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  • Nürburgring-Betreiber drohen jetzt mit Job-Abbau

    Rheinland-Pfalz. Am Nürburgring bahnt sich ein Großkonflikt an: Die Betreiber von Rennstrecke und Freizeitpark verlangen, dass die rot-grüne Landesregierung die millionenschwere Pacht deutlich senkt. Ansonsten drohen sie als „härteste Konsequenz“ mit dem Abbau von 140 Arbeitsplätzen.

    Will die Pachtzahlungen für den Nürburgring drücken: Jörg Lindner. Chef von Betreiber Nürburgring Automative. Ein Kündigungsrecht hatte seine Gesellschaft sich nicht einräumen lassen - seine Begründung 2010: "Wir sind vom Erfolg überzeugt."
    Will die Pachtzahlungen für den Nürburgring drücken: Jörg Lindner. Chef von Betreiber Nürburgring Automative. Ein Kündigungsrecht hatte seine Gesellschaft sich nicht einräumen lassen - seine Begründung 2010: "Wir sind vom Erfolg überzeugt."

    Rheinland-Pfalz - Am Nürburgring bahnt sich ein Großkonflikt an: Die Betreiber von Rennstrecke und Freizeitpark verlangen, dass die rot-grüne Landesregierung die millionenschwere Pacht deutlich senkt. Ansonsten drohen sie als „härteste Konsequenz“ mit dem Abbau von 140 Arbeitsplätzen.

    Das geht aus einem Brief hervor, der nach Informationen unserer Zeitung bereits am Montag Klaus Stumpf, dem Aufsichtsratschef der landeseigenen Nürburgring GmbH, zugestellt wurde. Unterzeichnet ist das brisante Schreiben von Jörg Lindner, dem Geschäftsführer der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG), und Karl-Josef Schmidt, Mitglied der NAG-Geschäftsführung.

    Die privaten Ring-Betreiber erheben saftige Forderungen, weil das Areal nicht so rentabel wie anfänglich gedacht ist. Die Automotive GmbH verlangt, dass die Pacht auf fünf Millionen Euro beschränkt bleibt und nicht auf zehn Millionen im nächsten Geschäftsjahr und auf 15 Millionen im übernächsten Jahr ansteigt, wie es der geltende Pachtvertrag vorsieht. Ansonsten will sich die NAG auf das „Kerngeschäft“ konzentrieren. Das heißt nichts anderes, als dass Teile des Freizeit- und Geschäftsparks stillgelegt werden müssten. Das wäre ein schwerer Schlag für die Landesregierung. Spiegel-Online titelt bereits: „Kurt Becks Nürburgring-Konzept steht vor dem Aus.“ Ursprünglich hatte die SPD-Alleinregierung den Freizeitpark für 330 Millionen Euro bauen lassen, um die enormen Verluste der Formel 1 auszugleichen.

    Der damalige Wirtschaftsminister Henrik Hering hatte vor einem Jahr überraschend erklärt, dass der Nürburgring schon zu einem unerwartet frühen Zeitpunkt Pacht zahlen werde. Obwohl das Geschäftsjahr erst im April 2011 endete, ließ sich nach Herings Worten bereits im Oktober 2010 absehen, dass die Nürburgring GmbH mit Pacht „in Millionenhöhe“ rechnen kann.  Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe den Nürburgring-Businessplan überarbeitet und erwarte 2015 bereits eine Zahlung von 23 Millionen Euro. Feriendorf und Hotels seien „hochrentierlich“, hatte Hering erklärt, auch die Grüne Hölle laufe gut. Das galt nicht für die Flaniermeile Boulevard, die Arena und den Freizeitpark Ringwerk –die Bauten, die Ex-Manager Walter Kafitz und Ex-Aufsichtsratsboss Ingolf Deubel mit öffentlichen Geldern in die Eifel geklotzt hatten. 

    Der Streit zwischen NAG und Land ist längst millionenschwer. Die privaten Betreiber pochen auf eine Forderung von zehn Millionen Euro, die das Land begleichen soll. Dazu gehört nach Informationen unserer Zeitung zweimal die Zahlung einer „Tourismusabgabe“ in Höhe von jeweils 3,2 Millionen Euro, die nach Angaben der Pächter Gegenstand des Pachtvertrags war. NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir erwarten, dass das Land Rheinland-Pfalz die ausstehenden Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe an die NAG veranlasst und so ebenfalls zum Erhalt der Arbeitsplätze beiträgt.“

    Lindner wirft dem Land zudem vor, „dass uns bei Abschluss des Pachtvertrages nicht zutreffende Planzahlen vorgelegt worden sind“. Die Prognosen seien viel zu positiv veranschlagt worden.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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