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    Mainz. Die privaten Betreiber des Nürburgrings können bei neuen Konzepten für ertragsschwache Betriebsteile des Freizeit- und Geschäftszentrums auf keine große finanzielle Hilfe aus Mainz hoffen. Weder SPD noch Grüne wollen mehr Steuermittel einsetzen.

    Ring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt: Teilschließungen im Winter sind wirtschaftlich sinnvoll.
    Ring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt: Teilschließungen im Winter sind wirtschaftlich sinnvoll.
    Foto: dpa

    Mainz - Die privaten Betreiber des Nürburgrings können bei neuen Konzepten für ertragsschwache Betriebsteile des Freizeit- und Geschäftszentrums auf keine große finanzielle Hilfe aus Mainz hoffen. Weder SPD noch Grüne wollen mehr Steuermittel einsetzen.

    Wie berichtet, soll der umstrittene Freizeitpark in der Eifel im Winter teilweise für den Publikumsverkehr geschlossen werden. Grund ist, dass nur mit wenigen Besuchern gerechnet wird. Der Ring-Boulevard mit seinen Verkaufsshops und die Veranstaltungshalle Ring-Arena bedürften einer "optimierten Vermarktungskonzeption", erklärte auf Anfrage unserer Zeitung das zuständige rheinland-pfälzische Innenministerium. Auch die Gastronomie unterliege saisonalen Schwankungen.

    Verantwortlich für ein neues Nutzungskonzept ist die private Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH um Hotelier Jörg Lindner und Kaufmann Kai Richter. Laut Innenministerium sieht der mit den Betreibern abgeschlossene Pachtvertrag vor, dass seitens der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH für "Attraktivierungsinvestitionen" ein Betrag von maximal sieben Millionen Euro bereit gestellt wird. Dieser sei bei den Gesamtkosten für das Projekt von 330 Millionen Euro bereits eingerechnet. Darüber hinaus sei keine Beteiligung an möglichen Investitionen vorgesehen.

    Erst Konzept, dann Investitionen

    Für die Grünen erklärt ihr Fraktionschef Daniel Köbler, die Koalition habe sich vorgenommen, die Zukunft des Rings neu zu gestalten. "Dazu ist ein Konzept von Nöten, das den Ring auf Dauer trägt, ohne weiterhin von großen Steuersubventionen abhängig zu sein." Über Investitionen könne "nicht jetzt, sondern erst vor dem Hintergrund dieses neuen Konzeptes diskutiert werden". Wenn eine vorübergehende Betriebspause helfe, das Betriebsergebnis zu verbessern, "sollte man das nicht ausschließen". Dissonanzen bei Rot-Grün gebe es nicht. "Die Koalition ist sich einig, dass die Baustelle Nürburgring zügig voran getrieben und abgeschlossen werden muss."

    Eine Teilschließung des Freizeitparks am Nürburgring in den Wintermonaten ist nach Ansicht der Betreiber wirtschaftlich sinnvoll. "Die Besuchermengen, die man mal erwartet hat, als man das Ganze plante, haben sich so nicht eingestellt", sagte der Geschäftsführer der Nürburgring Automotive GmbH, Karl-Josef Schmidt. "Wenn ich hier im Winter nur ein paar vereinzelte Leute rumlaufen, gleichzeitig aber Energie- und Personalkosten habe, ist es nur vernünftig, darüber nachzudenken, so was auch mal zeitweise zuzumachen", sagte Schmidt, der seit 1. Juli neuer Ring-Geschäftsführer ist.

    Startet Ringracer noch 2011?

    Noch sei keine Entscheidung gefallen. "Wir sind mit dem Land im Gespräch", sagte er. Eine Schließung im Winter von Teilen wie etwa dem Ring-Boulevard mit den Geschäften sei aber "eine sinnvolle Konsequenz aus der Erkenntnis, dass sich die Investition nicht so rentiert hat, wie man sich das vorgestellt hat". Zahlen zu Besuchern in dem rund 330 Millionen teuren Freizeitpark gibt es laut Schmidt es keine. "Es sind aber auf jeden Fall deutlich weniger als man mal gedacht hatte", sagte der 63-Jährige.

    Die pannengeplagte Achterbahn, deren Start seit zwei Jahren immer wieder verschoben wurde, wird voraussichtlich noch 2011 in Betrieb gehen, sagte Schmidt. Die Nürburgring-Betreiber hätten noch fehlende Unterlagen inzwischen bei der Kreisverwaltung Ahrweiler als Genehmigungsbehörde nachgereicht. Noch gibt es aber kein grünes Licht für den "Ringracer", da der Kreis noch Punkte geklärt haben wollte. "Der Stand der Dinge ist, dass wir glauben, dass die Achterbahn genehmigungsreif ist - und die Kreisverwaltung glaubt das nicht", sagte Schmidt. Aber: "Wir werden die Punkte jetzt auch noch mal versuchen zu klären."

    Der Start der Achterbahn hatte sich wegen technischer Probleme immer wieder verzögert. Durch den Ausfall sei den Betreibern ein erheblicher Nachteil entstanden, sagte Schmidt. Die Nürburgring Automotive GmbH prüfe daher, ob sie die Nürburgring GmbH für den Schaden in Regress nehmen könne - denn Genehmigungsempfänger der Achterbahn sei die Nürburgring GmbH. "Der Verpächter muss den Pachtgegenstand in einem gebrauchsfähigen Zustand zur Verfügung stellen", sagt er. fcg/dpa

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