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    Mainz/KoblenzNetz von Schwarzarbeit-Firmen aufgeflogen

    Geschäftsleute aus dem Rhein-Main-Gebiet werden verdächtigt, Lohnsteuer und Sozialabgaben von 1,68 Millionen Euro nicht gezahlt zu haben. Möglich war das offenbar durch ein ausgefeiltes System von Schwarzarbeit und fingierten Rechnungen.

    Foto: dpa

    Mainz/Koblenz - Geschäftsleute aus dem Rhein-Main-Gebiet werden verdächtigt, Lohnsteuer und Sozialabgaben von 1,68 Millionen Euro nicht gezahlt zu haben. Möglich war das offenbar durch ein ausgefeiltes System von Schwarzarbeit und fingierten Rechnungen.

    Die Vorwürfe lauten auf Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Steuerhinterziehung, Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Betrug beziehungsweise Beilhilfe hierzu. Dabei geht es um Handel mit sogenannten "Abdeckrechnungen", wie der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund am Freitagmorgen mitteilte.

    Das Verfahren richtet sich gegen 16 Geschäftsleute aus Mainz, Rüsselsheim, Langen, Lauffen, Frankfurt, Offenbach und Höchst. Sie sollen Firmen gegründet oder übernommen haben, um ein System zur Verdeckung von Schwarzarbeit aufzubauen. Seit 2007 betrieb die Organisation mindestens neun sogenannte "Servicefirmen".

    Laut Staatsanwaltschaft haben die Firmen gegen Bezahlung sogenannte "Abdeckrechnungen" erstellt. Die in den Rechnungen genannten Leistungen wurden allerdings nie erbracht. Die Nutzer dieser Rechnungen konnten dann eigene Schwarzlohnzahlungen an nicht angemeldete Arbeitnehmer verdecken. Acht Personen aus Mainz, Usingen, Wiesbaden und Ludwigshafen werden verdächtigt, auf diese Weise Betriebsausgaben fingiert zu haben. Dabei geht es um Lohnsteuer und Sozialabgaben in Höhe von mindestens 1,68 Millionen Euro.

    Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft Koblenz unter anderem mit dem Polizeipräsidium Mainz Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Mehr als 300 Einsatzkräfte der Polizei, des Zolls und der Steuerfahndung waren dazu an 39 Orten in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg im Einsatz.

    In jedem Einzelfall sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Zwei Hauptverantwortliche der Organisation, ein 41-jähriger türkischer Staatsangehöriger sowie ein 30-jähiger Deutscher, wurden wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen.

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