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  • Neues Video: Bonner Islamist ruft zu Mordserie auf

    Düsseldorf. Der Mordaufruf gegen deutsche Rechtsextremisten ist für die Bundesanwaltschaft „ein weiterer Beleg“, gegen den aus Bonn stammenden Islamisten Yassin Chouka (27) alias Abu Ibrahim zu ermitteln, wie ein Sprecher unserer Zeitung sagt. Chouka hat in einer knapp sieben Minuten langen Videobotschaft gewettert: „Ihr sollt die Mitglieder von Pro NRW alle töten!“ Die Namen der Chouka-Brüder sind auch im heute vor dem Koblenzer Oberlandesgericht endenden El-Kaida-Prozess immer wieder aufgetaucht.

    Polizeieinsatz
    Kundgebungen von Pro NRW führen immer wieder zu Konfrontationen mit Gegendemonstranten.
    Foto: Henning Kaiser/Archivbild - DPA

    Düsseldorf. Der Mordaufruf gegen deutsche Rechtsextremisten ist für die Bundesanwaltschaft „ein weiterer Beleg“, gegen den aus Bonn stammenden Islamisten Yassin Chouka (27) alias Abu Ibrahim zu ermitteln, wie ein Sprecher unserer Zeitung sagt.

    Chouka hat in einer knapp sieben Minuten langen Videobotschaft gewettert: „Ihr sollt die Mitglieder von Pro NRW alle töten!“ Die Namen der Chouka-Brüder sind auch im heute vor dem Koblenzer Oberlandesgericht endenden El-Kaida-Prozess immer wieder aufgetaucht.

    In dem Video preist er gewalttätige Salafistenproteste gegen die Karikaturenkampagne der rechtsextremen Partei Pro NRW, bei denen zuletzt in Bonn auch Polizeibeamte angegriffen und teils schwer verletzt wurden.

    Yassin Chouka ist schon lange im Visier der Bundesanwaltschaft. Sein Bruder Mounir Chouka alias Abu Adam gilt als Propagandachef im Heiligen Krieg. Seit Jahren schickt er über Youtube Hetzbotschaften in die deutschsprachige Internetgemeinde. Sein vor der Kamera stehender Bruder Yassin ist für die deutschen Anhänger des Islamismus inzwischen so etwas wie das Gesicht der Terrororganisation Islamische Bewegung Usbekistan (IBU) geworden. Die Brüder sollen auch auf der Terrorliste der USA stehen, weil sie immer wieder zu Anschlägen auffordern.

    Das neue Video ist am Wochenende in einem dschihadistischen Internetforum aufgetaucht. „Wir nehmen die Drohung ernst“, heißt es dazu im Düsseldorfer Innenministerium.

    Koblenzer Terrorprozess: Chouka-Brüder hatten Kontakt mit Angeklagten Ahmad Sidiqi

    Die Namen der Chouka-Brüder sind auch im heute vor dem Koblenzer Oberlandesgericht endenden El-Kaida-Prozess immer wieder aufgetaucht. Denn über einen Schleuser hatte der Angeklagte Ahmad Sidiqi in Pakistan die beiden Brüder kennengelernt. Die Chouka-Brüder hatten ihm und seiner Frau sowie anderen Begleitern in Südwaziristan ein herrliches Leben bei der IBU versprochen. Aber Sidiqi erlebte eher die Hölle als den Himmel auf Erden. Um sich von der IBU „freizukaufen“, so die Anwälte, mussten Sidiqi und sein Bruder eine Statistenrolle im Propagandavideo „Die Vorzüge des Dschihad“ übernehmen.

     

    Für den Sachverständigen, Islamkenner Guido Steinberg, gehören die beiden in Bonn aufgewachsenen Chouka-Brüder eher zum Fußvolk der IBU. Aber vor dem OLG Koblenz haben die Vertreter der Bundesanwaltschaft schon deutlich gemacht, dass sie die beiden in der Hierarchie höher einstufen, weil der ältere Bruder immerhin ein Medienbüro leitet und als Kopf der kleinen deutschen Gruppe gilt. Bei dieser Einschätzung wurde zwischen Bundesanwaltschaft und dem Berliner Islamwissenschaftler ein gewisser Dissens offenbar.

    Unauffällig in Bonn aufgewachsen

    Aber auch Steinberg hält die Videos der Chouka-Brüder für höchst gefährlich, sprich höchst wirksam für das Ziel, Deutsche zu radikalisieren und neue Kämpfer für den Heiligen Krieg gegen den Westen zu rekrutieren. Die beiden Deutschen mit marokkanischen Wurzeln sind in Bonn unauffällig aufgewachsen. Sie besuchten einen katholischen Kindergarten, die katholische Grundschule und das Gymnasium. Nach einer Pilgerreise nach Mekka soll sich der bis dahin westlich gekleidete Mounir Chouka verändert haben. 2008 soll er in den Heiligen Krieg gezogen und sein Bruder ihm kurz danach gefolgt sein.

    Den Deutsch-Afghanen Sidiqi erwartet heute das Urteil im hoch gesicherten Saal des Oberlandesgerichts Koblenz. Er hat vor dem Senat immer wieder beteuert, dass er allen radikalen Zielen abgeschworen hat. Die Bundesanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung hält vier Jahre für angemessen, weil Sidiqi „längst auf dem Rückweg ist“ und US-Sicherheitsdiensten wie deutschen Behörden wichtige Hinweise gegeben habe.

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

     

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