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  • Flughafen Hahn geht finanziell die Luft aus

    Hahn. Die Flughäfen Hahn im Hunsrück und Zweibrücken sind Sorgenkinder - das geht aus dem jüngsten Beteiligungsbericht des Landes hervor, der alle staatlichen Engagements an privaten Unternehmen auflistet.

    Wartungsarbeiten am Hahn: Damit der Flughafen wirtschaftlich glänzen kann, prüft das Land die Übernahme der Infrastrukturkosten.
Foto: dpa
    Wartungsarbeiten am Hahn: Damit der Flughafen wirtschaftlich glänzen kann, prüft das Land die Übernahme der Infrastrukturkosten.
    Foto: dpa - dpa

    Hahn - Die Flughäfen Hahn im Hunsrück und Zweibrücken sind Sorgenkinder - das geht aus dem jüngsten Beteiligungsbericht des Landes hervor, der alle staatlichen Engagements an privaten Unternehmen auflistet.

    Allein der Hahn hat 2010 einen Jahresverlust von 10,8 Millionen Euro eingefahren, in diesem Jahr dürfte das Minus ähnlich hoch ausfallen. In Zweibrücken betrug der Verlust im vergangenen Jahr 4,9 Millionen Euro.

    Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers, die unserer Zeitung vorliegt, wird ein Großteil des Umsatzes am Hahn - satte 38 Prozent - durch Kreditzinsen für alte Verbindlichkeiten aufgezehrt. Das ist viel mehr, als andere Flughäfen für den Kapitaldienst aufbringen müssen. Die jährlichen Verluste deckt die Flughafen-GmbH nach dem Ausstieg der privaten Fraport AG aus ihrem Eigenkapital. Geht das so weiter, wird das Geld laut Innenminister Roger Lewentz (SPD) in vier Jahren aufgebraucht sein.

    Vor diesem Hintergrund erwägen die Sozialdemokraten in der Landesregierung, dass die öffentliche Hand künftig die Kosten für die Infrastruktur, also Landebahn, Rollwege und Terminal, übernehmen könnte. "Entsprechende Überlegungen gibt es seit geraumer Zeit", heißt es im SPD-geführten Innenministerium, das für den Flughafen zuständig ist. Das Ministerium verweist dabei auch auf entsprechende europarechtliche Vorgaben.

    Der SPD geht es um die Arbeitsplätze am Hahn. Sie verweist auch auf die Steuereinnahmen, die der Flughafenbetrieb dem Land einbringt. Anders argumentieren die in Mainz mitregierenden Grünen: Sie verlangen, die Betriebswirtschaftlichkeit müsse "ohne öffentliche Zuschüsse" gewährleistet sein. Die verkehrspolitische Sprecherin, Jutta Blatzheim-Roegler, meint zudem, es dürfe nicht nur um Profite der Flughäfen im Land gehen. Fluglärm mache krank, und Anwohner seien zu schützen.

    In einem Punkt ist sich Rot-Grün einig: Der Hahn soll wirtschaftlich eigenständiger werden. Deshalb werden private Geldgeber gesucht. Die CDU sieht in den unterschiedlichen Ansichten der Koalitionspartner eine große Gefahr für den Hahn und verlangt von Ministerpräsident Kurt Beck ein Machtwort: Er müsse für eine abgestimmte, einheitliche Haltung sorgen. CDU-Fraktionsvize Alexander Licht stimmt dem SPD-Plan zu, die Infrastruktur am Hahn öffentlich zu finanzieren - "wie bei fast allen Flughäfen der Welt". Die Verlängerung der Startbahn und das Teeren der Landebahn habe der Hunsrück-Flughafen selbst bezahlt. Deshalb stünden am Jahresende trotz eines Gewinns im operativen Geschäft jeweils rote Zahlen.

    Unterdessen droht noch von anderer Seite Ungemach: Der irische Billigflieger Ryanair, Hauptkunde am Flughafen Hahn, plant offenbar eine teilweise Verlegung seiner Kapazitäten zum Flughafen Köln-Bonn. Laut einem Medienbericht wird Ryanair ab 2012 Flugverbindungen von dort anbieten. Derzeit liefen Gespräche mit dem Flughafen. Für den Hahn könnte das fatale Folgen haben. Denn ein großer Teil seiner Fluggäste kommt aus Nordrhein-Westfalen.

    Von unserem Mitarbeiter Frank Giarra

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