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    BonnFall Anna: Wusste der Amtsleiter von Aktenmanipulation?

    Er sollte Licht ins Dunkel der Aktenaffäre des Jugendamts bringen, die im Fall des getöteten Pflegekinds Anna ins Rollen kam. Doch der einstige Amtsleiter Klaus Plate wurde nicht gehört - der Prozess musste erneut unterbrochen werden.

    Von unserem Redakteur Marcelo Peerenboom

    Die angeklagte Pflegemutter wurde zwar mit halbstündiger Verspätung im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben, war aber nicht verhandlungsfähig. Sie war am Mittwoch und am Freitag erneut operiert werden, weil sich nach der Operation vor einigen Wochen eine Wundheilungsstörung ergeben hatte. Hatte sie am Montag noch die neunstündige Verhandlung trotz Schmerzen erdulden können, war ihr dies nach den Erkenntnissen des Vorsitzenden Richters Josef Janßen nicht zuzumuten; sie hatte offenbar bereits seit 30 Stunden kein Auge mehr zugetan. Der Prozess geht nun erst am 4. Juli weiter.

    Nachdem am Vortag die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamts vor Gericht die Aktenmanipulation nach dem Tod des Pflegekinds zugegeben hatte, wollte das Gericht auch ihren Vorgesetzten hören. Die Sozialpädagogin hatte angegeben, Amtsleiter Plate habe stets großen Wert auf den Sozialdatenschutz gelegt. Plate habe sie am Tag nach dem Tod des Mädchens gebeten, sie möge die Verfahrensakte für das Pflegekind Anna durchgehen und zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft vorbereiten. Das habe sie so verstanden, dass sie schützenswerte Daten aus der Akte entfernen soll, die dort nichts zu suchen haben. Allerdings hat sie insgesamt acht Vermerke nicht nur entfernt, sondern gleich in den Schredder geworfen.

    Als Richter Janßen diese Ursprungsvermerke, die es glücklicherweise noch in einer Akte der Diakonie gab, nun vorlas und mit denen verglich, die übrig geblieben waren, wurde deutlich, dass genau die Passagen vernichtet werden sollten, die Schwierigkeiten der Pflegeeltern im Umgang mit Anna dokumentierten. Was genau Amtsleiter Plate, der mittlerweile in die Personalabteilung versetzt wurde, darüber wusste, erfährt das Gericht erst am 4. Juli.

     

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