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  • Erfolg für Pro Rheintal: Trassengebühr wird Bahnlärm teuer machen

    Mittelrhein. Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal begrüßt die Entscheidung von Bund und Deutscher Bahn, ab Ende des Jahres 2012 lärmabhängige Trassennutzungsgebühren im Eisenbahngüterverkehr einzuführen.

    Foto: Angela Kauer

    Mittelrhein. Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal begrüßt die Entscheidung von Bund und Deutscher Bahn, ab Ende des Jahres 2012 lärmabhängige Trassennutzungsgebühren im Eisenbahngüterverkehr einzuführen.

    Demnach beabsichtigen die Bahn und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, die Trassengebühren für Züge ohne geräuscharme Bremsen drastisch anzuheben.

    „Das ist eine erfreuliche Nachricht für die Bahnlärmbetroffenen am Mittelrhein“, konstatiert Pro-Rheintal-Sprecher Frank Gross. Monetäre Strafen gegen laute Güterwaggons zu verhängen und die Umrüstung auf leisere Rad-Bremssysteme zu belohnen, sei eine zentrale Forderung von Pro Rheintal, die nun erfüllt werde, wie Gross betont. Moderne Bremsen wie die sogenannte Flüsterbremse verhindern eine schnelle Abnutzung der Räder, die bei alten Waggons laute Fahrgeräusche verursachen.

     

    Doch die meisten Züge, die Tag für Tag durch das malerische Mittelrheintal rattern, lassen eine solche Technik vermissen. Mit teilweise bis zu 100 Dezibel sind sie so laut wie eine Kettensäge oder ein Presslufthammer – zum Ärgernis der Bürger. Denn in vielen Ortschaften wie linksrheinisch Bacharach, St. Goar, Rhens, Spay, Weißenthurm und Andernach oder rechtsrheinisch Kamp-Bornhofen, Kaub, St. Goarshausen und Vallendar verlaufen die Gleise nur wenige Meter von den Häusern entfernt.

     

    Zwar sieht Frank Gross das Vorhaben der Bahn und des Bundes, die Trassenpreise an den verursachten Lärm zu koppeln, als einen Erfolg des Bürgernetzwerks an. „Jedoch dürfe dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Jahre dauert, bevor die Erleichterung spürbar wird“, stellt der Pro-Rheintal-Sprecher klar.

     

    Entlang beider Ufer am Mittelrhein schlängeln sich hochfrequentierte Bahnstrecken, die zu den bedeutendsten Güterverkehrswegen in Europa gehören. Täglich rattern bis zu 400 Züge durch das schmale Tal. Gross geht davon aus, dass sich der Güterverkehr weiter intensivieren wird. „Das Bahnlärmproblem am Mittelrhein, wo es bereits heute mehr als 30 Dezibel zu laut ist, wird sich lediglich zu einem Drittel lösen lassen. Und auch das erst nach sechs bis sieben Jahren“, äußert Gross seine Bedenken. Denn 80 Prozent der Waggons müssten auf die geräuscharme Technik umgerüstet sein, bevor überhaupt eine Lärmreduzierung hörbar werde. Deshalb fordert das Bürgernetzwerk seitens der Regierung eine weitere Verordnung zu beschließen, die besagt, dass ab 2012 nachts ausschließlich neue und umgerüstete Waggons einzusetzen sind.

     

    Das würde zumindest für die nächtlichen Ruhezeiten im Mittelrheintal eine spürbare Lärmreduzierung bringen und außerdem den Umrüstungsprozess insgesamt beschleunigen, ist sich Frank Gross sicher. Der Pro-Rheintal-Sprecher äußert sich kritisch: „Man darf nicht übersehen, dass die Eisenbahnbetreiber einen Freibrief besitzen, zu jeder Tages- und Nachtzeit, sonntags wie feiertags mit dem ältesten Waggonschrott in vollem Tempo an den Häusern vorbeidonnern zu dürfen.“ Die Kehrseite der Medaille sei, dass Menschen massiv erkranken. „Die Betroffenen können auch nicht wegziehen, da ihre Häuser nichts mehr wert sind. Dem müsse jetzt ein und für alle mal Einhalt geboten werden“, so Gross weiter.

     

    Gleichwohl spricht er von sehr guten Nachrichten, die Filsen betreffen. Der Ort leide bis dato aufgrund seiner Kurvenlage wie kein anderer unter massivem Bahnlärm. Doch noch in diesem Jahr werde man unter anderem die Gleise glattfräsen und andere Maßnahmen zur Senkung des Geräuschpegels ergreifen. Dafür hat sich Pro Rheintal stark gemacht. „Ebenso freuen dürfen sich Rhens, Braubach und Ehrenbreitstein, die ins Programm für innovative Lärmschutzmaßnahmen aufgenommen wurden“, erklärt Gross. eck

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