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    Bonn/LeubsdorfCDU-Politiker Schwarz: Genscher war nicht der Macht verfallen

    "Er war der größte Außenminister, den die Bundesrepublik Deutschland je hatte." Mit diesen Worten hat der frühere rheinland-pfälzische Innenminister Heinz Schwarz (87) in einem Gespräch mit unserer Zeitung das Wirken von Hans-Dietrich Genscher gewürdigt. Genscher war am Donnerstag im Alter von 89 Jahren verstorben.

    War mit dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher über Jahrzehnte eng verbunden: der CDU-Politiker Heinz Schwarz.  Foto: dpa
    War mit dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher über Jahrzehnte eng verbunden: der CDU-Politiker Heinz Schwarz.
    Foto: dpa

    Schwarz und Genscher verband eine gegenseitige große politische und auch menschliche Wertschätzung. Ihre Verbundenheit begann Anfang der 70er-Jahre. Beide waren seinerzeit Innenminister – Genscher auf Bundesebene, Schwarz in Rheinland-Pfalz. Der Christdemokrat aus Leubsdorf (Kreis Neuwied) war damals zudem zwei Jahre Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder. In den Zeiten der Terroranschläge der linksextremistischen Rote Armee Fraktion (RAF) arbeiteten Genscher und Schwarz eng zusammen. Schwarz ist heute noch beeindruckt, wie sehr Genscher dabei immer danach trachtete, "alles zusammenzuhalten" – ungeachtet aller Unterschiede zwischen den Parteien.

    Auch auf außenpolitischer Ebene setzen der Liberale und der Christdemokrat ihre oft vertrauliche Zusammenarbeit fort: Genscher war ab 1974 Außenminister, Schwarz wirkte nach seinem Wechsel in den Bundestag im Auswärtigen Ausschuss. Bei vielen heiklen Missionen, etwa in Irak, Iran und der Türkei, wirkten beide hintergründig zusammen.

    Genscher hielt die Rede zum 60. Geburtstag

    Als Schwarz 60 wurde, hielt Genscher die Geburtstagsrede. Ihre Freundschaft hielt über die Jahrzehnte. Beide standen bis dieses Jahr weiter in Kontakt, sprachen offen über die politischen Entwicklungen. So vertraute Genscher seinem Freund Heinz Schwarz nach seinem überraschenden Rücktritt als Außenminister 1992 an, dass es - entgegen aller Spekulationen - keinen politischen Grund dafür gegeben hatte. Genscher habe für sich persönlich entschieden: "Es reicht." Laut Schwarz hatte Genscher die Größe, so zu vermeiden, irgendwann doch dem Rausch der Macht zu verfallen und deshalb Fehler zu machen. Schwarz: "Das war einfach ein souveräner Schlussstrich." Das passte für Schwarz zu Genscher: "Er war immer eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Er stand immer an allen Fronten - und ist immer Mensch geblieben."

    cli

    Ex-Außenminister Genscher in In- und Ausland gewürdigt
    Rheinland-Pfalz
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