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  • "Nicht nur Formel 1" - Am Ring herrscht keine Panikstimmung

    Nürburgring. Natürlich sind Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ausgebucht in der Region rund um den Nürburgring. Es ist Formel-1-Wochenende, und die Welt schaut auf die Eifel, wo internationale Stammgäste verlässlich für Umsatz sorgen. Den Wert dieses Prestigegewinns stufen Menschen, die am und vom Nürburgring leben, allerdings unterschiedlich ein.

    Für Stefan Krämer vom Motorsporthotel ist die Formel 1 nicht das Maß aller Dinge – er verdient auch durch andere Veranstaltungen am Ring.
    Für Stefan Krämer vom Motorsporthotel ist die Formel 1 nicht das Maß aller Dinge – er verdient auch durch andere Veranstaltungen am Ring.
    Foto: Vollrath

    Nürburgring. Natürlich sind Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ausgebucht in der Region rund um den Nürburgring. Es ist Formel-1-Wochenende, und die Welt schaut auf die Eifel, wo internationale Stammgäste verlässlich für Umsatz sorgen.

    Den Wert dieses Prestigegewinns stufen Menschen, die am und vom Nürburgring leben, allerdings unterschiedlich ein. Bei der stichprobenartigen Umfrage unter Hoteliers und Gastronomen zeichnet sich keinesfalls Panikstimmung ab angesichts eines drohenden Formel-1-Verlusts. Ein unerschütterliches Bekenntnis zur Königsklasse um jeden Preis klingt anders.

     

    Zu viele Millionen für ein Rennen

    Für Stefan Krämer, der in Nürburg das Motorsporthotel betreibt, ist die Formel 1 eine von fünf Rennveranstaltungen am Eifelkurs – ohne Zweifel eine sehr wichtige, aber „nicht das Maß aller Dinge“, wie er es ausdrückt. Und vor allem ein Rennen, das sich der kleine Mann fast nicht mehr leisten kann bei 3,50 Euro für eine nackte Curry-Wurst. Das Pokern mit Bernie Ecclestone kommt bei ihm nicht gut an. „Es kann nicht sein, dass 15 Millionen Euro in diese Veranstaltung gepumpt werden.“

    Krämer glaubt, dass es sinnvoller wäre, das Geld anders einzusetzen. Zum Beispiel zur Finanzierung eines eintrittsfreien 24-Stunden-Rennens auf einer Rennstrecke, die schließlich mit Steuergeldern bezahlt worden sei. „Ein Langstreckenpokal mit zehn nationalen Veranstaltungen füllt mein Haus auch – und das zehnmal im Jahr“, findet Krämer.

     

    Peter M. Perrins vom Traditionshotel „Blaue Ecke“ in Adenau hat ebenfalls Zweifel, ob die Millionen bei der Formel 1 richtig angelegt sind: „Wir haben mehr Optionen zu verkaufen als den Nürburgring.“

     

    Für Alexandra und Klaus Daniels, die Betreiber des Hotels „Zur Burg“ in Nürburg, wäre der Wegfall der Formel 1 „ein Riesenverlust. Wir sind mit 80 Betten ausgebucht, und das fünf Tage lang.“ Der Familienbetrieb hat sich auf die Unterbringung der Teams spezialisiert und beherbergt in diesem Jahr Force India und Sauber.

     

    Auch die Familie Raths, die in Adenau eine Tankstelle führt, möchte auf die Formel 1 nicht verzichten. „Das ist neben dem 24-Stunden-Rennen und Rock am Ring unsere beste Veranstaltung und ein wichtiger Einnahme-Faktor. Viele Leute tanken nicht nur, sondern decken sich auch mit Getränken und anderen Produkten ein.“ Die Raths halten die Formel 1 am Ring auch aus Imagegründen für wichtig: „Viele Gäste kommen auch dann, wenn nicht gerade Hochsaison ist, weil sie die Formel-1-Strecke sehen wollen.“

     

    Für Maria Hauprich, die im Auftrag des Verkehrsvereins für die Zimmervermittlung in Barweiler zuständig ist, steht fest: „Die Formel 1 gehört hierhin, in die Eifel.“ Die Pensionswirtin sieht die Vorteile einer verlässlichen Einnahmequelle, für die das Grand-Prix-Rennen steht: Teams, die schon sehr früh buchen, wegen der weiten Anreise länger bleiben als der normale Tourist einer Rennveranstaltung, und internationale Gäste, die bereit sind, für Qualität mehr Geld auszugeben. Ihre aktuellen Gäste aus Österreich lieben den Mythos der Rennstrecke.

     

    Neue Qualität am Ring

    Dass der Nürburgring keine allein auf die Formel 1 fixierte Monokultur für Motorsportfans ist, bekommen auch die Vermittler von Zimmern und Urlaubserlebnissen beim Tourismus-Verein Hocheifel Nürburgring zu spüren. Jedes Rennen habe seinen individuellen Charakter und locke Besucher aller Altersgruppen in die Region. Allmählich registrierten die Gäste die neue, wetterunabhängige Aufenthaltsqualität am Nürburgring, die zusätzlichen Freizeitangebote und Rahmenprogramme. „Der Gast wird mehr beschäftigt und flüchtet nicht mehr nach jedem Regenschauer“, so die Erfahrungen des Teams vom Tourismus-Verein.

    Von Beate Au und Jürgen C. Braun

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