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    Berlin/Rheinland-PfalzHandwerker: Wirbel um Steuerbonus

    Mit einem Machtwort will der SPD-Bundesvorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die in der SPD aufgeflammte Debatte um den Wegfall der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen beenden.

    Handwerker
    Handwerker in einer Mietwohnung: Die SPD will den sogenannten Handwerkerbonus abschaffen.
    Foto: Axel Heimken/Archiv - DPA

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

    "Mit dem Steuerbonus für das Handwerk wollten wir auch Schwarzarbeit bekämpfen", erinnert er. "Ich bin für die Beibehaltung dieses Instruments." Wenn sich die Koalition der Abschaffung der kalten Progression widme, dann "aber nicht auf Kosten der vielen Tausend Handwerksbetriebe in Deutschland und ihrer Beschäftigten". Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will an dem beliebten Bonus nicht rütteln, mit dem die Deutschen ihre Maler- oder Installationsarbeiten steuersenkend geltend machen können.

    SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider hatte zuvor den populären Bonus auf den Prüfstand gestellt, der den Staat jährlich 1,52 Milliarden Euro kostet. Er beruft sich auf Wissenschaftler der Uni Freiburg, die dazu raten, den 2006 eingeführten Bonus abzuschaffen. Denn er erreiche das Ziel, die Schwarzarbeit zu bekämpfen sowie Handwerk und Mittelstand zu stärken, nur unzureichend. Die Unternehmensberatung Ernst & Young stellt zudem erkennbare Mitnahmeeffekte fest. Dagegen stemmt sich der SPD-Chef, aber auch die Union. Nicht nur aus Sicht von CDU-Landeschefin Julia Klöckner hat sich der Bonus im Kern bewährt. Deshalb ist fraglich, ob bei den Handwerkerleistungen der Rotstift angesetzt werden soll, wenn die Studie im Bundestag ankommt.

    Der Mainzer Finanzminister Carsten Kühl (SPD) pocht aber parteiübergreifend in einer Gesetzesinitiative mit Finanzpolitikern aus Hessen, Schleswig-Holstein und Bremen darauf, dass zumindest Rechnungen unter 300 Euro nicht mehr beim Finanzamt geltend gemacht werden können. Das würde Mitnahmeeffekte bei Kleinbeträgen verhindern und die Finanzverwaltung vor der wahren Flut von Rechnungen bewahren, argumentiert Kühl. Das träfe viele Steuerzahler, würde aber dem Staat Mehreinnahmen von etwa 400 Millionen Euro bringen. Mit dem geringeren Handwerker-Steuerbonus sollen nach dem Willen der Länder Steuervereinfachungen an anderer Stelle finanziert werden.

    Für den Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, ist "der Steuerbonus auf Handwerksleistungen eine Erfolgsgeschichte". Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, Alexander Baden, verweist zudem darauf, dass der Staat über legale Aufträge an Handwerker ein Vielfaches an Steuern einnehme und die Bonuskosten weit übertroffen werden. Er nennt Einnahmen aus der Körperschaft-, Einkommen-, Gewerbe- und Lohnsteuer. Dies werde bei der Diskussion oft vergessen. Das Handwerk fordert sogar einen eher höheren Bonus, um die energetische Gebäudesanierung zu forcieren.

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