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  • Hilfsfonds: Mehr Geld für misshandelte Heimkinder geplant

    Rheinland-Pfalz/Berlin. Bund, Länder und Kirchen wollen den 120 Millionen Euro umfassenden Hilfsfonds für frühere Heimkinder in Kürze aufstocken. Das hat das Bundesfamilienministerium unserer Zeitung bestätigt.

    Von unserem Redakteur Christian Kunst

    Hintergrund ist, dass bereits jetzt Zahlungen in Höhe von 74,7 Millionen Euro an bislang 9191 Betroffene geflossen sind - 41,8 Millionen Euro für materielle Hilfen wie Therapien oder Erholungsurlaube und 32,9 Millionen Euro für Rentenersatzleistungen. Auf der Warteliste für Leistungen aus dem Fonds "Heimerziehung West" stehen jedoch laut Ministerium derzeit noch 5213 Betroffene, die zwischen 1949 und 1975 in Kinderheimen misshandelt worden sind. Deshalb ist schon jetzt damit zu rechnen, dass das vorhandene Geld nicht ausreicht. Die Meldefrist endet Ende 2014, Geld gibt es noch bis Ende 2016.

    Nach Informationen unserer Zeitung ist mit einer Einigung auf eine Aufstockung in den nächsten zwei Wochen zu rechnen. Offen sind demnach aber noch die genaue Höhe der zusätzlichen Mittel und die Aufteilung unter den drei Partnern. Die Mittel kommen bislang zu je einem Drittel vom Bund, den westdeutschen Bundesländern sowie von katholischer und evangelischer Kirche mit ihren Wohlfahrtsverbänden und Orden.

    Im Mai hatte die Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Heimkinder in Deutschland geschätzt, "dass im Fonds Heimerziehung West circa 100 Millionen Euro fehlen". Jetzt erklärt das Ministerium: Die drei beteiligten Partner "haben ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, sich an einer Aufstockung des Fonds zu beteiligen. Die Details werden derzeit abgestimmt."

    Für das Mainzer Integrationsministerium ist bereits klar, dass "die Mittel so aufgestockt werden müssen, dass alle Anträge bis zum 31. Dezember auch berücksichtigt werden können". In Rheinland-Pfalz haben bislang 520 frühere Heimkinder Leistungen aus dem Fonds in Höhe von 1,8 Millionen Euro erhalten. 250 Betroffene warten noch auf ein Gespräch.

    Frühere Heimkinder: Berater wollen Leid lindern
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