40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » E-Autos: Rheinland-Pfalz ist noch nicht elektrisiert
  • E-Autos: Rheinland-Pfalz ist noch nicht elektrisiert

    Rheinland-Pfalz. Mobilität ist wichtig – gerade im großteils ländlich geprägten Rheinland-Pfalz. Und die Zukunft der Mobilität ist elektrisch, heißt es immer wieder. Doch so richtig angekommen sind die E-Autos im Land offenbar noch nicht. Wie ist die Lage und woran mangelt es noch? Wir beantworten wichtige Fragen.

    Wie viele Elektroautos fahren in Rheinland-Pfalz?

    966 reine Elektroautos waren laut Kraftfahrtbundesamt am 1. Januar 2016 in Rheinland-Pfalz zugelassen. Anfang 2015 waren es noch 622. Eine überschaubare Zahl, wenn man bedenkt, dass Anfang 2016 im Land mehr als 2,4 Millionen Autos mit anderen Antriebsarten zugelassen waren.

    Die Zulassungszahlen am 1. Januar 2016 im Land

     

    Um die Zahlen in den einzelnen Kommunen zu sehen, fahren Sie bitte mit der Maus über die Karte.

    Hat die E-Auto-Prämie im Land etwas bewegt?

    Nein. Genau wie bundesweit, ist auch im Land noch kein Effekt der 4000-Euro-Prämie für reine E-Autos festzustellen, die Käufer in Anspruch nehmen können. Die Prämie wurde Anfang Juli eingeführt. Anschließend wurden im Juli 23 und im August 29 E-Autos neu zugelassen. Das ist ein ziemlich durchschnittlicher Wert, wenn man sich die Zahlen von 2016 und 2015 anschaut. Im Juni und Februar dieses Jahres wurden mit 32 schon mal mehr E-Autos zugelassen. Im November 2015 waren es sogar mal 41 Neuzulassungen.

    Warum sind bisher erst so wenige E-Autos auf den Straßen?

    Experten nennen immer wieder drei Faktoren: Die mangelnde Reichweite, das dünne Netz an Ladesäulen und der hohe Preis der Autos. „Elektroautos müssen erschwinglicher werden für jedermann. Ein Minivan muss genauso bezahlbar sein wie ein Kleinwagen“, sagt Herbert Fuss, Abteilungsleiter Verkehr und Technik beim ADAC Mittelrhein. Da hilft auch die E-Auto-Prämie nichts. Zumal der Zuschuss von 4.000 Euro offenbar nicht immer komplett beim Kunden ankommt. „Wir haben des Öfteren gehört, dass einige Autohersteller die staatliche Prämie von 4000 Euro faktisch zu einer 2.000-Euro-Prämie gemacht haben, weil sie gleichzeitig ihre eigenen Rabatte reduziert haben“, sagt Gregor Kolbe, Referent für Energieeffizienten Personenverkehr bei der Verbraucherzentrale Bundesverband. Er sagt: „Der Verbraucher will ein Auto, das er so nutzen kann wie ein Modell mit Verbrennungsmotor.“

    Wo gibt es Ladestellen?

    Eine offizielle Übersicht über alle öffentlichen Ladesäulen in Deutschland gibt es bisher nicht. Das Mainzer Umweltministerium verweist auf die Internetseite www.e-tankstellen-finder.com – die mit verschiedenen Anbietern kooperiert. Für Rheinland-Pfalz listet sie 110 E-Tankstellen auf. Verbraucherschützer Kolbe fordert eine zentrale Onlineplattform, auf der auch angezeigt wird, ob eine Ladesäule vielleicht gerade besetzt ist. „Damit wirtschaftliche Interessen keine Rolle spielen, sollte sie bei einer unabhängigen staatlichen Institution wie der Bundesnetzagentur angesiedelt sein.“ Das Netz an Ladesäulen soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Das Bundesverkehrsministerium stellt bis 2020 insgesamt 300 Millionen Euro zur Förderung bereit. Ziel ist eine „flächendeckende Ladeinfrastruktur mit bundesweit 15.000 Ladesäulen“.

    Wie nutzen Kommunen E-Autos?

    Nicht wenige Behörden im Land haben schon E-Autos im Gebrauch, allerdings meist nur einzelne Fahrzeuge und oft als Test. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat inzwischen ein E-Auto, aber auch viele Verwaltungen der Kreise und Verbandsgemeinden fahren mit Strom. So hat zum Beispiel die Stadt Bad Kreuznach drei E-Mobile im Einsatz, und auch der Kreis Mayen-Koblenz, der Rhein-Hunsrück-Kreis, der Kreis Neuwied und die Städte Boppard und Unkel haben E-Autos. In den Verbandsgemeinden Simmern, Rheinböllen, Kastellaun und Asbach wird ebenfalls elektrisch gefahren. Die Stadtwerke Neuwied besitzen sogar elf E-Autos. Im Rhein-Lahn-Kreis fährt der Intendant des Lahnfestivals ein gesponsertes E-Mobil. Die Verbandsgemeinden Birkenfeld und Herrstein haben Elektro-Bürgerautos, die von Ehrenamtlern gefahren und von Bürgern gerufen werden können.

    Andere, wie zum Beispiel die Stadt Mayen sowie die VG Nassau und auch die Stadtwerke Andernach, sind dabei, E-Autos anzuschaffen. Auch der Kreis Altenkirchen, der schon früh Erfahrungen mit E-Autos gesammelt hat, will zwei neue anschaffen, ebenso sind die VGs Altenkirchen, Flammersfeld und Kirchen gerade dabei.

    Die Erfahrungen sind gemischt. Die Kreisverwaltung Cochem-Zell, die drei E-Autos besitzt, gibt an, sehr gut mit den Mobilen klarzukommen. Aus anderen Kommunen ist zu hören, dass die E-Autos in ländlichen Gegenden wegen der weiten Wege an Grenzen stoßen.

     Von unserem Redakteur Johannes Bebermeier, Grafiken Ines Linke

    E-Auto-Alltagstest: Ein schönes Dahingleiten – wenn auch gewöhnungsbedürftig

    Fünf Familien aus unserer Region testen seit Montag zwei Wochen lang Elektroautos und schildern uns täglich ihre Erfahrungen im Alltag.
    Petra Stursberg aus Koblenz über den E-Up: „Super Stadtauto: klein, flott und leise. Ich bin begeistert!! Das Auto zieht in unserer Nachbarschaft die Aufmerksamkeit auf sich.“ Ehemann Peter ergänzt: „Etwas gewöhnungsbedürftig, aber es ist ein schönes Dahingleiten, wie im Science Fiction Film.“

    Harald Skär aus Bärweiler im Hunsrück war am Montag auf der Heimreise mit dem E-Up beinahe stromlos liegengeblieben, jetzt läuft's besser: „Auto hing die ganze Nacht an der Steckdose. Anzeige jetzt: 140 km. Fahrt zur Arbeit nach Bad Kreuznach, 32 km, auf höchster Fahrstufe. Dort angekommen noch 100 km Reichweite. Abends zurück nach Hause ohne Angst vor den anstehenden Steigungen :-) Ein schönes Gefühl, wenn man Radio hören und auch die Frontscheibenbelüftung anlassen darf.“

    Michael Fein zieht sein erstes Fazit: „Insgesamt sind wir vom Fahrverhalten des E-Up absolut begeistert. Gute Beschleunigung und absolute Ruhe während der Fahrt. Daran könnten wir uns glatt gewöhnen. Meine Tochter hat sich heute Morgen regelrecht erschrocken, als sie wieder in ihren lauten Benziner gestiegen ist. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Reichweitenanzeige, welche sich je nach Fahrverhalten und Streckenprofil stark verändert.“

    Jutta Allmeroth hat mit ihrer Familie eine Fahrt mit dem E-Golf vom Taunus zum Nürburgring gewagt. Ihr Fazit „Nichts für schwache Nerven“. Warum, das lesen Sie morgen an dieser Stelle. Jochen Magnus

     

     

    Kommentar: Das E-Auto ist noch nicht für alle geeignet - aber schon für vieleE-Auto-Alltagstest: Begeisterung reicht über die Reichweite hinausE-Auto-Alltagstest: Das Kölsch erst zu Hause genossen – auf der Suche nach dem verlorenen StromE-Auto-Alltagstest: Daumen hoch für den E-Up – der Strom fürs Auto wäre schon mal daE-Auto-Alltagstest: Jede Fahrt im E-Mobil ein Organisationsakt [mit Video]weitere Links
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Fabian Strunk

    Tel.: 0261 / 892 267

    Kontakt per E-Mail

     

     

    Fragen zum Abo: 0261 / 98 36 2000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    -2°C - 2°C
    Donnerstag

    3°C - 6°C
    Freitag

    4°C - 8°C
    Samstag

    6°C - 9°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!