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  • Die Bahn: Personalmangel behindert Zugverkehr in Mainz

    Rheinland-Pfalz. Erst entgeht der Mainzer Hauptbahnhof nur knapp einem Frontalzusammenstoß zweier S-Bahnen. Dann wird er wegen Personalmangels im Mainzer Stellwerk auch noch lahmgelegt.

    „Sicherheit durch Prävention“ prangt auf einem Zug der Deutschen Bahn. Das klingt im August angesichts des Chaos in Mainz kurios. Foto: Bernd Eßling
    „Sicherheit durch Prävention“ prangt auf einem Zug der Deutschen Bahn. Das klingt im August angesichts des Chaos in Mainz kurios. 
    Foto: Bernd Eßling

    Von unserer Redakteurin Ursula Samary

    Seit Freitagabend geht für den Regional- und Fernverkehr am Wochenende abends und nachts nichts mehr. Züge fallen aus oder können Mainz nicht anfahren – und dies mitten in der Reisezeit.

    Warum die zwei S-Bahnen aufeinander zufahren konnten, untersucht das Eisenbahnbundesamt. Die Staatsanwaltschaft Mainz hat am Freitag ein Strafverfahren gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) eingeleitet. Gegen wie viele Personen ermittelt werde, sei noch unklar, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Koblenz, Reza Ahmari. Möglich sei, dass ein Lokführer oder ein Fahrdienstleiter verantwortlich gemacht werden könne. Auch sei nicht auszuschließen, dass menschliches Versagen eine Rolle spielte.

    Die Polizei vernimmt Zeugen und wertet den Funkverkehr zwischen Lokführer und Fahrdienstleiter aus – aber auch die Folgen der Personalnot. Und die war wohl absehbar. Denn nicht nur in Mainz, sondern bundesweit sind Fahrdienstleiter Mangelware. Nach Schätzungen der Gewerkschaft Eisenbahn und Verkehr (EVG) fehlen rund 1000 Fachkräfte. „Eine Million Überstunden sind aufgelaufen“, klagt EVG-Sprecher Uwe Reitz. Dass die DB Netz AG „Missstände schleifen“ ließ, müssten nun auch Kunden „ausbaden“.

    Für den Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV), Michael Heilmann, ist klar: „Die Bankrotterklärung der bundeseigenen DB Netz AG“ sei „offenkundig durch langfristige Managementfehler verursacht“. Für Millionen Euro an Schienenmaut erwarte man von der DB Netz AG auch ordentliche Leistung.

    Wegen des bundesweiten Personalmangels an 3500 Stellwerken bleibt die Mainzer Blockade womöglich kein spektakulärer Einzelfall, so Reitz. „Die Sicherheit ist nicht infrage gestellt. Aber Züge bleiben stehen, oder Strecken werden nicht mehr bedient“, beschreibt er die prekäre Lage. In der Tat: Die Bahn kündigt für Mainz bereits fürs nächste Wochenende Ausfälle an. Schuld sollen Krankheitsfälle in der Urlaubszeit sein.

    „Mit dem Zugausfall konterkariert die DB Netz die rheinland-pfälzische Bahnpolitik und den Rheinland-Pfalz-Takt“, wettert ZSPNV-Sprecher Fritz Engbarth. Wegen des verheerenden Imageschadens müssten doch in den Chefetagen des Konzerns „alle Alarmglocken läuten“, wundert sich auch Gerd Aschoff vom Fahrgastverband Pro Bahn.

    Die Bahn gab indes bekannt, dass der Zugverkehr in Mainz und Umgebung wegen der Personalnot bis einschließlich Sonntag, 11. August, eingeschränkt werden muss. Dies sei nötig zwischen 20 und 6 Uhr, an den beiden Sonntagen, 4. und 11. August, von 18 bis 6 Uhr. In dieser Zeit kann jeweils aus jeder Richtung (Worms, Frankfurt/Saarbrücken, Frankfurt/Wiesbaden und Bingen) nur ein Zug in der Stunde nach Mainz fahren. Die Fernverkehrszüge (ICE, EC, IC) werden rechtsrheinisch umgeleitet und halten nicht in Mainz, sondern überwiegend in Mainz-Bischofsheim oder Frankfurt (Main) Flughafen.

    Die Züge der RE-Linie 3 (Saarbrücken – Mainz – Frankfurt) fahren, die Züge der Regionalbahn-Linie 33 (Türkismühle – Mainz) fahren bis Bad Kreuznach. Die Züge zwischen Mainz und Alzey fallen aus. Für diese Züge wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, teilte die Bahn mit.

    Züge der Regionalbahn-Linie 75 (Darmstadt – Mainz – Wiesbaden) und der S-Bahn-Linie 8 werden teilweise umgeleitet und halten nicht im Mainzer Hauptbahnhof. Diese Züge halten außerplanmäßig in Mainz-Kastel. Fahrmöglichkeiten nach Mainz Hbf. bestehen stündlich mit der Linie S 8 zur Minute 15 ab Wiesbaden Hbf und zur Minute 16 ab Mainz-Bischofsheim.

    Die geänderten Fahrpläne und die Informationen über die Ersatzbusse sind online unter www.bahn.de/aktuell abrufbar.

     

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