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  • Nürburgring: Verdi kritisiert Automotive heftig

    Nürburgring. Bis die NAG - wie angekündigt - rund 140 Mitarbeiter entlassen kann, stehen ihr noch einige harte Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Verdi bevor. Nach dem ersten Infogespräch teilt die Gewerkschaft Verdi heftig aus.

    Auch wenn's hier so scheint: Es wird nicht ruhig am Ring.
    Auch wenn's hier so scheint: Es wird nicht ruhig am Ring.
    Foto: dpa

    Nürburgring - Während die Gewerkschaft Verdi heftig austeilt, gibt sich die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) ganz gelassen. Von dem ersten Infogespräch jedenfalls nahmen beide Seiten einen völlig verschiedenen Eindruck mit. Bis die NAG - wie angekündigt - rund 140 Mitarbeiter entlassen kann, stehen ihr noch einige harte Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Verdi bevor.

    "Die NAG spielt ein komisches Spiel", sagt Jürgen Rinke-Oster, der Verdi-Gewerkschaftssekretär in Koblenz ist und sich am Ring für die Arbeitnehmerseite einsetzt. "Wir wissen gar nicht, wer ihr Verhandlungsführer ist. Zusammen haben wir die Geschäftsführung noch nicht gesehen." Laut Rinke-Oster ließ sich eben diese bei dem ersten Infogespräch durch Anwälte sowie Mitarbeiter aus der Personal- und Finanzverwaltung vertreten. Für die Arbeitnehmerseite verhandelten der Betriebsrat, Rinke-Oster, ein weiterer Verdi-Kollege sowie zwei Berater der Technologischen Beratungsstelle. NAG-Betriebsratschef Manfred Strack wollte sich selbst nicht zu dem Gespräch äußern: "Die Kommunikation läuft gebündelt über Verdi."

    Und die Gewerkschaft teilt gleich weiter aus: "Die NAG hat uns nur einen Tag vor diesem Gespräch nur die Hälfte der Zahlen vorgelegt, die wir brauchen, um die Situation zu analysieren", kritisiert Rinke-Oster. "Es soll Zeitdruck aufgebaut werden, das macht uns misstrauisch." Besonders ärgert ihn, dass Geschäftsführungsmitglied Karl-Josef Schmidt "einen unheimlichen Druck auf den Betriebsrat ausübt. Er hat stündlich damit gedroht, dass die Insolvenz vor der Tür steht."

    Dazu gibt es das Gerücht, wonach Schmidt gesagt haben soll, dass sich die NAG eine Million Euro von einem Investor leihen müsse, da sonst die Januar-Gehälter der Mitarbeiter nicht mehr gezahlt werden könnten. Was NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner und den NAG-Generalbevollmächtigten Kai Richter angeht, sagt Rinke-Oster: "Ich habe den Eindruck, dass die beiden die Situation nicht so dramatisch sehen wie Herr Schmidt."

    Die NAG-Geschäftsführung reagiert recht gelassen auf die Verdi-Vorwürfe. "Es ist doch bekannt, dass Gewerkschaftsvertreter in diesen Situationen häufig überspitzt reagieren, weil sie für ihre Mitglieder das Beste herausholen wollen", sagt NAG-Sprecher Karl-Heinz Steinkühler auf Anfrage unserer Zeitung. "Das ist Taktik und zugleich verständlich." Aus Sicht der Geschäftsführung sei der bisherige Dialog mit Betriebsrat und Gewerkschaft "sehr konstruktiv". Steinkühler sagt weiter: "Der Betriebsratsvorsitzende Manfred Strack kennt die wirtschaftlichen Kennzahlen genau."

    Von Schmidts angeblich "stündlicher Insolvenz-Drohung" weiß Steinkühler nichts: "Das stimmt keineswegs. Aber Herr Schmidt hat womöglich ebenfalls zu überspitzten Sprachbildern gegriffen, um einigen Gesprächspartnern der Arbeitnehmerseite die Notwendigkeit der eingeleiteten Maßnahmen deutlich zu machen." Die Auszahlung der Januar-Gehälter sei keineswegs gefährdet, die Liquidität sei bis zum Ende des Geschäftsjahres gesichert, falls die Umstrukturierung im vorgesehenen Zeitfenster umgesetzt werde. Für eine ausreichende Liquidität sorgten Lindner und Richter persönlich mit einer Summe im siebenstelligen Euro-Bereich.

    Abschließend teilte Steinkühler mit: "Zögerliche Verhandlungen über die Zukunft des Nürburgrings verunsichern Kunden und Partner des Rings. Es ist geboten, die Gesprächsrunden zügig zu führen und ein Ergebnis zu erzielen." Während Verdi das nächste Infogespräch für Donnerstag, 12. Januar, vorgeschlagen hat, möchte sich die NAG laut Rinke-Oster am Dienstag, 10. Januar, treffen.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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