahren. Damit wären staatliche Mittel missbraucht worden. In Wahrheit wurde das Projekt zu 90 Prozent aus staatlichen Mitteln finanziert. Für den Umweg über ihre Konten kassierte Pinebeck Provisionen von insgesamt 270 000 Euro. Ihre Mitwisserschaft könnte Merten und Böhm wegen Beihilfe in Schwierigkeiten bringen, ebenso den Mediinvest-Chef Kai Richter, der heute zusammen mit Jörg Lindner die Betreibergesellschaft am Ring managt.
    Gegen den schillernden Schweizer Finanzvermittler Urs Barandun, der angeblich einen superreichen US-Investor namens Pierre S. Dupont an der Angel hatte, besteht inzwischen „nur“ noch der Verdacht der Urkundenfälschung. Barandun wollte zwar mit einem vermutlich gefälschten Kontoauszug über 138 Millionen US-Dollar die die angebliche Bonität seines Investors belegen. Da er aber nie Geld vom Nürburgring verlangte oder erhielt, scheidet Betrug an dieser Stelle aus, erläutert Hund.
    Die beiden Pinebeck-Manager kassierten für ihre Bemühungen von der Nürburgring GmbH insgesamt 1,2 Millionen Euro Honorar. „Ob das wirtschaftlich angemessen war, ist in diesem Zusammenhang unerheblich“ , erklärte Hund. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass sie von Beginn an zahlreiche Gespräche mit interessierten Banken geführt haben. Angebote von zwei Banken habe der damalige Aufsichtsratschef Deubel jedoch abgelehnt und stattdessen das Modell von Barandun favorisiert.

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