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  • Nürburgring: Mitarbeiter warnen in offenem Brief vor Störungen im Verkaufsprozess

    Nürburgring. Die Menschen, die am und für den Ring arbeiten, und die Fans, die für den Ring kämpfen - bislang schien das wie eine Einheit. Ein offener Brief der Mitarbeiter könnte das ändern: Die Mitarbeiter sprechen sich klar für den Verkaufsprozess aus, während Tausende Menschen das Motto "Save it, don't sell it" vertreten.

    "Legenden verkauft man nicht?", wie diese Fans öffentlichkeitswirksam signalisieren. Doch, der Ring muss verkauft werden, und den Prozess soll bitte keiner stören, heißt es von den Mitarbeitern in einem offenen Brief. Foto: dpa

    Nach Informationen unserer Zeitung wurde viel diskutiert, und nicht alle identifizieren sich damit, was Verdi jetzt verbreitet: Die Betriebsräte der Nürburgring Betriebs GmbH und der Nürburgring GmbH teilen im Namen der Mitarbeiter mit, dass sie nicht nur den "notwendig gewordenen Verkaufsprozess" des Rings akzeptieren. In dem über Verdi verbreiteten offenen Brief fordern sie auch offen dazu auf, Kritik daran einzustellen, um die Zukunft nicht zu gefährden.

    Ohne dass Initiativen wie "Ja zum Nürburgring" direkt angesprochen werden, heißt es: Man könne "die Intentionen mancher Akteure" durchaus verstehen. Diese Bemühungen seien jedoch "nur vereinzelt hilfreich" und könnten das "rollende Rad des Verfahrens“ nicht stoppen. Es sei "unumgänglich, dass alle Interessensgruppen an einem Strang ziehen", um den den Ring in eine nachhaltig gesicherte Zukunft zu führen. 

    Jede Behinderung berge "die Gefahr, dass den Motoren am Nürburgring sprichwörtlich der Sprit ausgeht", wird in dem Brief gewarnt. "Das haben wir Mitarbeiter, die Region, unsere Kunden und Partner nicht verdient." Die Mitarebiter erklären in dem Brief, zu 100 Prozent loyal zum Nürburgring zu stehen. "Wir wollen zusammen mit neuen Gesellschaftern den Ring in eine hoffentlich noch sehr lange und gute Zukunft führen." Mit dem offenen Brief stärken die Mitarbeiter weiter die Position von Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt. Er vertritt die Position, dass ein Verkauf unumgänglich ist.

    Nach Informationen unserer Zeitung sind von Initiativen auch beim Formel 1-Wochenende wieder Aktionen geplant, um gegen den Verkauf zu demonstrieren. Der ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm ist einer der Wortführer.

    In dem offenen Brief heben die Mitarbeiter auch hervor, dass sie die gleichen Ängste und Sorgen wie die der gesamten Region umtreiben: "Weder die Politik noch die Gesellschafter wollen uns eine verlässliche Zusage zur Zukunft des Rings, unserer Arbeitsplatzerhaltung oder eine Beschäftigungsgarantie geben." Die Mitarbeiter bezeichnen sich in dem Brief als das "Herz" des Nürburgrings, der Ring sei für sie und ihre Familien auch Existenz. 

    Für Außenstehende sei es schwer nachvollziehbar, wie sehr die Mitarbeiter durch die ständig wechselnde Gesellschafterstruktur, die Betriebsübergänge und letztlich der Insolvenz der Nürburgring GmbH belastet wurden und wie sehr die aktuelle Situation die tägliche Arbeit beeinflusse. "Vielmehr festigt sich bei der Belegschaft der Eindruck, dass die aktuelle Situation um den Verkauf des Rings auch auf unseren Schultern ausgetragen wurde und wird": Mehrarbeit, weil das Personal ausgedünnt wurde. Dies haben wir auf uns genommen, weil wir alle unseren „Ring“ lieben, gerne hier arbeiten und das auch weiterhin möchten.

    Autor:
    Lars Wienand
    (Mail, )

     

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