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    Rheinland-PfalzKommunen kämpfen um neue Nutzung für Ex-Kasernen

    Das Militär geht, die Probleme kommen: Die erneuten Standortschließungen sind nur ein weiteres Mosaikstück in einer Entwicklung, die Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren vor immer neue Herausforderungen stellt.

    Rheinland-Pfalz. Das Militär geht, die Probleme kommen: Die erneuten Standortschließungen sind nur ein weiteres Mosaikstück in einer Entwicklung, die Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren vor immer neue Herausforderungen stellt. Denn in vielen ländlich geprägten Regionen sind die Kasernen wichtige Wirtschaftsfaktoren.

    Legende zur Karte: Große Marker mit schwarzem Punkt sind Standorte mit mehr als 1000 Beschäftigten (Soldaten und Zivilisten), große Marker ohne Punkt sind Standorte zwischen 250 und 1000 Beschäftigten und grüne Punkte Standorte mit weniger als 250 Beschäftigten. Die Farbe signalisiert, ob die Zahl der Beschäftigten unverändert bleibt oder steigt (grün), schrumpft (gelb) oder ein Standort komplett aufgelöst wird (rot). Ein Klick auf die einzelnen Standorte liefert weitere Informationen.

    Ziehen die Truppen – egal, ob deutsche oder amerikanische – nun ab, geht Kaufkraft verloren und bleiben Gelände zurück. Manche sind durch Konversion auch zivil nutzbar, doch andere sind ein Klotz am Bein der Kommunen.

    Ein Vorzeigeobjekt der vergangenen Jahre ist der Umwelt-Campus Birkenfeld, bei dem ein ehemaliges Krankenhaus der US-Armee in einen Außenstandort der Fachhochschule Trier umgewandelt wurde. Doch was für viele andere Regionen als Hoffnungsschimmer gelten könnte, zeigt in Birkenfeld nun das beschränkte Potenzial der Konversion auf: Birkenfeld braucht keine weitere Hochschule, doch nun werden auch die anderen Bundeswehr-Standorte geschlossen. Das kommt nicht aus heiterem Himmel. Dennoch: „Für die Kreisstadt ist es sehr schmerzlich“, fasst Landrat Matthias Schneider die Stimmungslage zusammen. In Birkenfeld befinden sich zurzeit der Stab der 2. Luftwaffendivision und ein Programmierzentrum mit rund 420 Mitarbeitern, davon 45 zivile. Sie alle werden jetzt aufgegeben oder verlegt. Und: Es ist kein konkretes Projekt in Sicht, um den Verlust zu kompensieren.

    Automatisch kommt da der Ruf an den Bund, mit Fördergeldern auszugleichen: „Wir erwarten ein ausgewogenes Konversionskonzept“, fordert auch der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner (Grüne). Die Bundeswehr dürfe sich nicht einfach Hals über Kopf aus den betroffenen Regionen verabschieden. Das gelte vor allem für strukturschwache Regionen. Und dazu gehören die Standorte Birkenfeld, Kusel und Speyer.

    Zugleich warnen die Experten des Internationalen Konversionszentrums BICC in Bonn vor „Schwarzmalerei“. Direktor Peter J. Croll räumt zwar ein, dass Konversion nie ein Selbstläufer gewesen sei, zugleich seien für die betroffenen Kommunen dadurch aber auch immer Chancen entstanden. Entscheidend ist das Vorgehen nach dem Ende der Militärzeit: „Für die betroffenen staatlichen und kommunalen Stellen rücken nun spezielle Planungs- und

    Beispiel für gute Konversion: der Umwelt-Campus in Birkenfeld, ein ehemaliges Krankenhaus der amerikanischen Streitkräfte.
    Beispiel für gute Konversion: der Umwelt-Campus in Birkenfeld, ein ehemaliges Krankenhaus der amerikanischen Streitkräfte.

    Managementleistungen in den Vordergrund“, erklärt BICC-Experte Lars Wirkus. Das beginnt schon dort, wo der Bund das nun freie Gelände möglichst teuer verkaufen will, die Kommunen es aber zugleich günstig erwerben wollen. Fatal ist in so einer Lage eine standortfokussierte Perspektive, warnt das BICC. „Im Fokus sollten nicht mehr nur rein standortorientierte, sondern vielmehr regionale Lösungen stehen“, sagt Lars Wirkus.

    Von unserem Redakteur Peter Lausmann

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